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Auf ein Wort mit Ulrike Zich: Jahresrückblick 2009 des Stadtbezirks Weilimdorf

Liebe Leserinnen und Leser, das Wahljahr 2009 brachte am 7. Juni mit der Kommunalwahl auch für den Stadtbezirk Weilimdorf eine Veränderung der politischen Landschaft mit sich. Aufgrund der im Gemeinderat gebildeten Fraktionsgemeinschaft aus SÖS und Die Linke vergrößerte sich die Anzahl der Mitglieder des Bezirksbeirats auf 17. Stärkste Fraktionen sind die CDU und Bündnis90/ Die GRÜNEN mit je 4 Sitzen. SPD und FW zählen je drei Sitze, die FDP zwei, SÖS/ Die Linke hat einen Sitz. Am 21. Oktober fand die konstituierende Sitzung des Bezirksbeirats statt, in der u. a. Herr Heiner Obermayer nach 46jähriger Amtszeit als hochverdientes Mitglied dieses Gremiums verabschiedet wurde. Der nach 34 Jahren ebenfalls ausgeschiedene Bezirksbeirat Hans-Peter Ritter wird mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg geehrt. An dieser Stelle sage ich allen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern, die den reibungslosen Ablauf der Wahlen in diesem Jahr ermöglicht haben ein ganz herzliches Dankeschön. Dies gilt auch für die vielen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich bereit erklärten hatten im Bedarfsfall einzuspringen und die Wahlen zu unterstützen.

Die Auswirkungen der Finanz und Wirtschaftskrise spiegeln sich in den diesjährigen gemeinderätlichen Beratungen zum Doppelhaushalt 2010/2011 wider, der, aufgrund rückläufiger Gewerbesteuereinnahmen, von heftigen Einsparungen gekennzeichnet ist. Nach derzeitigem Beratungstand werden viele Projekte der Wunschliste des Bezirksbeirats leider nicht berücksichtigt. Dies betrifft neben anderen Vorhaben auch die geplanten Kreisverkehre an der Kreuzung Solitude-/ Engelbergstraße/ Spechtweg und im Bereich des Löwen-Markts. Dies bedeutet, dass die gewünschte Verstetigung des Verkehrsflusses und die damit verbundene Verringerung des Stauaufkommens nicht erreicht werden wird.

Zu den Bebauungsplänen Matthäus- und Oppenheimer Straße wurden die jeweiligen Auslegungsbeschlüsse gefasst. Die 1952 erstellten Wohngebäude der Baugenossenschaft Feuerbach – Weilimdorf eG in der Matthäusstraße 2 – 10 entsprechen hinsichtlich der Wohnungsgrößen und -grundrisse der Gesamtausstattung und den Stellplatzanforderungen nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen des heutigen Mietwohnungsbaus. Der Bestand soll daher abgebrochen werden. An deren Stelle sind große, flexible, familiengerechte bzw. barrierefreie Wohnungen mit großzügigen Balkonen und eine Tiefgarage mit insgesamt 28 Stellplätzen geplant. Insgesamt sind 24 Wohneinheiten vorgesehen, davon 15 Wohnungen mit vier Zimmern, 4 Einheiten mit drei und 5 mit zwei Zimmern.

Nachdem der Umbau der Tageseinrichtung für Kinder in der Ludwighafenerstraße abgeschlossen ist, wurde das Kindergartenprovisorium in der Oppenheimerstraße abgeräumt. Nun können auf dem Grundstück, in Ergänzung der umgebenden Bebauung, ein Mehrfamilienhaus mit 15 Wohneinheiten und 2 Doppelhäuser realisiert werden. 7 Wohnungen sollen in das Förderprogramm „Preiswertes Wohneigentum“ aufgenommen werden. Städtebauliches Ziel der Planung ist die neue bauliche Fassung der Oppenheimer Straße im Bereich der Wendeschleife und die Schaffung von neuem Wohnraum. Dazu ist die Änderung des geltenden Planungsrechts erforderlich.

