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fit4future in der Wolfbuschschule gestartet – Marie-Laurence Jungfleisch übernimmt Patenschaft

In der Wolfbuschschule fiel vergangene Woche der Startschuss für die Präventionsinitiative fit4future. Insgesamt werden in Stuttgart 41 Schulen an diesem Projekt, das von der Cleven-Stiftung ins Leben gerufen wurde und von der Krankenkasse DAK Gesundheit gefördert wird, teilnehmen.

„Das Programm von fit4future hab mich aus verschiedenen Gründen sofort angesprochen“, erklärt die Schulleiterin der Wolfbuschschule Petra Klingel. Die Präventionsinitiative passe ganz hervorragend zum Profil der Wolfbuschschule als Gesunde Schule. „Schule ist heute nicht nur ein Ort an dem gelernt wird sondern auch Lebensraum“, hält Klingel weiter fest und zu einem Lebensraum würden Bewegungsmöglichkeiten ebenso gehören wie gesunde Ernährung. Toll sei auch der ganzheitliche Ansatz, der das Thema Gesundheit aus verschiedenen Richtungen angeht. Tatsächlich richtet sich das Programm nicht nur an die Schüler sondern auch an die Eltern und Lehrer, wie Malte Heinemann, Geschäftsführer der Cleven Stiftung erklärt.

Neben den bereits erwähnten Themen Bewegung und gesunde Ernährung ist das Thema Brainfitness zu dem konzentriertes Lernen und Stressbewältigung gehören ein weiterer Schwerpunkt. „Die Wolfbuschschule wird wie alle übrigen am Projekt beteiligten Schulen drei Jahre lang professionell bei der Umsetzung von Angeboten aus den Bereichen Bewegung, Ernährung und Brainfitness begleitet und persönlich gecoacht“, erklärt Heinemann. Dazu würden Workshops für die Lehrer, Aktionstage für Schüler und Eltern sowie eine Vielzahl von Materialien, die Lust auf eine gesunde Lebensweise machen gehören. Ferner würden die Schulen Unterstützung bei ihrer Weiterentwicklung zu einer gesundheitsfördernden Schule erhalten.

Die Wolfbuschschule sei da schon sehr weit, hält Heinemann fest. Wie Schulleiterin Klingel berichtet gibt es auf dem Schulhof bereits einen sogenannten „Berühr den Boden nicht“ Pfad, verschiedene und verschiedene Bewegungselemente. „Wir haben auch Bewegungspausen, die vor den Vesperpausen stattfinden“, so Klingel. Ferner gebe es hinter dem alten Schulgebäude einen Rasenplatz zum Toben aber auch eine Ruhezone hinter dem Neubau und einen Schulgarten in dem die Kinder viel über Pflanzen und Ernährung lernen. „Und wir haben auch das gesunde Pausenbrot“, erklärt die Schulleiterin. Ein Angebot, bei dem ältere Schüler für ihre Mitschüler Pausenbrote zubereiten. Nicht unerwähnt ließ die Schulleiterin das Faustlos Projekt, die Schulsozialarbeit sowie die Schulärztin, die jeden Monat in die Schule kommt. Zu ihr würden die Schüler nicht nur mit einem Schnupfen kommen sondern auch wenn sie Probleme Zuhause oder mit deinem Lehrer haben oder auch mit Liebeskummer. „Hauptaufgabe der Schule ist immer noch das lehren“, so Klingel. Für die Schüler, insbesondere für die Ganztagesschüler besuchen, brauche es aber auch andere Angebote. „Man kann nicht nur Leistung bringen. Entspannung ist ebenfalls sehr wichtig, zum Beispiel in Form von Bewegung“.

Wenn sich ein Kind bewegt habe, könne es sich hinterher viel besser konzentrieren. Auch eine gesunde Ernährung sei wichtig für die Konzentrationsfähigkeit. All diese Dinge würden im Rahmen der Präventionsinitiative angesprochen. Überzeugt habe sie auch, dass die Eltern in das Projekt eingebunden werden, so Klingel „Ich bin gespannt wo wir in drei Jahren stehen.

Petra Klingel habe im Grund schon alles gesagt, was er üblicherweise bei solchen Gelegenheiten sage, erklärte Heinemann. „Ich habe heute die beste Einführungsrede gehört“, freute er sich. Die Schulleiterin habe das System Schule sehr exakt beschrieben. Eigentlich könne er jetzt nur noch raten auf dem Weg weiterzugehen, der hier bereits beschritten werde.

