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Kinderbetreuung in Weilimdorf: es brennt an allen Ecken und Enden

Weilimdorf ist ein junger Stadtbezirk von Stuttgart – das ist längst bekannt. Doch Jahr für Jahr hinkt die Landeshauptstadt der Familien-Entwicklung in Weilimdorf hinterher: Waren es 2007 noch 1.730 Kinder unter 6 Jahren, die Weilimdorf, Pfaffenäcker, Wolfbusch, Bergheim, Giebel und Hausen mit Leben füllten, waren es am 31.12.2009 schon 1.847, also 117 Kinder mehr. Betreuungsangebote gibt es aber nur für 1.165 Kinder.

Oliver Herweg von der Jugendhilfeplanung des Jugendamtes der Stadt Stuttgart zeigte sich am Mittwochabend, 20. Oktober 2010 vor dem Weilimdorfer Bezirksbeirat “kampfbereit”, die erhebliche Unterversorgung an Kinderbetreuung mit “allen Mitteln” anzugehen.

Derzeit können in Weilimdorf nur 215 von 905 Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren mit Betreuungsangeboten versorgt werden, das sind gerade mal 24 Prozent Versorgungsgrad (Vergleich: Stuttgart gesamt 29 %). Besser schaut es da bei den 3 bis 6jährigen aus: Hier gibt es 950 Platzangebote für 942 Kinder, der gesetzliche Rechtsanspruch kann also erfüllt werden. Doch bis 2013 muss und will die Stadt Stuttgart den Versorgungsgrad im Kleinkindbereich auf mindestens 35, besser 50 Prozent anheben. Das verlangt allein die neue Gesetzeslage.

Um einen Versorgungsgrad von 35 Prozent zu erreichen, müsste die Landeshauptstadt in Weilimdorf 100 neue Plätze schaffen, für einen Versorgungsgrad von 50 Prozent immerhin 230 Plätze (23 Gruppen zu je 10 Kleinkindern). Angesichts der knappen Resourcen und Finanzmittel in der Landeshauptstadt eine reine Sisyphos-Arbeit. Denn vor allem in Giebel ist die Situation dramatisch: 169 Kinder unter 3 Jahren brauchen einen Betreuungsplatz, 6 Plätze sind nur vorhanden.

Oliver Herweg wies darauf hin, dass derzeit 43 neue Kleinkindplätze in Weilimdorf in der Planung und Umsetzung sind. Diese würden durch die Sanierung der Einrichtung Landauer Straße, der Erweiterung des Salvator-Kindergartens, der Umwandlung von Plätzen im Grubenäcker und an der Pirmasenser Straße sowie in Hausen erreicht.

Überlegungen für weitere 50 Kleinkindplätze bestehen durch eine mögliche Aufstockung der Einrichtung in der Thaerstraße von 3 auf 5 Gruppen, Bau einer neuen Einrichtung im Giebel mit 4 Gruppen (Kinder- und Jugendhaus-Sanierung an der Mittenfeldstraße) und nach Möglichkeit die Übernahme des Gemeindehauses in Hausen von der evangelischen Stephanuskirche.

Unverständnis angesichts dieser dramatischen Zahlen zeigten die Bezirksbeiräte über allen Parteien hinweg darüber, dass bei diesem Mangel Einrichtungen wie in der Oppenheimer Straße aufgelöst bzw. Planungen für eine Einrichtung im Molchweg aufgegeben wurden. Hier erhielt Oliver Herweg die Hausaufgabe, eine gute Erklärung für diese Entwicklung vorzulegen. Auch sei zu prüfen, ob bestehende (große) Wohnungen an “Brennpunkten” des Versorgungsgrades vorübergehend von der Stadt anzumieten wären, um wenigstens eine gewissen Grundversorgung anbieten zu können.

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