GRÜNEN Online-Veranstaltung "Beste Bildung". Foto: Berg

„Beste und gerechte Bildung“ — Online-Veranstaltung des Grünen-Ortsverbands

(PB) Es ist und bleibt eines der Kernthemen politischen Handelns, und die Corona-Pandemie hat die Frage noch brennender gemacht: Wie schaffen wir es, die Schulen zu einem Ort bester und gerechter Bildung zu machen?

Wie schaffen wir es, dass das Bildungssystem individuelle Entwicklungswege und Chancengerechtigkeit unabhängig von der Herkunft ermöglicht? Wie schaffen wir es, Bildungspolitik vom Kind aus zu denken, denn schließlich ist jedes Kind eine einzigartige Persönlichkeit mit eigenen Talenten und Fähigkeiten, mit individuellen Stärken und Schwächen. Mit diesen Fragen befasste sich die Videokonferenz, die der Ortsverband der Weilimdorfer Grünen am 26. Februar 2021 organisiert hatte. Die Moderation übernahm Barbara Graf, Bezirksbeirätin und ehemalige Schulleiterin. Sie begrüßte als Teilnehmer*innen der Veranstaltung die beiden Landesvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand, der ja auch Landtagskandidat im Wahlkreis Stuttgart III (mit Weilimdorf) ist. Als Expert*innen nahmen teil: Mersad Rekic vom Landeselternbeirat und vom Elternbeirat der Wolfbuschschule, Petra Wittmann, Erzieherin in Weilimdorf, Michael Hirn, geschäftsführender Schulleiter der Stuttgarter Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren sowie Vize-Chef der Landes-GEW. Als Vertreter der Schülerschaft war der Abiturient Fritz Herkenhoff dabei.

Sowohl Sandra Detzer als auch Oliver Hildenbrand stellten zum Auftakt der digitalen Runde fest, dass die Politik noch viel zu tun habe, um Artikel 11/1 der baden-württembergischen Verfassung gerecht zu werden, heißt es doch dort: „Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage das Recht auf eine seiner Begabung entsprechende Erziehung und Ausbildung.“

Für die Grünen jedenfalls sei dieser Anspruch Auftrag und Ansporn – mehr denn je, habe man sich doch in den vergangenen Jahren mit dem CDU-geführten Kultusministerium immer wieder schwer getan. Detzer nannte als Bausteine grüner Bildungspolitik ein ganzheitliches Verständnis von Leistung und Bildung, das Aufwerten frühkindlicher Bildung, das Stärken von Grundschulen sowie ein Mehr an Demokratie in der Schule, ein Mehr an gelebter Teilhabe.

Mersad Rekic sah in diesem Programm sehr viel Gutes, er hoffe auf eine möglichst breite Umsetzung. In Sachen Digitalisierung plädierte er für den Einsatz von IT-Experten, die den Lehrer*innen beim Online-Unterricht zur Seite stehen sollten.

Petra Wittmann beklagte den Personalmangel in den Kitas, offene Stellen blieben unbesetzt, unzureichend geschulte Kräfte müssten Lücken schließen; der immens wichtigen Arbeit von Erzieher*innen fehlten gesellschaftliche Wertschätzung und angemessene Bezahlung.

Michael Hirn übte ebenfalls teils harte Kritik: Um Bildungsgerechtigkeit endlich herzustellen, brauche man sehr früh einsetzende Sozialarbeit und niederschwellige Angebote für Familien mit weniger ausgeprägter Bildungsnähe. Jugendämter seien aber unterfinanziert, und neben den Erzieher*innen spare der Staat auch bei den Grundschullehr*innen an der völlig falschen Stelle.

Fritz Herkenhoff machte sich für mehr Mitbestimmung der Schülerschaft stark; es gehe darum, mit mehr „Schülerdemokratie“ junge Menschen zu „wehrhaften Demokraten“ zu machen. Wichtig sei auch, Medienkompetenz und Diskussionskultur intensiver zu fördern.

Es bleibt also noch viel zu tun auf dem Feld der Bildungspolitik, so Sandra Detzer in ihrem Schlusswort, auch mit Blick auf die Fragen der zugeschalteten Teilnehmer*innen an den heimischen PCs. Wenn es bei der Landtagswahl am 14. März 2021 aber erneut gelingt, Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit Regierungsverantwortung auszustatten, dann könne sich die Partei das Kultusministerium unter grüner Führung durchaus vorstellen, um die Aufgabe „Beste und gerechte Bildung“ tatkräftig anzupacken.

Aktuelles des Ortsverbandes auch unter www.gruene-ov-stuttgart.de/weilimdorf/.

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