zeitungslauf2008

15. Stuttgarter Zeitung-Lauf schlägt alle Rekorde

Die Premiere beim 15. Stuttgarter Zeitung-Lauf ist geglückt. Zum ersten Mal führte am gestrigen Sonntag, 22. Juni, die Halbmarathon-Strecke durch die Stuttgarter Innenstadt und lockte damit so viele Freizeitsportler an wie noch nie zuvor. Insgesamt 12 400 Teilnehmer überquerten nach 21,1 Kilometern im Daimler-Stadion die Ziellinie. Den Sieg sicherte sich zum fünften Mal in Folge Martin Beckmann von der LG Leinfelden-Echterdingen – gemeinsam mit seinem Trainingspartner Cian McLaughlin. An dem 2-Tages-Event nahmen insgesamt 23.600 Läufer, Walker, Inline-Skater, Rolli- und Handbikefahrer teil – auch dies ein neuer Rekord. Wegen der enormen Hitze mussten rund 300 Läufer mit Kreislaufproblemen behandelt werden. Ebenfalls für eine Neuerung waren Martin Beckmann und Cian McLaughlin gut: Erstmals in der Geschichte des Stuttgart-Laufs feierten sie einen Doppelsieg. Kein Leistungssportler teilt gerne seinen Sieg. Doch gestern hat Martin Beckmann eine Ausnahme gemacht: Seite an Seite lief der Seriensieger des Stuttgarter Zeitungs-Laufs mit Cian McLaughlin, dem irischen Marathonmeister von 2006, über die Ziellinie. Damit teilt sich der Lokalmatador aus Leinfelden-Echterdingen seinen fünften Sieg in Folge mit seinem Trainingskollegen. Es war bereits Beckmanns sechster Stuttgarter Sieg. Auf dem dritten Platz folgte der Tübinger Eduard Scherer (1:11,27 Stunden), bei den Frauen gewann Nicole Ploog (Heart & Sole) in 1:23,12 Stunden. „Wir haben das so abgesprochen, wir wollten hier unbedingt gemeinsam gewinnen“, sagte Beckmann im Zielbereich relativ entspannt und kaum außer Atem – trotz einer Siegerzeit von 1:10,29 Stunden. „Siegen ist immer toll, wenn man aber einen Sieg teilen kann, ist es doppelt schön“, sagte er. Das nächste große Ziel ist für beide Läufer von der LG Leinfelden-Echterdingen dann die Leichtathletik-WM 2009 in Berlin. Dort wollen sie im Marathon gemeinsam an den Start gehen: Beckmann für Deutschland, McLaughlin für Irland.

Die neue Stadtstrecke des Halbmarathons entlang der Stuttgarter Sehenswürdigkeiten Schlossplatz, Marktplatz und Neues Schloss ist auch ganz schön anstrengend. „Mir ist die neue Strecke zu eckig. Und die Anstiege und Gefälle sind nicht so gut zu laufen.“ Der 30-jährige Spitzensportler sprach damit vielen der 12.400 Freizeitläufer aus dem Herzen, die auf der 21-Kilometer-Strecke nicht nur wegen der schwülen Hitze kräftig ins Schwitzen kamen. Siegerin Nicole Ploog konnte „der harten Strecke“ dennoch Positives abgewinnen: „Es ist toll, auf der Königstraße zu laufen, wo man ansonsten shoppen geht.“ Auch die Box-Weltmeisterin Alesia Graf hatte zu kämpfen. „Ich habe mich eineinhalb Stunden gequält und habe alles gegeben.“ Mit einer beachtlichen Zeit von 1:34,17 Stunden ging die Boxerin aus Stuttgart erstmals bei einem Halbmarathon über den Zielstrich im Gottlieb-Daimler-Stadion.

Bei tropischen Temperaturen um 33 Grad gab es einige Zwischenfälle. Rund 300 Läufer wurden wegen Kreislaufbeschwerden von den Einsatzkräften des Deutschen Roten Kreuzes behandelt. Von 32 Teilnehmern, die in Kliniken eingeliefert wurden, mussten zehn wegen lebensbedrohlichen Kreislaufproblemen behandelt werden. Bis gestern Abend gaben die Ärzte aber Entwarnung. Viele der 15 000 angemeldeten Läufer gingen angesichts der Temperaturen erst gar nicht an den Start. Am Ende sorgten die 12.400 Halbmarathonis dennoch für einen Teilnehmerrekord: Stuttgart ist in diesem Jahr wohl wieder die Nummer 2 hinter Berlin. Stuttgarts Erster Bürgermeister Michael Föll, der den Startschuss zum Halbmarathon mit 30-minütiger Verspätung gab, war von den Läufermassen überwältigt: „Unglaublich, so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Für ihn selbst sei die Strecke „ein bisschen zu lang“, gab der Stellvertreter von OB Dr. Wolfgang Schuster zu. Doch die Rekordzahlen beeindruckten ihn.

