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Hobby-Meteorologen feiern: SWR kam zum Jubiläum in Weilimdorf

(tom) Der Ring europäischer Hobby-Meteorologen e.V. hat dieses Jahr sein zehntes Vereinstreffen seit Bestehen gefeiert. Treffpunkt der Hobby-Meteorologen war heuer Weilimdorf.

Die Geschichte des Rings europäischer Hobby-Meteorologen (ReH) beginnt in Ansbach. Im Jahr 1982 begann der heute in Weilimdorf lebende Hans-Martin Goede in seiner Heimatstadt Ansbach damit Wetteraufzeichnungen zu machen. Mehr oder weniger gezwungenermaßen, denn nach einem Fahrradunfall war er damals durch ein Gipsbein ans Bett gefesselt.

Barometer war der Auslöser__

Auslöser für die Wetteraufzeichnungen war ein Barometer, das er von seinem Großvater geerbt hatte. Aus den damals begonnenen Wetterbeobachtungen ist ein bis heute sehr intensiv gepflegtes Hobby geworden. Weil ihn die Wetterbeobachtungen sehr fasziniert haben, hat Goede in der Zeitschrift „Stafette” eine Anzeige geschaltet und nach anderen Wetterbeobachtern gesucht. Wolfgang Stief aus Traunstein und Peter Krammer aus der Röhn haben sich auf das Inserat gemeldet. Beide sind bis heute beim Verein dabei – Stief hat nur zwischenzeitlich eine Pause eingelegt.

„Wir haben dann angefangen unsere Wetterdaten auszutauschen und auch immer wieder Inserate geschaltet”, berichtet Goede. Als die Zahl der Hobby-Meteorologen auf fünf angestiegen war, hatte die Gruppe beschlossen eine eigene Zeitschrift herauszugeben, den „Laubfrosch“. Im Laubfrosch veröffentlichen die Mitglieder des ReH ihre Wetterbeobachtungen und -analysen.

__Mitglieder aus vielen Ländern__

„Zunächst haben wir uns Ring deutscher Nachwuchs-Meteorologen genannt“, erzählt Goede weiter. Mit der Zeit seien aber auch immer mehr ältere Mitglieder und auch Mitglieder aus dem europäischen Ausland dazu gekommen . Deshalb wurde Mitte der 90er Jahre aus den Nachwuchs-Meteorologen der Ring europäischer Hobby-Meteorologen. „Mitte der 90er Jahre waren wir über 80 Mitglieder.” Die meisten aus Deutschland, aber auch aus Dänemark, Frankreich, Österreich Luxemburg, Großbritannien, Italien, der Schweiz und sogar aus Amerika.

Das erste Treffen der „Wetterfrösche“, wie sich die Hobby-Meteorologen mit einem Augenzwinkern selbst nennen, war 1993 in Ansbach. Damals wurde vereinbart, sich alle drei Jahre zu treffen. Beim zweiten Treffen in Stadte haben die Hobby-Meteorologen dann beschlossen, einen Verein zu gründen. Die Gründungsversammlung war im Mai 1998 in Detmold. „Im November 1998 haben wir vom Amtsgericht in Detmold dann den Bescheid bekommen, dass der Verein eingetragen ist“, erzählt Goede, der bei der Gründungsversammlung zum Vorsitzenden gewählt wurde und seither den Posten inne hat.

__Älteste Bergwetterwarte__

Weitere Treffen folgten in Berlin, Österreich, Neresheim oder Hohenpeißenberg, wo die älteste Bergwetterwarte der Welt steht. Für die Treffen lassen sich die Mitglieder immer ein Programm einfallen, das natürlich auch mit dem Wetter zu tun hat.

Beim Jubiläumstreffen in Weilimdorf, das von Goede und Yannick Garbe organisiert wur­de, standen verschiedene Stationen in Sachen Wetter auf dem Programm. Eine davon war der Obsthof Hörnle, wo Christian Hörnle den Wetterfröschen seine Wetterstation vorstellte und ihnen auch einiges über die Wildbienen und deren Bedeutung erzählte. Am zweiten Tag des Treffens bekamen die Wetterfrösche dann Besuch von einem SWR-Filmteam. Gemeinsam mit dem Team ging es zunächst hinauf zu Schloss Solitude.

