Else Weber sammelt Weihnachtskarten und Adventskalender

Else Weber sammelt Weihnachtskarten und Adventskalender

(TOM) Die Sammelleidenschaft der Menschen hat viele Facetten. Der eine sammelt Modellautos, die andere Fingerhüte und wieder eine andere Kaffeekannen. Die Weilimdorferin Else Weber sammelt Adventskalender und Weihnachtskarten.

Der Weilimdorfer Heimatkreis hatte im Dezember 2020 eine Weihnachtsausstellung in der Stadtteilbücherei geplant. Die dafür gedachten Vitrinen wurden schon im November bestückt. In einer dieser Vitrinen finden sich Weihnachtskarten und Adventskalender, die Else Weber gesammelt hat. Else Weber habe den Heimatkreis schon oft mit Leihgaben unterstützt, erklärt Edeltraud John vom Heimatkreis und spricht ihr einen besonderen Dank aus.

Mehrfach Leihgeberin

Mit dem Sammeln begonnen hat Else Weber in den 80er Jahren. „Seit ein paar Jahren sammle ich nicht mehr“, erzählt die Weilimdorferin. Freude an ihren Sammlerstücken hat sie aber immer noch, und sie hat sie auch gerne dem Weilimdorfer Heimatkreis zur Verfügung gestellt.

Zu der Sammlung von Else Weber gehört auch ein Adventskalender den auch Barack Obama sein eigen nennt. Direkt nach dessen Wiederwahl hat ihm der Semmler-Verlag aus Stuttgart Rohr diesen Adventskalender zugeschickt. Der Sellmer-Verlag – übrigens der einzige Verlag in ganz Deutschland, der sich ausschließlich auf die Herstellung von Adventskalendern spezialisiert hat – habe schon viele amerikanische Präsidenten mit einem Adventskalender bedacht, weiß Weber. Auch Eisenhower habe einen bekommen.

Else Weber hat mehrere Adventskalender aus dem Hause Sellmer. Zu den Kalendern kam sie ursprünglich über eine Freundin, die mit Frau Sellmer bekannt war, weiß Edeltraud John. Else Weber hat aber nicht nur Kalender der Firma Sellmer, sondern auch von anderen Herstellern. Die Ansichten sind vielfältig.Mal dient eine Kleinstadt als Motiv, mal ein Turm und auch das Weiße Haus lieferte schon den Rahmen für die 24 Türchen.

Sinn des Adventskalenders ist es, den Kindern die Zeit bis Heilig Abend anschaulich zu machen und zu verkürzen. Der erste Adventskranz hatte – wie die Weilimdorfer vor ein paar Jahren bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes im Rahmen des Ökumenischen Gottesdienstes erfuhren, 24 Kerzen. Erfinder dieses Adventskranzes war Pfarrer Johann Hinrich Wichern. Auf Wicherns Adventskranz gab es vier dicke Kerzen für die Adventssonntage und für jeden Wochentag eine kleine Kerze.

Else Weber sammelt Weihnachtskarten und Adventskalender

Historie der Adventskalender

Die ersten gedruckten Adventskalender habe es um 1900 gegeben, erzählt John. Der erste gedruckte Kalender entstand 1902 in Hamburg in Form einer Weihnachtsuhr. Damals nur mit den Zahlen von 13 bis 24. Im Jahr 1903 brachte der Münchner Verleger Gerhard Lang dann einen gedruckten Kalender mit dem Titel „Im Lande des Christkinds“ heraus. Er bestand aus einem Bogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden und einem Bogen mit 24 Feldern zum Aufkleben.

Die 1920er Jahre gelten als eine Hochzeit in Sachen gedruckte Adventskalender, Die Motive der Kalender seien damals häufig von bekannten Kinderbuch-Illustratoren oder Gestaltern von Grußkarten gezeichnet worden, erzählt John. Die Kalender bei denen täglich ein Fenster geöffnet werden konnte, hätten sich erst nach 1920 verbreitet. Bis in die 1930er Jahre hinein hatten die Adventskalender der lithografischen Anstalt Reichhold und Lang den Ruf, die kunstreichsten und fantasievollsten Werke zu sein. Lang war es übrigens auch, die als erste eine Art Schokoladen-Adventskalender herstellte.

Flächendeckend beliebt wurde der Adventskalender ab den 1950er Jahren. Als Motive dienten damals meist Szenen aus romantisch verschneiten Städtchen. Hinter dem größten Fens­ter am 24. Dezember verbarg sich meist eine Krippenszene. Der erste mit Schokolade gefüllte Adventskalender kam dann 1958 in den Handel.

Neben Adventskalendern sammelt Else Weber wie bereits erwähnt auch Weihnachtskarten. Eine Vielzahl der Karten habe sie von Hannelore Godel, erzählt Weber. Weitere stammen von Flohmärkten, wo häufig auf Postkarten spezialisierte Händler zu finden sind.

 

Else Weber sammelt Weihnachtskarten und AdventskalenderErste Grußkarten

Grußkarten mit guten Wünschen wurden zu allen Festtagen verschickt. Die erste Weihnachtskarte stammt aus dem Jahr 1873. Damals beauftragte Lord Sir Henry Cole den Illustrator Calvott Horsley damit eine Karte mit Weihnachtsmotiv zu gestalten. Horsleys Karte, die in einer Auflage von 1.000 Stück gedruckt wurde, zeigte eine von Zweigen umgebene feiernde Familie.

Dass die Postkarte damals ihren Siegeszug um die Welt antrat, sei von zwei Erfindungen begüns­tigt worden, erläutert John. Der Beginn des Eisenbahnzeitalters 1835 im Vereinigten Königreich und die Herausgabe der ersten Briefmarke – die Penny Black mit dem Bildnis von Königin Viktoria im Jahr 1840. Damit habe sie der Versand von Briefen und Karten in alle Welt vereinfacht. 1865 wurden die Grußkarten dann auch in den USA populär und in Deutschland zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Vorher waren in Deutschland zu den Festtagen noch Briefbögen mit Randverzierungen und einem Bild, Gedicht oder Bibelzitat in der Mitte verschickt worden.

Die Grußkarten zu Weihnachten zeigten zunächst überwiegend christliche Motive. Später gesellten sich auch Wunschkarten zu Neujahr mit Schneemännern, Schlittschuhläufern, Glücksschweinchen und anderen Motiven dazu. An den Karten könne man den jeweiligen Zeitgeist erkennen, erläutert John. Tatsächlich empfinde man heute manche Motive als nicht mehr zeitgemäß andere als stilvoll und zeitlos.

In der Vitrine mit den Exponaten von Ilse Weber finden sich neben den Adventskalendern und Weihnachtskarten übrigens auch noch einige Strohsterne, die bis in die 80er Jahre von einer Firma aus Winterbach im Remstal hergestellt wurden. „Solche Strohsterne gab es damals in den meisten Familien“, weiß Weber.

Und in der Vitrine steht auch noch ein ganz besonderes Kleinod – eine Krippe mit Tonfiguren. Die habe die Kindergärtnerin „Tante Lisbeth“ einst für einen guten Zweck getöpfert. Und dann gibt es da noch einige Engel. Die seien von Frau Pfleiderer gemacht und bis nach Amerika verschickt worden, weist John noch hin.

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