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Jahresfahrplan 2011 der SSB Thema im Bezirksbeirat

Dr.-Ing. Volker Christiani, Leiter Systemplanung, Stuttgarter Straßenbahnen AG und Joachim Keller, bei der SSB zuständig für das Liniennetzmanagement, standen dem Weilimdorfer Bezirksbeirat am Mittwoch, 16. März 2011, Rede und Antwort zu den teilweise spürbaren Auswirkungen der Änderungen im Jahresfahrplan 2011.

Erhebliche Änderungen gab es bekanntlich für die U-Bahn-Linien U6 und U13, was auch Auswirkungen auf die Buslinie 90 hat. Für die SSB stellt sich das Problem, dass die U13 “außerhalb” des imaginären Gradsystems des Liniennetz der SSB fährt und daher sehr viele Schnittpunkte mit anderen Linien hat. “Wir wollen an allen Übergängen die Umsteigezeiten so gering wie möglich halten!”, so Keller zu den Bezirksbeiräten. Dies gelingen nicht immer – und so habe man derzeit am Löwen-Markt stolze 7 Minuten Warte- bzw. Umsteigezeit zwischen U6, U13 und Linie 90. Eine Änderung der Bus-Abfahrtszeiten brächten hier nur Verschlechterungen, selbiges gilt auch für die Haltestelle Giebel und Salamanderweg mit Übergang von den U-Bahn-Linien auf den Bus.

Aufgrund des geringen Fahrtgastaufkommens wurde auch bei der U13 das Anfahren der Haltestelle Giebel spürbar gekappt. Nachmittags fährt die U13 nun bis nach Giebel (statt Pfostenwäldle) nur noch von 16.10 bis 17.50 Uhr, die Angebote davor und danach (zusammen 60 Minuten) wurden ersatzlos gestrichen. Im Gegenzug wurde aber der Betrieb der U6 bis 21 Uhr verdichtet, so dass vor allem Hausen nun bis zu diesem Zeitpunkt eine deutlich bessere Anbindung erfährt.

Die Verspätungen der U6 zum morgendlichen Berufsverker Richtung Innenstadt sind auf das hohe Fahrgastaufkommen gegen 07.30 Uhr zurückzuführen, hinzu kommt die volle Auslastung der Strecke zwischen Pragsattel und Charlottenplatz durch alle Linien.

Dr.-Ing. Volker Christiani erläuterte anschließend die Problematik mit der Verlängerung der U13 nach Hausen: “Verstehen Sie mich nicht falsch! Als Planer würde ich die Linie am liebsten sofort bauen – alleine die Finanzierung ist das Problem.” Denn der Ausbau des ÖPNV wurde bislang zu bis zu 80 % vom Bund mitfinanziert, diese Quelle versiegt nun durch das Entflechtungsgesetzt bis 2019. Zwar hat das Land Baden-Württemberg diese Förderung übernommen, jedoch muss die SSB für jede Neubaustrecke eine Kosten-Nutzen-Rechnung vorlegen – “und da hat Hausen mit seinen rund 3.000 Einwohnern einfach kein großes Nutzungspotential”, so Christiani. Die Planungen für die Verlängerung der U13 werden zwar in Kürze aufgenommen, jedoch machte Christiani keine großen Hoffnungen auf die Umsetzung: “Wir haben andere Stadtteile mit einer wesentlich schlechteren Anbindung als Hausen im Stadtgebiet mit deutlich mehr Einwohnern – die warten auch auf die Stadtbahn!”.

Foto (Goede): Dr.-Ing. Volker Christiani, Leiter Systemplanung, Stuttgarter Straßenbahnen AG (links) und Joachim Keller, bei der SSB zuständig für das Liniennetzmanagement (rechts)

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