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„Historische Ensemble“ des alten Ortskernes von Weilimdorf im Bezirksbeirat diskutiert

Für viel Wirbel sorgte in den letzten zwei Wochen die Ankündigung der Landeshauptstadt Stuttgart der Verkauf der Häuser “Ditzinger Straße 3-5”. Dass es sich hierbei um das „Historische Ensemble“ des alten Ortskernes von Weilimdorf handelt, scheint den Ausschüssen bei der Abstimmung wohl nicht so recht bewußt gewesen zu sein. In jedem Falle brachte dies Vereine und Organisationen Weilimdorfs auf den Plan, den Verkauf zu verhindern. Neben dem Weilimdorfer Heimatkreis und der Naturfreunde Weilimdorfs fanden sich inzwischen eine ganze Reihe weiterer Vereine und Organisationen im Stadtbezirk, die nun gegen den Verkauf des alten Ortskerns Sturm laufen. Mehr als 920 Unterschriften konnten in nicht mal einer Woche in Weilimdorf gesammelt werden, was nun auch den Bezirksbeirat Weilimdorf zum diskutieren brachte. Denn immerhin sind auch schon die meisten Fraktionen dem Aktionsbündnis beigetreten, letzter Höhepunkt war die Gründung des Vereins “Pro Alt Weil”.

Bezirksvorsteherhin Ulrike Zich gab zunächst die Chronologie des Verkaufsansinnens bekannt, denn nicht zuletzt der geschlossene Weilimdorfer Bezirksbeirat sprach sich einstimmig gegen den Verkauf aus, so lange keine Alternative an Räumen für das Gemeinwesen und die Vereine im Stadtbezirk zur Verfügung stehen: Gedacht wurde hierbei auch an das “Forum Weilimdorf”, Ankäufe von Gebäuden für das Forum wurden bis zuletzt von der Landeshauptstadt angesichts der desolaten Haushaltslage abgelehnt. Doch der angestrebte Verkauf des historischen Ortskerns mit dem “Alten Schulhaus” und “Alten Rathaus” hätte zur Folge, dass Weilimdorfs Vereine und Gruppen hier überhaupt keine Räume mehr zur Verfügung haben.

Dem gegenüber stehen allerdings auch notwendige 1,5 Millionen Euro an Sanierungskosten für das Ensemble, denn die letzte Sanierung liegt inzwischen 23 Jahre zurück – seither wurde nichts investiert, was sich nun am Bauzustand rächt. SPD-Bezirksbeirat Dieter Benz ging sogar so weit, dies als “verfallen lassen” zu bezeichnen. Die Werschätzung der Stadtverwaltung für die Gebäude sei sogar so gering, dass sie bei den historischen Gebäuden laut Verkaufsliste gar nur von “Bürogebäuden” spreche.

Letztlich scheiterte die Gemeinderatsfraktion der “Freien Wähler” im April 2010 mit dem Antrag, das Ensemble aus der Verkaufsliste zu streichen. Dem Neuantrag vom Gemeinderat Bernd Klingler (FDP), den Verkauf der Gebäude um mindestens ein Jahr zu verschieben, scheint nun mehr Glück beschieden zu sein, hat er doch auch die Unterschriften-Aktion sowie den neu gegründeten Verein im Rücken. Und, so Klingler, sei die Stadtverwaltung wohl nun “aufgewacht” und bemerke den schnellen Entscheidungsfehler, der den Verkauf dieser historischen Gebäude auf den Weg gebracht habe.

Bezirksvorsteherin Ulrike Zich und die Gemeinderäte Klingler (FDP) und Gulde (FW) appellierten an den Bezirksbeirat und die anwesenden Vereinsmitlieder nun gemeinsam zusammenzustehen, nicht zurück sondern nach vorne zu schauen. Der neue Verein müsse nun zeigen, was er bewirken will und kann. Nur ein “gemeinsames Engagement” könne hier die Herausnahme aus der Verkaufsliste bewirken. Allerdings müsse Weilimdorf auch der Stadtverwaltung Alternativen zum Verkauf aufzeigen – die Sanierung kostet Millionen und die Stadtkasse ist leer. Da die Gebäude unter Denkmalschutz stehen, sind die Vorgaben hoch und die Möglichkeiten gering.

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