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Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr: 125-Jahr-Feier im Fokus

Auf ihrer jährlichen Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weilimdorf stand neben einem Rückblick auf das ereignisreiche Jahr 2015 wie die Beförderung einiger Kameraden vor allem die 125-Jahr-Feier vom 3. bis 6. Juni 2016 im Fokus.

Auf ihrer jährlichen Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weilimdorf stand neben einem Rückblick auf das ereignisreiche Jahr 2015 wie die Beförderung einiger Kameraden vor allem die 125-Jahr-Feier vom 3. bis 6. Juni 2016 im Fokus.

Feuerwehrkommandant Dietmar Weber blickt eingangs auf das Jahr 2015 zurück, das der Freiwilligen Feuerwehr Weilimdorf 126 Einsätze bescherte, nur zwei weniger als 2014 – und insgesamt weiter ein hohes Niveau. Seit 2012 liegen die Einsätze der Feuerwehr jedes Jahr durchwegs im dreistelligen Bereich: für die ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden wie die betroffenen Arbeitgeber, die den betroffenen Mitarbeitern nicht nur zu Brandeinsätzen, sondern auch zu Übungen und Fortbildungen frei geben müssen: „Die Arbeitgeber murren immer öfter!“, stellte Dietmar Weber fest – ein Rezept gebe es aber nicht, abgesehen von der Möglichkeit, wenigstens einen Teil von Fortbildungen wie Übungen in die Abendstunden zu verlegen. Angesichts 13.588 im Jahr 2015 ehrenamtlich erbrachten Einsatzstunden kann man schnell ausrechnen, dass für Familie und Freizeit kaum noch Zeit übrig bleibt.

Lichtblick in 2015 war die Übergabe und Indienststellung des neuen „HLF 20“ am 22. Mai, die der stellvertretenden Kommandant Heiko Schroff mit einem Video nochmals präsentierte: in einer bewegenden Show fuhr das mit Blumen geschmückte Fahrzeug durch eine (künstliche) Nebelwand auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus in der Glemsgaustraße 100 ein. Das Fahrzeug wurde im Beisein der Pfarrer Hartmut Häcker (evang. Oswald-Wolfbusch-Kirchengemeinde) und Pfarrer Schäfer (kath. St. Theresia-Gemeinde) geweiht und in Dienst gestellt. Die Weilimdorfer Feuerwehr verfügt daher inzwischen mit über den modernsten Fuhrpark ein Einsatzfahrzeugen: Während in ganze Stuttgart noch ca. 60 bis 70 Prozent der Feuerwehr-Dienstfahrzeuge noch nicht mal über eine rote (Feinstaub-)Plakette verfügen, kann Weilimdorf stolz auf durchwegs grüne Plaketten an den Fahrzeugen sein.

Bemängelt wurde durch Weber und Schroff, dass die Landeshauptstadt Stuttgart der Feuerwehr neue EDV zur Verfügung gestellt hat, jedoch keine Personalstelle, die die Technik einrichtet bzw. entsprechende Schulungen an der neuen Technik überhaupt ermöglicht. Die Verwendung bleibt also in einem eingeschränkten Zustand. Ingo Weber von der Branddirektion Stuttgart nahm die Kritik gerne auf – konnte aber auch nur darauf verweisen, dass zwar im neuen Doppelhaushalt Millionenbeträge im Gesamtvolumen von über 6 Millionen Euro in Stuttgart der Feuerwehr für Investitionen zur Verfügung gestellt wurden, jedoch die entsprechend notwendige Personalaufstockung bei der Berufsfeuerwehr trotz Zusagen aus der Politik mit Ausnahme einer neuen Stelle vom Tisch gefegt wurde. „Insbesondere von CDU und GRÜNEN sind wir wir sehr enttäuscht worden!“, so Feuerwehrkommandant Dietmar Weber frustriert. Auch die Tatsache, dass von 110.000 Feuerwehrmännern und -frauen in Baden-Württemberg nur rund 2.000 der Berufsfeuerwehr angehören, zeige, dass Städte und Gemeinden sich in einem vermehrten Maße nur auf das Ehrenamt verließen, was auf Dauer so nicht gut gehen kann.

Freuen kann sich die Freiwillige Feuerwehr Weilimdorf über Beförderungen: So wurden Valentin Wetzen und Regina Fekete zum Feuerwehrmann/-frau berufen, Benjamin Schroff und Lukas Röhrig zum Oberfeuerwehrmann, Matthias Weber und Daniel Woiwode zum Löschmeister und Tobias Weber und Steffen Vogt sind nun Brandmeister.

