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Diskussionsabend der SPD Weilimdorf: Potenziale nutzen!

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde – dabei wird immer noch zu wenig getan, um auch die Potenziale der bei uns lebenden Menschen mit Migrationshintergrund zu heben. so lässt sich die Veranstaltung „Arbeitsmarkt für Menschen mit Migrationshintergrund“ des SPD-Ortsvereins Weilimdorf kurz zusammenfassen.

Arbeitsrechtler Petar Drakul aus Mannheim referierte über die mannigfaltigen Probleme, auf die diese Menschen stoßen. Dabei kann nicht allen Hindernisse mit einfachen Maßnahmen begegnet werden. So förderte eine Studie der Uni Konstanz zu Tage, dass bei identischen Qualifikation Bewerber mit türkischem Namen auf Bewerbungen 14 % weniger positive Antworten erhielten als die Vergleichsgruppe, bei kleineren Unternehmen sogar 24 %. Dabei beklagen sich besonders kleinere Unternehmen zunehmend über Probleme bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Ein weiteres Hindernis vieler Zugewanderter auf dem Arbeitsmarkt ist die Problematik bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Die Beispiele von Lehrerinnen, die als Putzfrauen arbeiten oder des Taxi-Fahrenden Ingenieurs sind häufig anzutreffen. Immerhin gibt es seit kurzem einen Rechtsanspruch, dass im Ausland erworbene Abschlüsse auf Gleichwertigkeit überprüft werden. Dennoch sind häufig zusätzliche Ausbildungsmodule erforderlich, um die vollwertige Gleichwertigkeit zu erreichen. Integrationsministerin Bilkay Öney hat mit dem Landesanerkennungsgesetz dafür gesorgt, dass Baden-Württemberg als eines der ersten Bundesländer in diesem Bereich aktiv wurde. Dennoch sind auch die Weiterbildungsträger und die Kammern gefordert, die entsprechenden Angebote zu machen – allerdings sind vielfach auch noch die Fragen der Finanzierung ungelöst.

Ein weiterer Schlüssel ist aber auch der Ausbau des Angebots an Sprachkursen: 1/3 der Bezieher von Hilfen nach SGB II ist nicht in der Lage, einem auf Deutsch geführten Gespräch zu folgen. Tragisch ist, dass sich dies auch auf die zweite und dritte Gerneration der Zuwanderer auswirkt: So liegt der Anteil von Menschen mit türkischen Wurzeln, die auf die Hauptschule wechseln bei 40,7 % (ohne Migrationshintergrund 12,4%). Ganztages- und Gemeinschaftsschulen schaffen hier die notwendige Voraussetzung, um Benachteiligten den Weg zu einem höheren Bildungsabschluss zu eröffnen und leisten damit auch einen wichtigen Beitrag zur Integration.

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