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4. Literarischer Spaziergang durch den Neuen Friedhof in Weilimdorf

Am letzten sonnigen Herbsttag, dem Dienstag in der Seelen- und Trauerwoche, begeisterten sich wiederum fast 40 Bürgerinnen und Bürger aus Weilimdorf für den Spaziergang durch den Neuen Friedhof.

Am letzten sonnigen Herbsttag, dem Dienstag in der Seelen- und Trauerwoche, begeisterten sich wiederum fast 40 Bürgerinnen und Bürger aus Weilimdorf für den Spaziergang durch den Neuen Friedhof.

Vom Treffpunkt am unteren Eingang Köstlinstraße ging es mit lyrischen Versen und geschichtlicher Erläuterungen von Christoph Schmid zunächst zum Ehren- und Mahnmal für die Kriegstoten der beiden Weltkriege. Hier wird jährlich zum Volkstrauertag nach der Gedenkfeier vom Volksbund „Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ ein Kranz niedergelegt und das Lied gespielt „Der gute Kamerad“. Dieses Lied wurde in der Zeit der Nationalsozialisten missbraucht zu einer vom Volkstrauertag zum Heldengedenktag mutierten Verherrlichung der 1935 wieder eingeführten Wehrpflicht. Dem stellte Christoph Schmid das Lied von Udo Lindenberg gegenüber „Wozu sind Kriege da?“, eine Anregung wie künftig die musikalische Umrahmung bei der Kranzniederlegung gestaltet werden könnte. Udo Lindenberg, der sich mit Hermann Hesse verbunden fühlt, ist Initiator einer Stiftung zur Förderung junger Musiker und Texter, „um neue Wege gegen das Mitmarschieren in der Masse zu suchen, provokant zu schreiben und sich nicht anzupassen“, wie Lindenberg sagt.

Nur wenige Schritte weiter besuchte die Gruppe das Grab von Fritz Bäzner, dem Weilimdorfer Schultes (Bezirksvorsteher) von 1979 bis 1989, zu dessen Amtszeit wichtige und oft strittige Vorhaben in Weilimdorf geplant und realisiert worden sind. Dabei war Bäzner außerordentlich beliebt ob seiner menschlichen Wärme, und es werden gerne allerlei lustige Anekdoten erzählt.

Ein besonderes Erlebnis war beim Spaziergang der Besuch der Feierhalle, wo Schmid, untermalt von mystischen Klängen, das Gedicht „Hoffnung“ von Friedrich Schiller rezitierte.

Zum Abschluss des Nachmittags, es dämmerte bereits, führte der Spazierweg noch zur ersten Grabstätte vom August 1961 von Rosa Mohr aus dem Sudentenland mit einem von der Stadt gestifteten Grabmal. Das Grab steht unter Denkmalschutz, wie auch die Gebäude und die gesamte Anlage. Im August 1971 wurde der Neue Friedhof mit dem Paul-Bonatz-Preis ausgezeichnet. Die Bürgerinnen und Bürger Weilimdorfs sind stolz auf ihren Neuen Friedhof, einen der schönsten Stuttgarts. Kein Wunder, dass die Anlage immer wieder zum Spaziergehen genossen wird und durch diese Veranstaltung mancher der gehörten Verse wieder in Erinnerung gekommen ist.

Mit den aufmunternden Worten des Herbstliedes von Theodor Storm ging es abschließend zum Trompetle, um dort – wer noch Lust hatte- die Unterhaltung fortzusetzen.

Organisiert wurde der literarische Spaziergang vom Stadtseniorenrat Weilimdorf.

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