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HBI: Am Tiefpunkt angekommen

Bei der Hbi Weilimdorf/Feuerbach hat man sich mit dem Abstieg aus der Landesliga inzwischen abgefunden. Zu groß ist der Abstand zum rettenden Ufer und mit der gezeigten Leistung ist man wohl kaum in der Lage, Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte zu besiegen. Meist reicht es ja nicht einmal gegen unmittelbare Abstiegskonkurrenten. Genau so einen unmittelbaren Konkurrenten galt es bei dem Spiel gegen die TSV Pfedelbach, die Stirn zu bieten. Dieses Unterfangen wurde im Vorfeld von diversen Ereignissen beeinflusst. Gideon Kull, Florent Stephan, Per Laukemann, Urs Wetzel und Peter Rollmann, dies ist die Liste der Spieler, die sich krankheitsbedingt abmelden mussten. Bei den verbliebenen war der Gesundheitszustand auch nicht unbedingt der beste, doch man biss die Zähne zusammen. Erfreulich hingegen, dass mit Jan Diller und Tim Wurster erneut zwei Spieler aus der A-Jugend ihren Einstand in der Herrenmannschaft gaben.

Der Mannschaft war vor dem Anpfiff bewusst, dass dieses Spiel so ziemlich das letzte sein würde, in dem ein Sieg in greifbarer Nähe sein dürfte. Dies schien der Hbi Kraft zu geben, denn man konnte sich sehr schnell mit 1:3 in Führung bringen. Doch so schnell dies geschah, nahm man sich den Vorteil auch wieder und ließ den Ausgleich zu. In der Folge gelang es keiner Mannschaft, sich einen Vorteil zu erspielen. Man sah der Hbi an, dass sie äußerst motiviert waren, manchmal auch zu motiviert. So wurde Torwart Nicolai Schmitt, der eine sehr gute Vorstellung zeigte, plötzlich in Mittelpunkt der Geschehnisse gerückt. Grund hierfür war die sehr umstrittene zwei Minuten Hinausstellung. Während eines Gegenstoßes von Pfedelbach, stürmte der Torwart hinaus und spitzelte den Ball dem Gegenspieler weg ins Aus. Der anschließende Zusammenstoß wurde von den beiden Schiedsrichter als grobes Foulspiel gewertet und mit einer zwei Minuten Strafe geahndet. Auf Grund der Krankheitsfälle innerhalb der Mannschaft stand jedoch kein Ersatztorhüter im Kader der Hbi, sodass Jan Diller in seinem ersten Landesliga Spiel auch gleich noch sein unfreiwilliges Debüt im Tor der Hbi gab. Diese umstrittene Entscheidung motivierte die Hbi nur noch weiter. Nachdem Schmitt wieder ins Tor zurückkehren durfte, war die Abwehr für die Angreifer aus Pfedelbach nicht mehr zu durchdringen. Selbst 7-Meter wurden entschärft. Der psychologische Vorteil lag ganz klar bei der Hbi, ja wenn da nicht die unterirdische Chancenverwertung im Angriff zu Buche stand. Dieses bekannte Leid der Hbi verwehrte auch in diesem Spiel, erneut in Führung zu gehen. Stattdessen konterte die Heimmannschaft aus Pfedelbach die Hbi gekonnt aus. Die Konsequenz war ein 16:10 Rückstand zur Halbzeit. Es war unfassbar, was die Hbi im Angriff verworfen hat. 100%-ige Chancen wurden nicht genutzt. Dies kritisierte auch Trainer Tim Siegesmund energisch. Würde man in der Lage sein, diese Ausbeute im zweiten Durchgang von „katastrophal“ zumindest auf das Niveau von „schlecht“ zu verbessern, dann wäre hier durchaus Punkte drin.

Die zweite Hälfte wurde von beiden Mannschaften munter begonnen, wobei die Hbi etwas im Vorteil war. So war man auch in der Lage, den sechs Tore Rückstand aus der ersten Halbzeit auf vier schrumpfen zu lassen. 40 Minuten hatte es gedauert, doch mit dem Treffer zum 20:16 war man in Schlagdistanz, doch dann geschah es. Eigentlich geschah nichts, außer dass sämtliche Spieler der Hbi aufhörten Handball zu spielen. Man will ja meinen, dass dies durchaus schon vorkam, doch eine so drastische Leistungsverweigerung war wohl auch den eingefleischtesten Handballfans noch nicht untergekommen. Im Angriff warf man den Ball ohne Auslösehandlung einfach auf das Tor, oder bugsierte ihn gleich mittels Fehlpass zum Gegner oder ins Aus. Die TSV Pfedelbach bedankte sich für dieses Verhalten mit einem Konter nach dem anderen. Doch statt Ruhe in das Spiel zu bringen, waren die Spieler der Hbi der Ansicht, dass man durch noch schnelleres Abschließen zu leichten Toren kommen konnte. Dieser Trugschluss bewirkte selbstverständlich das Gegenteil. Dass das Spiel verloren war, war allen wohl klar, doch sich in den letzten zehn Minuten von cleveren Pfedelbachern abschlachten zu lassen, sucht wohl noch lange seines Gleichen. Der Endstand von 33:22 spiegelt erneut den desolaten Angriff der Hbi wider. Mit 22 Toren hat noch keine Landesligamannschaft ein Spiel gewonnen und auch in der Bezirksliga, in der die Hbi wohl nächste Saison anzutreffen sein wird, ist mit dieser Leistung kein Blumentopf zu gewinnen.

Nächste Woche tritt die Hbi Weilimdorf/Feuerbach gegen die SG Handball Neckarsulm an, die zur Zeit auf den zweiten Platz der Tabelle steht. Schadensbegrenzung wird wohl das einzige sein, was die Hbi in diesem Spiel betreiben kann. Aber vielleicht gelingt es auch sich mal wieder als Mannschaft zu präsentieren, in der jeder für jeden kämpft und nicht nur ein paar wenige sich aufreiben.

Es spielten:

Tor: Nicolai Schmitt

Feld: Sebastian Buchfink (2/2 Siebenmeter), Steffen Heise (2), Sören Naujoks (4), Max Wildenmann (2), Sören Wolf (3), Alexander Schroer (3), Steffen Schweizer (2), Fabian Brosi (1), Marc H’lawatscheck (1), Jan Diller (1) und Tim Wurster (1).

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