Bombenentschärfung Seewald Korntal 28.3.2021

Kein Waldspaziergang trotz – bzw. wegen “Bombenwetter”

(ARO) Auf ihren gewohnten sonntäglichen Waldspaziergang im Seewald mussten am Morgen des 28. März 2021 zahlreiche Bewohner von Korntal-Münchingen und Neuwirtshaus verzichten.

Verhinderungsgrund war allerdings nicht etwa eine neue Corona-Verordnung oder schlechtes Wetter, das war wahrhaft „bombig“, sondern drei leibhaftige britische Fliegerbomben.

Hinweise auf diese gefährlichen Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg hatten Luftbildauswerter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Baden-Württemberg auf Luftbildern entdeckt. Von den 34 Beschäftigten, dieser beim Regierungspräsidium Stuttgart angesiedelten Behörde, befassen sich sechs Spezialisten ständig mit der Auswertung von Luftbildern, welche von den Alliierten nach den Angriffen gefertigt wurden.

Bombenentschärfung Seewald Korntal 28.3.2021Nachdem weitere Untersuchungen vor Ort bestätigten, dass sich im Erdreich tatsächlich mehrere gefährliche Blindgänger befinden, wurde zusammen mit der Stadtverwaltung Korntal-Münchingen die Entschärfung geplant.

Da sich der Fundort glücklicherweise mitten im Seewald befand, beschränkte sich der zu evakuierende Personenkreis auf knapp 50 Bewohner von Kallenberg. Diese mussten am Sonntagmorgen bis 8:00 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Die Evangelische Kirchengemeinde Münchingen-Kallenberg stellte dankenswerterweise ihren Gemeindesaal in Kallenberg als Notunterkunft zur Verfügung.

Bombenentschärfung Seewald Korntal 28.3.2021Ab 8 Uhr sperrten dann mehrere Dutzend Polizeibeamte der Reviere Ditzingen und Zuffenhausen, neben einigen kleinen Straßen, die B10 zwischen der A81 und Neuwirtshaus für den kompletten Verkehr. Ebenfalls wurde sämtliche Zugänge zum Waldgebiet Seewald durch Streifenbesatzungen abgesperrt und kontrolliert, Unterstützung erhielten sie dabei durch eine Drohne des Polizeipräsidiums Ludwigsburg.

Nachdem sicher feststand, dass sich im Gefahrenbereich keine Personen mehr aufhalten, begannen die Feuerwerker des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit ihrer gefährlichen Arbeit. Unterstützt von einem kleinen Raupenbagger legten sie die Blindgänger frei.

Bombenentschärfung Seewald Korntal 28.3.2021Bei den dann freigelegten Bomben handelte es sich um drei GP 500, britische Luftbomben mit einem Gewicht von etwa 250 Kilogramm, deren Zündeinrichtung aus einem Aufschlagzünder bestand. Allerdings war, was die Arbeit der Feuerwerker erleichterte, lediglich noch eine Bombe wirklich zündfähig. Während sich bei einer GP 500 kein Zündmechanismus mehr im Gehäuse befand, war der der zweiten fehlerhaft zusammengebaut und somit funktionsunfähig. Als unerwarteten „Beifang“ fanden die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes dann noch die Überreste einer, ebenfalls britischen, GP 250 vor, die im Boden detoniert war. Die Trümmer dieser Bombe wurden, wie die entschärften GP 500, mit Hilfe des Baggers auf ein Spezialfahrzeug verladen und zum Munitionszerlegebetrieb in Sindelfingen abtransportiert. Dort werden die Bomben dann endgültig vernichtet.

Somit konnten gegen 10:15 Uhr die Sperrungen und die Evakuierung aufgehoben werden und der Wald für einen, verspäteten, sonntäglichen Spaziergang bei Bombenwetter freigegeben werden.

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