Foto: Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Die berühmte Treppe wird instandgesetzt: Bauarbeiten an Schloss Solitude

(SSBW) Bauarbeiten am Lustschloss: Aktuell wird der nordwestliche Lauf der großen Freitreppe an Schloss Solitude vom zuständigen Amt Stuttgart von Vermögen und Bau Baden-Württemberg saniert.

Der Besuch in Schloss Solitude ist davon nicht beeinträchtigt – und auch nicht der berühmte Panoramablick. Die spätbarocke Treppenanlage am Schloss bietet insgesamt vier komplett symmetrische Möglichkeiten, auf die Aussichtsterrasse zu steigen.

SANIERUNGSARBEITEN AN DER TREPPE

Alle, die derzeit die sommerliche Stimmung am Schloss Solitude genießen, sehen es: Die berühmte geschwungene Treppe am Lustschloss wird instandgesetzt. Die Arbeiten betreffen den nordwestlichen Treppenlauf, die Seite der komplett symmetrischen Treppenanlage, die in die tiefergelegene Ebene in Richtung Ludwigsburg blickt. Christiane König-Lorch, die für Schloss Solitude zuständige Mitarbeiterin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, muss gerade immer wieder erklären, woran hier gearbeitet wird. Für viele Gäste, die auf die Anhöhe des Lustschlosses kommen, sind die Freitreppen und die Terrasse am Schloss wichtige Anlaufpunkte. Von hier ist der Blick ins Unterland besonders eindrucksvoll – und die historische Achse, die schnurgerade Allee bis zur herzoglichen Residenz in Ludwigsburg ist gut zu sehen. Und viele Brautpaare schätzen die Treppenanlage als besonders stimmungsvolle Kulisse für ihre Hochzeitsfotos.

WAS GESCHIEHT AN DER TREPPE
Instandgesetzt wird der untere Teil der nordwestlichen Außentreppe. Betroffen ist dabei keine Substanz aus der Erbauungszeit im 18. Jahrhundert: Die Granitstufen, die jetzt ausgetauscht werden, stammen aus späteren Zeiten. Dabei wird vom Amt Stuttgart von Vermögen und Bau Baden-Württemberg zugleich eine alte Bitumen-Abdichtung entfernt und eine neue Dichtungsschicht, in Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden, eingebracht. Erstaunliches Konstruktionsdetail: Die Treppe besteht aus einer Rampe – und die keilförmigen Stufen sitzen auf diesem schräg abfallenden Unterbau. Damit die Stufen mit dem Untergrund besser verzahnt werden können, müssen sie auf der Unterseite aufgeraut werden. Zusätzlich werden in die Unterseite der Stufen Edelstahlstifte eingeklebt, um ein Abrutschen nach vorne zu verhindern.

 

SCHÄDEN AUCH DURCH WITTERUNG

Woher rühren die aktuellen Schäden an der berühmten Treppenanlage? Durch die Rampenkonstruktion der Treppe kann es leicht passieren, dass sich die Stufen verschieben, vor allem wenn der Fugenmörtel schadhaft wird. Die keilförmigen Granitstufen sind vor allem durch den exakten Sitz – durch „Zwängung“, so der Fachbegriff – fixiert. Geht dieser Halt verloren, beginnen die Stufen zu rutschen. Verstärkt wird der Effekt noch durch den Wechsel von Frost und Tauwetter in den Wintermonaten. Voraussichtlich in zwei Wochen werden die Arbeiten ganz und gar abgeschlossen sein und die Treppe wird wieder freigegeben. Insgesamt hat die Instandsetzung dann vier Monate in Anspruch genommen. Die Kosten betragen rund 80.000,- €. Der gegenüberliegende nordöstliche Treppenlauf wurde bereits 2002 instandgesetzt. Und auch die Gegenseite, die südlichen Treppenläufe zu den Zirkelbauten hin, werden in den nächsten Jahren eine Sanierung brauchen; das hat das zuständige Amt Stuttgart von Vermögen und Bau Baden-Württemberg bereits im Blick.

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