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Drei Stolpersteine vor der Widdumhofstraße 34 verlegt

“Um den Ort, an dem man lebt, zu verstehen, ist es auch wichtig, seine Geschichte zu kennen.” Nichts ist schlimmer als kollektives Schweigen. Aber zum Glück gibt Menschen und Initiativen, die sich der Geschichte stellen und es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Verbrechen des Faschismus vor Ort zu benennen: Mehr als 24.000 Stolpersteine wurden bereits europaweit verlegt, Weilimdorf bekam heute drei neue Mahnsteine verlegt, diesmal vor dem ehemaligen Haus der jüdischen Familie Lindenfeld. Die Deportationen von Opfern fand in der Nachbarschaft statt, die Menschen hatten alle einen Namen und eine Wohnung. Dies macht die Aktion Stolpersteine wieder sichtbar. Den ersten Ansatz für das “Projekt Stolpersteine” hat Bildhauer Gunter Demnig 1990 in Köln geschaffen mit einer Schriftfarbspur vom ehem. Schwarz-Weiss-Platz zur Deutzer Messe, von wo aus im großen Umfang Sinti und Roma deportiert wurden. 1992 Verlegte er in Köln ein Messingblech mit Himmlers Auschwitz-Befehl. Ein Jahr später wurde Stolpersteine als konzeptuelles Projekt vorgestellt. Inzwischen liegen in mehr als 550 deutschen Städten Stolpersteine, in ganz Europa hat Gunter Demnig inzwischen mehr als 24.000 verlegt.

Heinz Wienand von der Stuttgarter Stolperstein-Initiative lud am 30. April 2010 nun vor die Widdumhofstraße 34, das ehemalige Wohnhaus der jüdischen Familie Siegmund und Paula Lindenfeld sowie Adele Stern, die am 1. Dezember 1941 nach Riga in das Konzentrationslager Riga-Kaiserwald deportiert wurden und dort am 1. März 1942 ermordet wurden. Der Neffe der Familie, Günther Stern, der heute in Remshalden-Grunbach lebt, zeigte sich in seiner Ansprache (mit einem Rückblick auf die Geschehnisse von 1935 bis 1942 während der NS-Zeit) gerührt über die große Anteilnahme an der Verlegung vor dem Haus in die Widdumhofstraße.

Die Steine wurden durch private Spenden dreier WeilimdorferInnen, dem Frauenkreis der Oswaldkirche und vom Dietrich-Bonhoeffer-Seniorentreff finanziert. Mehr über die Stuttgarter Aktion “Stolpersteine” können Sie auch auf der Internetseite unter www.stolpersteine-stuttgart.de nachlesen, weitere Infos finden Sie auch unter www.stolpersteine.com.

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