Mit der Auflösung des Polizeireviers Weilimdorf im Februar wurde Revierleiter Manfred Renkewitz nach siebeneinhalbjähriger erfolgreicher Tätigkeit verabschiedet. Im neuen Revier Feuerbach/Weilimdorf wird zum Jahreswechsel der Herrn Peter Geyer im April nachgefolgte Revierleiter Dietmar Seibold in den Ruhestand treten.

Das Projekt „Soziale Stadt Giebel“ hat sich mit zahlreichen Veranstaltungen und Projekten veritabel entwickelt und zu einem neuen Selbstbewusstsein des Stadtteils beigetragen. Unter der Mitwirkung der Giebeler Organisationen und Einrichtungen wurde im März die Kulturnacht „Der Giebel leuchtet“ veranstaltet, ein Ereignis, das auch in der Zukunft seine Fortsetzung finden soll. Für die Kinder wurde ein Naturbeobachtungsplatz eingerichtet und im September sorgte der erste „Weinumtrunk“ für Belebung im Stadtteil. Im Haus der Begegnung wird u. a. ein regelmäßiger Mittagstisch angeboten und am 09.12. konnte das Selbstlernzentrum der Neuen Arbeit in der Engelbergstr. 112 seinen Betrieb aufnehmen, das vielfältige Lernangebote für die ganze Bevölkerung kostenlos zur Verfügung stellt. Zum dritten Mal wurde am 12. 12. mit großem Erfolg der vorweihnachtliche Markt abgehalten.

Im Rahmen der Umgestaltung des Ernst-Reuter-Platzes fand zum Jahresbeginn das Preisgericht über die eingegangenen Entwürfe zum Architektenwettbewerb statt, aus der die Architekten-Arbeitsgemeinschaft Zeeb/Reich als Sieger hervorging. Nach mehreren Bürgerbeteiligungen und der Einarbeitung der jeweiligen Anregungen aus der Bevölkerung kommt es nun auf die Mitwirkung der Grundstückseigentümer an, um das Stadtteilzentrum wie geplant realisieren zu können.

Zum „Forum Weilimdorf“ wurde inzwischen eine Bedarfserhebung bei den Vereinen und Organisationen im Stadtbezirk durchgeführt. Der vom Hauptamt anerkannte Raumbedarf beläuft sich derzeit auf 700 qm incl. Saal und zuzüglich eines Außenbereichs. Die Interessengruppe aus der Zukunftsoffensive Weilimdorf wird das Projekt, das der Bezirksbeirat stark unterstützt auch in der Zukunft aktiv weiter betreuen. Geplant ist, hierzu einen Verein zu gründen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Walz ist beabsichtigt, die bereits heute versiegelte Fläche mit Wohnhäusern im Programm „Preiswertes Wohnen für junge Familien“ zubebauen. Die Restfläche soll nach dem Wunsch des Bezirksbeirats in landwirtschaftlicher Nutzung verbleiben.

In den Pfaffenäckern wünscht sich der Bezirksbeirat einen “Stadtteiltreff”. Die ehrenamtliche Hausaufgabenbetreuung hat sich in den letzten Jahren als äußerst erfolgreich erwiesen. Mit Hilfe von Projektmitteln aus dem Budget des Bezirksbeirats soll nun ein Mittagstisch mit Betreuung eingerichtet werden. Angereichert wird das generationsübergreifende Angebot durch Sprachkurse, Veranstaltungen und Gesprächskreise.

Für die seit langem geforderte Umgestaltung des Löwen-Marktes wird derzeit mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger die Planung erarbeitet. In bisher zwei Workshops wurden Ideen zu Bepflanzung, Belagsgestaltung und Möblierung gesammelt und diskutiert. Besonders die Verkehrskonzeption um den Platz herum war den Teilnehmern ein Anliegen. Im Januar werden in einem weiteren Workshop die überarbeiteten Pläne zur Platzgestaltung nochmals diskutiert um dann im Bezirksbeirat und in den gemeinderätlichen Gremien vorgestellt und beschlossen zu werden. Die Umsetzung wird von der finanziellen Entwicklung des Stadthaushalts abhängen.

