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Felderrundfahrt 2015: Die Hitze und Trockenheit macht langsam der Natur zu schaffen

“Alle Jahre wieder” rufen Weilimdorf´s Bauern zur traditionellen “Felderrundfahrt” und bieten interessierten Bürgern, Politikern und Fachbesuchern aus Ministerien und Ämtern die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Entwicklung der Feldfrüchte in und um Weilimdorf zu machen – so auch am Montag, 6. Juli 2015 wieder, bei herrlichstem Sommerwetter.

“Alle Jahre wieder” rufen Weilimdorf´s Bauern zur traditionellen “Felderrundfahrt” und bieten interessierten Bürgern, Politikern und Fachbesuchern aus Ministerien und Ämtern die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Entwicklung der Feldfrüchte in und um Weilimdorf zu machen – so auch am Montag, 6. Juli 2015 wieder, bei herrlichstem Sommerwetter.

Noch am Sonntag, 5. Juli 2015, wurde an der Wetterstation Weilimdorf am Obsthof Hörnle ein neuer Hitzerekord aufgestellt: 38,9°C war es heiß. Für die Natur eindeutig zuviel. Bei der Begrüßung am Startpunkt der Felderrundfahrt am Obsthof machte Obstbauer Chris Hörnle darauf aufmerksam, dass das Jahr 2015 bereits viele Höhen und Tiefen hatte: So musste er seine frühen Erdbeeren Anfang April nahezu eine Woche lang täglich auf und zu decken – wegen anhaltender Frostgefahr. So ist es in Weilimdorf seit dem März erheblich zu trocken, in den letzten Tagen auch noch extrem heiß – Stress pur für die Natur.

Nicht nur am Jugendhaus im Wolfbusch ist ein Stück Ackerland Naturwiese geworden, auch Hörnle hat ein Feld im Rahmen der Brache und Bodenerholung zur “Bienenwiese” umfunktioniert – die Bienen erfreuen sich seither hier über eine große Bandbreite von Blüten unterschiedlichster Pflanzen (siehe zweites Bild von oben).

Nicht zufrieden sind Weilimdorfs Bauern mit der Entwicklung der Getreidefelder – Trockenheit und Wärmestress ließen vor allem die Weizenfelder hinter den Erwartungen zurückbleiben. Normalerweise wachsen 500 und 600 Ähren je Quadratmeter, in und um Weilimdorf rechnen die Bauern in diesem Jahr bestenfalls mit einem Ertrag von 450 Ähren je Quadratmeter, also etwa 20 Prozent weniger als im Durchschnitt. Brauchbar ist allerdings die Entwicklung der Kartoffelsorten wie auch die der meisten Maisfelder – wenngleich auch hier Trockenheit und Stress zunehmend für Wachstumsbeeinträchtigungen sorgen.

Auch die Wiesen benötigen dringend Regen – sie sind für Heu bereits fast ausnahmslos abgeerntet, sind durch Hitze und Wassermangel vielfach gelb geworden (siehe Bild drei von oben). Wiesen benötigen mindestens 500 Liter Regen pro Quadratmeter, um wachsen zu können, Weilimdorfs Fluren bekommen im Schnitt je Jahr um die 700 Liter ab. “Wir können natürlich nicht mit den Gras- und Heuerträgen des Allgäu mithalten, die haben rund 1.000 Liter Regen pro Jahr dort und können öfter ernten als wir!” so Ritz zu den Teilnehmern der Felderrundfahrt.

Neu “ins Programm aufgenommen” hat Bauer Konrad Ritz in diesem Jahr erstmals Dinkel. Da diese Getreidesorte auch auf schlechteren Böden gut gedeien soll, hat Ritz das Korn zwischen Heiner und Autobahn ausgebracht – bislang sieht die Entwicklung der Ähren ganz gut aus (siehe viertes Bild von oben), ob allerdings die Dinkelernte gut wird, hängt die nächsten 2 Wochen vom Wetter ab.

Veit Nübel von der Südzucker AG erläuterte auch die Entwicklung der Zuckerrüben auf den Feldern (Bild 5 von oben). Noch haben die Rüben einen guten Entwicklungsstand. Sie können bei idealem Wachstumswetter Wurzeln bis zu 2 Meter Tiefe entwickeln, die Trockenheit der letzten Tage ließ aber auch hier die Entwicklung langsamer werden. Nübel wies darauf hin, dass inzwischen zwar durch Stevia den Zuckerrüben eine erhebliche Konkurrenz “erwachsen” sei. Doch die Gewinnung des kalorienarmen Stevia ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Diese Pflanze ist mehrjährig, die Extrahierung des “Zucker” muss chemisch vorgenommen werden. “Bei den Rüben macht man das ganz herkömmlich physikalisch”, so Nübel, was nachweislich der schonendere Umgang mit den Resourcen der Natur ist. Zudem bringen Rüben einen Ertrag von rund 60 bis 90 Tonnen je Hektar, produzieren für 120 Menschen pro Jahr den lebensnotwendigen Sauerstoff. Würde man gar die Rübenernte eines Hektars in Sprit für Autos umwandeln, käme ein PKW damit ca. 80.000 Kilometer weit.

Der Abschluss der Felderrundfahrt fand traditionell auf dem Ludmann-Hof bei Getränken und Vesper in der Scheune mit vielen Gesprächen zwischen den Teilnehmern statt (siehe letztes Bild von oben).

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