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Handlungskonzepte für lebendige Stadtteilzentren – Bezirksbeirat stimmte nach zäher Diskussion zu

Auf der ersten Sitzung des Bezirksbeirates Weilimdorf nach der Sommerpause am Mittwoch, 20. September 2017, stand als größter Tagesordnungspunkt die Berichterstattung und Empfehlungen der GRDrs 518/2017 (“STADTTEILZENTREN KONKRET – Handlungskonzepte für lebendige Stadtteilzentren”) auf der Tagesordnung. Nach zäher Diskussion und Abänderung Weilimdorf betreffende Passagen stimmt der Bezirksbeirat dem zu.

Es geht in der Gemeinderatsdrucksache “518/2017”, die von Frank Gwildis (Foto 1. v.r.) und Herr Dr. Hermann-Lambert Oediger (2. v.r.) dem Bezirksbeirat vorgestellt wurde, vornehmlich um die Umsetzung neuer Handlungskonzepte für lebendige Stadtteilzentren die Stuttgarter Stadtbezirke Vaihingen, Zuffenhausen, Bad Cannstatt, Feuerbach, Untertürkheim und eben Weilimdorf betreffend: So hat sich von 2008 bis 2016 die Verkaufsfläche in Weilimdorf von 9.500 auf 8.900 Quadratmeter verkleinert, statt 68 gibt es nur noch 56 Betriebe bzw. Unternehmen und die Leerstände haben sich fast verdoppelt.

In mehrere Workshops, an denen das Bezirksamt, Vertreter von Weilimdorfer Unternehmen, Grund- und Hauseigentümer sowie Vertreter der Wirtschaftsförderung und Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung vor Ort getroffen haben, wurden mit Beratung durch das Büro Dr. Donato Acocella Stadt- und Regionalentwicklung Analysen zur aktuellen Situation sowie gemeinsame Empfehlungen für die Fortentwicklung sowie Schlüsselprojekte für Weilimdorf erarbeitet. Dazu zählen:

– Fortlaufende Umsetzung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes Stuttgart
– Erneuerung und Aufwertung Öffentlicher Raum
– Schaffung von Frequenzbringern/ Ankernutzungen in den Zentren
– Kommunaler Flächenerwerb zur Aktivierung und Standortentwicklung
– Einleitung von Städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen
– Stärkung der Wohnfunktion in den Zentren
– Quartiersentwicklung durch Privatinitiative (GQP)
– Förderprogramm zur Revitalisierung und adäquaten Nutzung von Ladenlokalen
– Unterstützung der Revitalisierung von Ladenzentren in WEG-Eigentum (u. a. Löwen-Markt, Storchenmarkt)
– Einrichtung eines kommunalen Investitionsfonds

Für Weilimdorf im einzelnen bedeutet dies, dass eine Erweiterung des Lidl in der Pforzheimer Straße geprüft werden solle, der Löwenmarkt und seine Zugänge modernisiert, der Löwen-Platz und das Kiesbett neugestaltet, die Glemsgaustraße als Einkaufsstraße aufgewertet und der Platz vor der Oswaldkirche und dem historischen Ensemble mehr in das Weilimdorfer Stadtleben eingebunden werden sollen. Hinzu kommt der Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung der Pforzheimer Straße mit Zusammenlegung von Verkaufsflächen und entsprechend bessere wie mehr Querungsmöglichkeiten dieser Durchgangsstraße – wie es z.B. in Gerlingen, Ditzingen und Korntal erfolgreich praktiziert wurde.

Während sich nun die Stadtverwaltung gegen die Einrichtung eines kommunalen Investitionsfonds sperrt, konnten sich CDU, AfD und Freie Wähler nicht mit einer verkehrsberuhigten Pforzheimer Straße anfreunden und erreichten mit einer Vorabstimmung, dass die Bezeichnung “Geschwindigkeitsreduzierung” unter Beibehaltung der Aufführung “verkehrsordnende Maßnahmen” aus der Beschlussvorlage gestrichen wird. Im Gegenzug einstimmig vom Bezirksbeirat gefordert wurde die Einrichtung eines kommunalen Investitionsfonds für Weilimdorf – denn letztlich dürften die angedachten Handlungskonzepte in der Umsetzung über die Jahre hinweg Millionensummen kosten, weshalb der Ansatz in der Beschlussvorlage von “150.000 Euro für die Umsetzung einzelner Maßnahmen” in allen beteiligten Stadtbezirken zusammen wohl kaum mehr als für ein paar sprichwörtliche Blumentöpfe reichen dürfte.

Kritisiert wird von den Weilimdorfer Bezirksbeiräten, dass nun auf Verwaltungsseite “weitere Untersuchungen” durchgeführt werden sollen – was Anne Essig (GRÜNE) zur frustrierenden Aussage “Was soll denn noch alles untersucht werden? Die Arbeitskreise haben doch gute Arbeit geleistet!” brachte. Auch andere Parteivertreter zweifeln am Willen der Stadt an einer baldigen Umsetzung: “Man kann es doch an der Sanierung des Kiesbett erleben, dass die Umsetzung bereits bei beschlossenen Projekten nicht funktioniert”, so Dieter Benz (SPD). Auch Michael Schrade (Freie Wähler) bemerkte enttäuscht: “Ich befürchte nach den Erfahrungen der Vorjahre, dass die Pläne auf der Strecke bleiben”.

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