workshop_loewenmarkt141009

Bürger-Workshop zur Löwen-Markt Umgestaltung brachte neue Wünsche an den Tag

(RED) Bereits seit einigen Jahren beschäftigt sich der Bezirksbeirat Weilimdorf und in Folge dessen auch der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart mit der Frage, wie man dem Löwen-Platz ein neues, ja ein “urbaneres” Aussehen geben kann. Die Stadtplaner rund um Stephan Oehler (vom Amt für Stadtplanung der Stadt Stuttgart) haben bereits mehrere Studien entwickelt, die nun in einem Workshop den interessierten Weilimdorfern nahegebracht wurden.

Allerdings interessierten sich für das Projekt weniger Bürger als angenommen – von den rund 40 Gästen, die Bezirksvorsteherin Ulrike Zich begrüßen konnte, war gut die Hälfte Bezirksbeiräte, Gemeinderäte und Vertreter des örtlichen Handels. Doch die Vorschläge, die gemacht wurden, hatten letztlich Anlass zu einem langen Diskussionsabend, der übrigens am 12. November 2009 um 18.30 Uhr im Bezirksamt fortgesetzt wird.

Dringenden Handlungsbedarf sehen die Wünsche und Studien für eine neue Verkehrslösung (Kreisverkehr an der Kreuzung Solitude-, Renn- und Pforzheimer Straße) mit Integrierung einer überdachten Bushaltestelle (Linie 90) direkt am Löwen-Platz. Der Mehrheit der Anwesenden ein Dorn im Auge ist auch das riesige “Loch” der Stadtbahn-Haltestelle Löwen-Markt. Dieses offene Konzept teilt den Platz in einen westlichen und östlichen Teil, deren Verbindung ein “schmaler Grat” auf der Nordseite über die Arkaden der Geschäftshäuser ist. Auf der Südseite schließt die Pforzheimer Straße das Loch und ist so für Fußgänger nicht begehbar. Hier wurde mehrfach vorgeschlagen, die U-Bahn-Haltestelle ganz oder wenigstens teilweise zu überdachen. Um den offenen Charakter zu erhalten, sollte dies mit Glaselementen gemacht werden, die begehbar sind. So gewinne man Raum und Verbindungsmöglichkeiten.

Auch das “Kiesbett” auf der Westseite des Marktes wird und kann so nicht bleiben. Der Platz habe keinen urbanen Charakter, da ihm die typischen heimeligen Elemente wie Außenbegrenzungen fehlten. Offene Straßen mit kümmerlichen Bäumen schließen das Gelände nicht ein, die Möbilierung mit Spielgeräten und Fahrradständern ist lieblos und wirkt konzeptlos. Neben mehr Grün und auch Wasserspielen (selbst ein “Walk of Fame” mit gesponsorten Platten wurde vorgeschlagen) wünschten sich die Workshop-Teilnehmer hier einen festeren, aber auch wasserdurchlässigen Untergrund, Bewirtschaftung (z.B. durch einen Kiosk oder Cafe – am liebsten mit einem Biergarten) und vielleicht gar eine Löwen-Skulptur.

Für den Straßenbereich der Pforzheimer-, Köstlin- und Staigerstraße sprachen sich viele der anwesenden Bürger für das neuartige Konzept des “Shared Space” aus. Die Straßen sollten rückgebaut werden und als gemeinsame Nutzfläche für Autos, Radfahrer und Fußgänger zur Verfügung stehen. Dieses Konzept würde bereits in Ditzingen und Korntal erfolgreich angewandt. Stephan Oehler zeigte sich allerdings nicht gerade offen gegenüber “Shared Space”-Flächen. Aufgrund der hohen Fahrzeugdichte und ungeklärten Fragen zur Sicherheit für sehbehinderte Menschen sieht er keine große Chancen für eine Genehmigung dieses Konzeptes rund um den Löwen-Markt.

Diese und andere Ideen der BürgerInnen wird nun das Stadtplanungsamt mit in die weiteren Beratungen nehmen und prüfen, was und wie es sich umsetzen ließe. Ergebnisse soll es daher bereits beim eingangs erwähnten nächsten Workshop in 4 Wochen geben.

Die Wunschliste der Bürger steht hier auch als PDF zum Download bereit.

Ähnliche Beiträge

Extremes Klima schädigt Bäume im Stuttgarter Wald – Dringende Verkehrs-sicherungsmaßnahmen notwendig. Foto: Goede

Extremes Klima schädigt Bäume im Stuttgarter Wald

(LHS) Hitze, Trockenheit und Schadinsekten haben den Stuttgarter Bäumen in bislang nicht bekanntem Maße zugesetzt. „Die extrem hohen Temperaturen und der ausbleibende Niederschlag bringen unsere Bäume im Stadtgebiet und im