Das Projekt sei bereits 2004 in der Schweiz gestartet, berichtet Heinemann aus der Anfangszeit. 2009 habe es in Deutschland begonnen. 1.400 Schulen seien in beiden Ländern bereits beteiligt. 2.000 Schulen sollen in Deutschland in den nächsten drei Jahren hinzukommen. „Stuttgart ist die zehnte Stadt in Deutschland in der wir das Programm starten“, so Heinemann.

Fit4future habe sich über die Jahre immer weiter entwickelt. Begonnen habe man mit einer roten Tonne voller Spielsachen. Die Tonne gebe es immer noch, sie sei inzwischen aber orange. Im laufe der Zeit sei das Thema gesunde Ernährung dazu gekommen und schließlich auch noch Brainfitness weil die psychische Gesundheit der Kinder auch extrem wichtig sei. Die Schirmherrschaft in Deutschland habe Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe übernommen. Bundesweiter Pate für das Projekt sei Skistar Christian Neureuther. „Wir freuen und, dass wir für Stuttgart als regionale Patin die deutsche Meisterin im Hochsprung Marie-Laurence Jungfleisch gewinnen konnten.

„Sport ist meine Leidenschaft“, erklärt Jungfleisch. Mit dem Projekt könne sie diese Leidenschaft und die Freude an der Bewegung weitergeben. „Ich bin gelernte Erzieherin und weiß, wie wichtig Bewegung ist“, so Jungfleisch. Es sei auch wichtig, möglichst früh Bewegungserfahrungen zu sammeln. „Es gibt sehr viele Sportarten, da ist für jeden etwas dabei“, so Jungfleisch.

Die DAK unterstütze das Projekt gerne, erklärt Tobias Tschinkel von DAK-Gesundheit Stuttgart. Dass der Bedarf nach gesundheitsfördernden Maßnahmen für Schüler und Lehrer groß ist, zeige die aktuelle DAK-Studie „Gesundheitsfalle Schule – Probleme und Auswege“ für die das Forsa-Institut 500 Lehrkräfte im gesamten Bundesgebiet befragt hat. Hauptergebnisse: Rund 70 Prozent der Lehrer stellten mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre einen Anstieg von Gesundheitsproblemen bei den Schü­lern fest. So leiden immer mehr Kinder an Konzentrationsproblemen – dieser Meinung sind mehr als 50 Prozent der Lehrkräfte. Außerdem beobachteten die Lehrer einen starken Anstieg von Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten (45 Prozent), motorischen Defiziten (36 Prozent) und psychosomatischen Beschwerden (27 Prozent). Auch bei den Lehrkräften ist die gesundheitliche Belastung hoch: Jeder Vierte macht sich sehr große oder große Sorgen, dass er aufgrund der körperlichen und psychischen Berufsanforderungen schon vor dem Pensionsalter aus dem Beruf ausscheiden muss.

Natürlich fiel der Startschuss in Sachen gesunde Schule nicht nur in Form von Reden sondern auch ganz praktisch. Unter der Anleitung von Bewegungscoach Frederic Trigault wärmten sich Schüler der Wolfbuschschule zunächst gemeinsam auf um anschließend die Spielgeräte aus der fit4futore-Tonne ausgiebig auszuprobieren. Hüpfbälle, Springseile und Reifen gehören genauso dazu wie ein Skateboard, Stelzen oder auch Fußbälle.

Zukünftig wird die Nutzung der orangefarbenen Tonne von den beiden Lehrerinnen Rita Schlautmann und Eva Hawks koordiniert. Die beiden haben bereits eine Art Fahrplan aufgestellt wann welche Klasse die Spielgeräte nutzen darf. Ab nächsten Schuljahr würden dann auch die Themen gesunde Ernährung und Brainfitness in die tägliche Arbeit einfließen, erklärt Hawks. Natürlich werde es auch Elternabende zu Thema geben.

Das Programm sei so angelegt, dass Ergebnisse ständig evaluiert werden, so Heinemann abschließend. „So können wir wenn nötig schnell nachjustieren“. Natürlich sei man auch über Rückmeldungen und Anregungen von Seiten der Projektteilnehmer sehr dankbar. Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Internetseite www.fit-4-future.de. Dort finden auch am Projekt interessierte Schulen alle relevanten Kontaktdaten.

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