Für alle, die in Weilimdorf gern mit dem Fahrrad unterwegs sind, ob zum Einkaufen, zur Arbeit, in die Schule, oder in der Freizeit startet 2010 die „Fahrradoffensive Weilimdorf“. Das Projekt, das mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger das Radfahren im Stadtbezirk attraktiver machen soll wird im Februar mit einer Auftaktveranstaltung im Bezirksrathaus beginnen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen ihre Ideen und Vorschläge einzubringen.

Im März 2010 wird wieder ein neuer Jugendrat gewählt und ich freue mich sehr, dass wieder genügend Jugendliche bereit sind, sich zur Wahl zu stellen und in diesem Gremium mitzuarbeiten. Im Café 13, einem Projekt des Jugendrats Weilimdorf übernahm Daniel Lang die Geschäftsführung. Mittlerweile hat sich das Café 13 in unserem Stadtbezirk gut etabliert. Es finden monatlich besondere Themenabende statt. Zu den Ange-boten der Frühstückstreffs für Frauen sind Frauen jeden Alters und Nationalität herzlich eingeladen. Derzeit wird zur besseren Auslastung der Räume die Möglichkeit geprüft, tagsüber den „Eine-Welt-Laden“ in das Cafe zu integrieren. Die Eröffnung ist März 2010 geplant.

Zum diesjährigen Bürgerempfang, am 9. Oktober waren wieder ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger in das Bezirksrathaus geladen. Mit dem Bürgerempfang bedankt sich der Bezirksbeirat alljährlich für das Engagement der Bevölkerung im Gemeinwesen. Besonders geehrt wurden Frau Gisela Glöckler, für ihr Engagement im Deutschen Roten Kreuz und im StadtSeniorenRat, Frau Petra Haas für ihre Initiative „Frühchen-stricken“ sowie Frau Liesbeth Kasper für ihre Arbeit im Singkreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Alle wurden mit der Ehrenmünze der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet.

Ein ganz besonderes Erlebnis für den ganzen Stadtbezirk war im Sommer das Festwochenende zum 100jährigen Jubiläum des Musikvereins Weilimdorf vom 18. bis 21. Juni. Am großen Festumzug mit etwa 1.500 Teilnehmern, beteiligten sich auch viele Weilimdorfer Vereine und Organisationen. Bei schönstem Wetter war der Weg des Zuges von vielen begeisterten Zuschauern gesäumt.

Der Stadtbezirk Weilimdorf lebt von den zahlreichen Aktivitäten und dem ehrenamtlichen Engagement der Bürgerinnen und Bürgern in Vereinen, Bürger- und Kirchengruppen sowie öffentlichen Einrichtungen. Dieser bürgerschaftliche Einsatz zeigt sich während des ganzen Jahres in den äußerst vielseitigen und attraktiven Angeboten in den Weilimdorfer Stadtteilen. Sie finden diese in der örtlichen Presse oder im Internet unter www.stuttgart.de/weilimdorf und www.weilimdorf.de!

Ich bedanke mich herzlich bei all den Menschen, die sich für den Stadtbezirk Weilimdorf engagieren, ob in den Schulen, den Kirchen und Vereinen, in der Politik oder als Privatperson. Wir sind sehr stolz darauf, dass in unserer Gemeinde eine so hohe Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement herrscht. Dies hat sich in diesem Jahr ganz besonders bei den Wahlen gezeigt, bei denen sich viele Bürgerinnen und Bürger als Wahlhelfer und Wahlvorstände eingebracht haben.

Im Namen des Bezirksbeirats und mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und für das kommende Jahr Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

Ulrike Zich, Bezirksvorsteherin Stadtbezirk Stuttgart Weilimdorf

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