Überhaupt gab es beim 15. Stuttgarter Zeitung-Lauf in fast allen Bereichen neue Bestmarken zu vermelden. Insgesamt kamen in den acht Wettbewerben 23 600 Läufer, Walker, Inline-Skater, Rolli- und Handbikefahrer im Ziel an. Dabei entwickelt sich der „Kids Day“ am Samstag neben dem Halbmarathon mehr und mehr zum Aushängeschild der Veranstaltung. Die 2-Tages-Veranstaltung rund um das Daimler-Stadion war so gut besucht wie nie zuvor. „Wir haben hier ein tolles Familienfest mit bis zu 180.000 Menschen rund ums Stadion“, sagt Jürgen Scholz, der Präsident des Veranstalters Württembergischer Leichtathletik-Verband (WLV) stolz. Und eines ist bei dem Läuferfest offensichtlich geworden: Gewinnen steht beim Stuttgarter Zeitung-Lauf nicht „unbedingt“ an erster Stelle. Den Doppelsieg von Beckmann/McLaughlin sieht Scholz als „tolle Geste der Leistungssportler gegenüber dem Breitensport“.

Mit dabei waren auch vier Läufer aus den Partnerstädten Stuttgarts. Eigens nur für den Stuttgarter Zeitung-Lauf angereist, nahm ein Läufer der indischen Partnerstadt Mumbai am neuen City-Halbmarathon teil. Mit einer beachtlichen Zeit von 1:16,09 Stunden überquerte er als Zehnter die Ziellinie im Gottlieb-Daimler-Stadion und wurde in seiner Altersklasse sogar Zweiter. Ebenfalls beim Halbmarathon startete Bryan Haynes aus Stuttgarts Partnerstadt St. Louis. Der sportliche Marathonläufer aus den USA kam trotz einer Verletzung nach 2:03,47 Stunden erschöpft, aber glücklich ins Ziel. Wie jedes Jahr nahmen auch wieder zwei Läufer der Partnerstadt Brünn am SV-Lauf teil. Frantisek Mahovsky lief die 8,2 Kilometer lange Strecke in 28:51 Minuten und sicherte sich mit dieser Bestzeit den dritten Platz. In seiner Altersklasse belegte er sogar den zweiten Platz. Sein Teamkollege erreichte nach 29:58 Minuten das Stadion und belegte damit den siebten Platz beim SV-Lauf. In seiner Altersklasse konnte er damit sogar den vierten Rang belegen.

Trotz allen Strapazen sind sich alle einig: Der 15. Stuttgarter Zeitung-Lauf mit seiner Halbmarathon-Strecke durch die Innenstadt war für alle wieder ein großartiges Erlebnis, an dem sie auch im nächsten Jahr wieder teilnehmen möchten. Der Termin des 16. Stuttgarter Zeitung-Laufs 2009 steht noch nicht fest, eines ist jedoch schon sicher: Die Halbmarathon-Strecke durch die Innenstadt hat sich bewährt und wird auch im nächsten Jahr wieder so verlaufen. Ob ein Zieleinlauf ins Gottlieb-Daimler-Stadion trotz Umbauplänen des VfB Stuttgart in ein multifunktionales Fußballstadion möglich sein wird, hängt davon ab, wann und wo die Bauarbeiten im Jahr 2009 beginnen werden. Getreu dem Motto „nach dem Lauf ist vor dem Lauf“ bereiten sich aber schon alle wieder auf den nächstjährigen Stuttgarter Zeitung-Lauf vor – mit oder ohne Zieleinlauf ins Gottlieb-Daimler-Stadion.

Foto (Goede): Bereits am Samstagabend kamen im Rahmen des “Schülerlaufs” rund 7.500 Kinder über die Ziellinie im Gottlieb-Daimler-Stadion.

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