Auf einer der Treppen hinauf zum Schloss stellten die Mitglieder verschiedene Wettergeräte vor. Ein Sonnenscheinautograf war zum Beispiel dabei, ein Gerät, mit dem die Sonnenscheindauer aufgezeichnet werden kann, ein Aspirationspsychrometer der die Temperatur und indirekt die relative Feuchtigkeit misst, einen Regenmesser oder auch ein Windmesser. Ein weiteres Mitglied hatte seine ers­ten Wetteraufzeichnungen mitgebracht – ein Regenbild von der Nordsee mit genauen Wetterangaben. Wundervolle Erinnerungsstücke, die deutlich machen, mit wie viel Herzblut die Wetterfrösche bei der Sache sind.

__Erfassung der Wetterdaten__

Die Geräte wurden früher alle für die Wetterbeobachtung genutzt. Heute haben die Mitglieder des ReH alle digitale Wetterstationen, die Wetterdaten gemäß der Norm der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) aufzeichnen. Festgehalten werden die Daten vier Mal am Tag, morgens um 8 Uhr, mittags um 14 Uhr, abends um 20 und nachts um 2 Uhr.

__Auf dem grünen Heiner__

Von Schloss Solitude ging es weiter auf die Wetterplattform beim Grünen Heiner. Dort waren am Himmel endlich auch einige spannende Wolkenformationen zu sehen, was nicht nur die 20 Hobby-Meteorologen, die bei dem Treffen dabei waren, sondern auch die drei Wettermoderatoren vom SWR, Michael Kost, Michael Kögel und Harry Röhrle begeisterte.

Nach dem Dreh auf der Solitude und auf dem Grünen Heiner stand ein Besuch im Funkhaus auf dem Programm. Bei der Führung durch das Haus konnten die Teilnehmer beim Filmschnitt vorbeischauen und se­hen, wie der Beitrag über sie entsteht. Auch ein Besuch im Studio stand an. Moderatorin Jana Kübel stand den Gästen dort Rede und Antwort. Der knapp fünfminütige Beitrag über die Wetterfrösche wurde übrigens noch am selben Abend gesendet. Wer die Landesschau verpasst hat, kann den Beitrag in der Mediathek des SWR anschauen. Der Beitrag ist unter diesem Link zu finden. Den Wetterfröschen sind die Sendeminuten 10 bis 15 gewidmet.

Am dritten Tag stand dann ein Besuch auf den „Schnarrenberg“ auf dem Programm, wo die Hobby-Meteorologen dem Deutschen Wetterdienst einen Besuch abstatteten und sich das Gelände sowie die Messtechnik zeigen ließen. Weiter ging es nach Großbottwar zum Aussichtsturm „Wunnenstein“ und anschließend ins Bottwartal zu Garbes professioneller Wetterstation samt Klimagarten.

Am letzten Tag stand ein weiterer Besuch auf Schloss Solitude oder alternativ ein Besuch des Turmforums in Stuttgart auf dem Programm, wo die Pläne für Stuttgart 21 eingesehen und die S21 Baustelle überblickt werden können.

__Jubiläum 2023

Ach ja, Wahlen waren bei dem Treffen des ReH turnusgemäß auch. Hans-Martin Goede wurde dort für weitere drei Jahre als Vorstand gewählt. Seine Stellvertreter sind Johann Siemens und Peter Krammer, und Kassierer ist Torsten Steinbarth. 2022 werden sich die Wetterfrösche in Schwarzenberg im Erzgebirge treffen. Klar ist auch, dass die Wetterfrösche 2023 ihr 25-jähriges Jubiläum seit Vereinsgründung feiern können. Vielleicht wieder Mal ein Grund, um mit dem Fernsehen einen Termin auszumachen.

_Fotos: Tommasi/Goede

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