img_4512-steinbaukasten

In Weilimdorf steht nun ein Kernkraftwerk






“Märklin, Anker und Co – womit Buben früher spielten”, das ist die neue Ausstellung in der Weilimdorfer Heimatstube, die am 1. Dezember 2012 (bis 16. Februar 2013) ihre Türe öffnet. Erwin Kurz und Erika Porten vom Heimatkreis stellten nun der Presse ihr “neues Spielzeug” vor, u.a. ein Atomkraftwerk!

Strahlen tun jedoch bestenfalls die Lichtstrahler in der Heimatstube, in der Erwin Kurz zu Demonstrationszwecken das Atomkraftwek zum Laufen brachte. Immerhin wurde damit problemlos automatisches Blechspielzeug betrieben – parallel begann in der gegenüberliegenden Ecke der Heimatstube eine Dampfmaschine vor sich hin zu fauchen.

“Ursache für diese Ausstellung mit technischem Spielzeug war die Ausstellung “Kinderträume” – daraufhin wollten unsere Männer im Verein auch was für ihren Spieltrieb ausstellen!”, so Erika Porten. Technisches Spielzeug tauchte in der Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals auf, anfangs war es lediglich ein Abfallprodukt der industriellen Revolution. Väter brachten Blechreste aus den Betrieben mit nach Hause und bastelten daraus für Ihre Kinder Figuren, Tiere und anderes Spielzeug. 1859 schuf Flaschnermeister Theodor F.W. Märklin mit Puppenküchen die Grundlage für sein Technik-Imperium, das 1891 die erste Uhrwerks-Eisenbahn auf den Markt brachte. Eine solche Uhrwerks-Eisenbahn (aus dem Jahr 1950) steht nun bis Februar 2013 auch in der Heimatstube, auch wenn der Betrieb der Lokomotive nicht mehr so einwandfrei funktionieren will. Ein wenig moderner ist da schon die Fleischmann-Anlage aus dem Jahr 1970, hier drehen Züge “wie ein Uhrwerk” ihre elektrischen Runden.

Die (etwas älteren) Besucher der Ausstellung werden mit dem Gang in die Heimatstube mit vielem längst Vergessenen aber dennoch Vertrautem konfrontiert, die Kindheit ist auf einmal wieder da: vom Kosmos-Baukasten über den Märklin Metallbausatz hin zur Fischertechnik und Dampfmaschinen, von automatisierten Blechfiguren, großen Metall-Spielzeugautos und Holzbahnen wie -fahrzeugen.

Selbst der lange in Vergessenheit geratene Anker-Steinbaukasten hat seinen Weg Dank einer Privatspende an den Heimatkreis den Weg ins Stüble gefunden. 1881 erfunden, dominierte der Steinbaukasten lange die Kinderzimmerwelt, unvergessen der “warme und weiche Griff” des Materials. Nach dem Krieg in der DDR zum VEB Betrieb gewandelt, musste 1963 die Produktion aber eingestellt werden, es fehlten die Kunden. Erst nach der Wende und Wiedervereinigung wurde 1995 wieder die Produktion begonnen und erfreut sich seither wieder großer Beliebtheit.

Erika Porten und Erwin Kurz freuen sich auf die neue Ausstellung – auch viele Schulklassen werden erwartet. Die Ausstellung ist immer samstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet – oder nach telefonischer Vereinbarung unter (0711) 834243.

Ähnliche Beiträge

Faschingsonline-Chorstunde 2021 des Wolfbusch-Kinder-und Jugendchor

Faschingsonline-Chorstunde mit Marvin

(EH) Helau!! So ein richtiger Cowboy, das wäre ich dieses Jahr gerne geworden, aber dann habe ich das Elefantenkostüm in der Faschingskiste gesehen und das hat mir so gut gefallen, dann bin