Eine besondere Ehrung erhielt Konrad Ritz für seine mittlerweile über 40jährige ehrenamtliche Tätigkeit bei der Feuerwehr mit der Auszeichnung mit der Floriansmedaille. Ritz erzählte schmunzelnd aus seinen Anfangsjahren, als man noch ohne Telefon oder Funkmelder zu Bränden ausrückte – meist auch nur mit 1 oder 2 Fahrzeugen aus dem Ort (in seinem Falle Markgröningen) – heutzutage unvorstellbar. Der Scheunenbrand konnte aber damals – wie heute – trotz weniger Technik und weniger Manpower ebenso gelöscht werden – und nicht nur der Durst.

Patrick Schöffner, zuständig für die Jugendarbeit der Feuerwehr in Weilimdorf, freut sich über 26 Jugendliche (darunter 1 Mädchen), die der Jugendfeuerwehr angehören. Die 3 Jugendleiter und 6 Jugendbetreuer sind vollauf mit Aktionen und Ausbildung für den Nachwuchs beschäftigt – die Warteliste ist lang: 10 Neuaufnahmen in 2015 konnten verzeichnet werden – Dank zweier Übertritte zu den Aktiven, als auch 4 Abgängen (durch Umzug bzw. Interessenwechsel). Weitere 5 Anwärter durften im letzten Jahr zur Aktiven Mannschaft aufrücken. Die 20 Übungen im vergangenen Jahr beinhalteten u.a. auch einen 24-Stunden-Dienst, beinen Besuch beim und mit dem Aussicht e.V. mit blinden Menschen, als auch der Besuch des Polizeirevier V in Bad Cannstatt. Auch wirkte man am 50-Jahre-Jubiläum der Jugendfeuerwehr Stuttgart mit. Insgesamt wurden für die Jugendfeuerwehr Weilimdorf 1270 Stunden ehrenamtlich aufgebracht.

Die weitere Ausbildung der Jugendlichen in Weilimdorf kann Dank der Kooperation mit der Gerlingen Feuerwehr in 2016 gewährleistet werden – Heiko Schroff verwies darauf, dass in Stuttgart im Sommer keine Ausbilder zur Verfügung stehen: „Ein Unding, das sind verlorene Jahre für die Jugend! Sie fehlen uns Aktiven als Kameraden.“

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Vom 3. bis 6. Juni 2016 feiert die Freiwillige Feuerwehr in Weilimdorf ihr 125jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Dietmar Weber und Heiko Schroff gaben eine Ausblick auf das Programm: So wird es am 03. Juni „Schwäbisches Kabarett im Haus der Feuerwehr mit den „Gescheidle´s“ geben – der Kartenvorverkehr wird noch im Frühling sein. Der Samstag, 04. Juni wird zum „Tag der offenen Tür“ mit Kinderspielstraße, Vorführungen, Abnahme des Leistungsabzeichens der Feuerwehr, Feuerwehrgeschicklichkeitsfahren und abends sorgt „Alpenstarkstrom“ für Stimmungsmusik. Am Sonntag 05. Juni wird es nach einem ökumenischen Gottesdienst einen Fahneneinmarsch verschiedener Feuerwehrwachen geben als auch den offiziellen Festakt mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Ebenso wird den Weilimdorfer Vereinen tagsüber die Bühne für Vorführungen zur Verfügung stehen – für die musikalische Umrahmung sorgt der Musikverein Weilimdorf. Die Glemsgaustraße soll nach Möglichkeit das komplette Wochenende über rund um das Feuerwehrhaus gesperrt werden, um mit Feuerwehrfahrzeugen eine „Blaumeile“ veranstalten zu können. Krönender Abschluss wird am Montag 06. Juni der Mittagstisch mit Handwerkern, Beschäftigten Weilemer Firmen, Bürgerinnen und Bürgern sein. Der Festausklang wird – so alles klappt – Schottisch mit Dudelsack, Feuershow als auch bei finanzieller Möglichkeit und Sponsorengeldern ein standesgemäßes Feuerwerk ohne „Löschauftrag“.

Im Anschluss an den 1. Teil dieser Hauptversammlung (die am 1. Juli mit dem zweiten Teil inkl. Wahlen und Rückblick auf das Jubiläum stattfindet) konnten sich Aktive, Nachwuchs und Altersabteilung dem Genuss von Getränken und viel Wurstsalat widmen und den Abend gemeinsam gemütlich ausklingen lassen.

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