still und ruhig - der März 2021 auf dem Jufa-Gelände. Foto: Goede

Jugendfarm in Weilimdorf mit kreativen Angeboten auch im Lockdown aktiv

(RED) Kreativität ist und bleibt bei der Jugendfarm in Weilimdorf gefragt, wenn es um die Kinderbetreuung während des Lockdown geht und ging.

Und auch wenn die ersten Lockerungen nun „mehr möglich“ machen – die Angebote sind „vorbehaltlich“. Bis in den Dezember 2020 hinein ging es „irgendwie“ mit der Betreuung der Kinder auf der Jugendfarm – im November konnten die Kinder sogar noch drei neue Kaninchen im Hasenstall begrüßen. Doch mit dem intensiven Betreuen der Tiere mit den Kindern war dann ab Mitte Dezember mit Beginn des „harten Lockdown“ Schluss, über den Jahreswechsel und Januar hinweg kümmerten sich die Mitarbeiter*innen und ehrenamtlichen Tierpat*innen der Jugendfarm um Hühner, Kaninchen und Ponys.

... stoisches Warten auf "Leben in der Jufa-Bude" ...
… stoisches Warten auf “Leben in der Jufa-Bude” …

Die „Winterpause“ stand aber nur auf dem Papier – das pädagogische Team der Jugendfarm war trotzdem Tag für Tag abwechselnd auf dem Gelände, die Tiere mussten ja gepflegt und gefüttert werden, Reparaturen an den Ställen durchgeführt und neue Ideen für eine Kinderbetreuung nach dem Lockdown entwickelt werden. Und so gab es bereits im Februar die Idee, Familien aus einem Haushalt stundenweise den Aufenthalt auf dem „Jufa-Gelände“ zu ermöglichen. In der Regel waren dies Kinder und ihre Eltern, die schon länger mit der Jugendfarm verbunden sind und die Regeln für das Gelände bestens kennen. Denn eine Zusammenkunft mit dem Team war aus Abstandsgründen ja nicht möglich, der einzige Kontakt war die Begrüßung beim Betreten des Gelände – und der (für die Kinder) schwere Abschied am Ende des Zeitfensters. „Vor allem Familien ohne Balkon und Garten konnten wir so in den Winterwochen ein wenig Abstand von daheim geben, damit sie mal was anderes tun und sehen“, so Laura Determann vom Jufa-Team.

die Highlights der Jufa-FotoChallange gibt es im Schaukasten zu sehen
die Highlights der Jufa-FotoChallange gibt es im Schaukasten zu sehen

Auch sonst war das Team bemüht, den Kontakt zu den Kindern nicht abreißen zu lassen. Eine Foto-Challenge wurde zu mehreren Themen an 12 Tagen vom 18. bis 30. Januar 2021 veranstaltet. Die Kinder bekamen das Thema genannt – wie z.B. Insekten im Winter, aber auch „Streifen“ oder „Blüten“ – und sendeten ihre Fotos per Mail ans Jufa-Team, das wiederum in virtueller Runde die Fotos bewertete. Das Ergebnis der Challenge ist im Schaukasten der Jugendfarm für das Publikum derzeit zu sehen. Ein weiteres „Coronaprojekt“ war die Aktion „Freude schenken“: Den Kindern wurde ein Beutel mit Informationen was zu tun ist und Material übergeben – wie z.B. eine Blanko-Postkarte, die bemalt und versendet werden konnte, einfach um „kontaktlos“ jemanden eine Freude bereiten zu können.

ein voller Erfolg: das Jufa-Memory
ein voller Erfolg: das Jufa-Memory

Regelrecht „eingeschlagen“ hat allerdings das Projekt „Jufa-Memory“. Dank eines durch Fördergelder neu erworbenen Druckers hat das Jufa-Team mehrere Fotos vom Jufa-Gelände angefertigt und auf Memorykarten geklebt. „Das Memory war der Renner schlechthin“, schmunzelten Determann und FÖJ-lerin Carla Gröner.

Vom September 2020 bis August 2021 ist Carla Gröner als „FÖJ“ (Freiwilliges ökologisches Jahr) auf der Jugendfarm Teammitglied: „Die letzten Wochen habe ich dazu genutzt, mein Ö-Projekt zu entwickeln und vorzubereiten“, so Gröner. Hier geht es um das Bienensterben, mit dem sich die Kinder in diesem Jahr auseinander setzen dürfen. So erhalten die Kinder entsprechendes Infomaterial bzw. so es die Kontakte ermöglichen, wird Gröner mit den Kindern direkt an der Umsetzung arbeiten. Für daheim wird es einen Blumentopf und Samen geben, damit die Kinder zu Hause eine „Bienenweide“ züchten können.

haben sich gut seit November eingelebt: 3 neue Kaninchen auf der Jufa
haben sich gut seit November eingelebt: 3 neue Kaninchen auf der Jufa

Wie es nun weitergeht? Alles eine Frage der Indizes und Corona-Entwicklung im Allgemeinen. Ab dem heutigen 16. März wird das Jufa-Gelände für Kleingruppen wieder geöffnet, für die es eine Anmeldung braucht. „Wir müssen da weiter flexibel bleiben, wir bereiten nur kleine Projekte vor und planen erstmal nur bis zum Ende der Osterferien“, so Determann hoffnungsvoll und dennoch leicht gefrustet. Im Vordergrund steht erst einmal für die teilnehmenden Kinder die allgemeine Tierpflege. Als die Kaninchen im November auf die Jufa kamen, waren sie Jungtiere – nun sind es richtige Brummer. „Da werden so manche Kinderaugen staunen, was die für einen Wachstumsschub hingelegt haben!“, schmunzeln Determann und Gröner.

Die Jufa im Lockdown - ein großer Hühnerstall!
Die Jufa im Lockdown – ein großer Hühnerstall!

Für die Zeit im Frühling und Sommer wird es durch Petra Pauling weitere tiergestützte Angebote für die Kinder geben, sei es die Fortbildung zum „Hasenmeister“ (mit Kaninchen….), oder auch der „Ponymeister“. Neu geboren ist die Idee des „Hühnermeister“ und wird wohl neu ins Angebot aufgenommen. Ob die Hühner dann durch die ausgebildeten „Meister“ auch mehr Eier legen werden, sei erst einmal dahingestellt. Denn da in den letzten Monaten die Hühner kaum Kinder auf der Farm erlebten, haben diese sich auf dem Gelände breit gemacht. Statt fest getrampelten Rasen und Mulch waren die Hühner schwer damit beschäftigt, weite Teile des Gelände sprichwörtlich umzugraben – streckenweise gleicht alles eine gescharrten „Buckelpiste“.

... ich wollt Du wärst ein Huhn gackgack...
… ich wollt Du wärst ein Huhn gackgack…

Grob umrissen sind bereits auch die Sommerferien im August und September. Das 2020 ausgefallene Sommerferienprogramm „Reise durch die Zeit“ soll nun in den ersten beiden Ferienwochen stattfinden, in den übrigen Ferienwochen sind eine Tier-, Sport- , Bau- und Naturwoche geplant. Statt der üblichen Schließwoche in den Sommerferien wird es nur zwei Freitagsschließungen geben. Ob und wieviel Kinder an dem Sommerferienprogramm teilnehmen werden können, ist jetzt „coronabedingt“ noch offen. In die Detailplanung willl das Team nach Pfingsten gehen: „Es macht keinen Sinn, jetzt schon Anmeldungen zu ermöglichen, wenn wir am Ende allen oder vielen doch nur absagen müssen“, so Determann.

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