spd-presse07022011

Klaus Hummel referierte bei SPD-Veranstaltung über gelungene Ganztagsschule

„Eine Schule muss sich ums Kind kümmern, nicht um die Lehrerinnen und Lehrer und nicht hauptsächlich um die Eltern“ stellt Klaus Hummel, Rektor der Burgschule Esslingen und Berater des Regierungspräsidiums für Ganztagesschule am Beginn seines Vortrages fest.

Deshalb müsse sich die Schule zum Lebensraum entwickeln, zu einem Umfeld, in dem auch soziale Bildung möglich wird, zum Raum von Gemeinschaft (mehr als 20% sind Einzelkinder). Deshalb muss Ganztagesschule mehr sein, als ein ganzer Tag Schule nach dem hergebrachten Muster.

SPD-Landtagskandidatin Ruth Weckenmann kritisierte an dieser Stelle, dass genau hier das Konzept des G 8 in die Irre führen würde: Hier wurde genau der Fehler gemacht, einen ganzen Tag Schule einzuführen, weil sich die Landesregierung weigere, die Notwendigkeit von Ganztagesschulen anzuerkennen und die damit verbundenen Kosten scheue, zu Lasten der Kinder!

Für Klaus Hummel ergibt sich die Erfordernis von Ganztagesschulen auch aus einem ganz anderen Zusammenhang: Mehr als die Hälfte der Eltern (54%!) von Kindern unter 15 Jahren sind tagsüber nicht mehr zu Hause, das heißt, dass diese Kinder den Nachmittag meist alleine verbringen müssen. Diese Lücke kann eine gute Ganztagesschule schließen, die neben der Bildung eben auch Erziehung leisten können muss. Dabei kann eine Ganztagesschule neben verlässlicher Betreuung auch eine erweiterte Lernzeit, intensive Lernförderung und Unterstützung bei der Talententwicklung bieten. Dass dies nicht auf Kosten des Familienlebens geht, zeigt eine aktuelle Erhebung, nach der Schüler von Ganztagesschulen genau so viel Zeit gemeinsam mit ihren Eltern verbringen wie Schüler von Halbtagsschulen.

Ruth Weckenmann forderte, dass die Ganztagesschule umgehend im Schulgesetz als Regelschule anerkannt werden müsse. Da es im Land bereits über 1000 Ganztagesschulen gebe, müsse dieser Schultyp endlich als Regelschule anerkannt und die erforderlichen Gelder bereitgestellt werden.
In der Diskussion, an der auch viele Vertreter von Weilimdorfer Schulen teilnahmen, wurde auch schnell deutlich, warum nur relativ wenige Anträge auf die Einrichtung von Ganztagesschulen gestellt werden. Die Schulleitungen gerade an kleinen Schulen können den Verwaltungsaufwand nämlich gar nicht leisten, da sie neben den großen organisatorischen Aufgaben auch noch in erheblichem Umfang unterrichten müssen. Das für die Ganztagesschule zur Verfügung gestellte Deputat reicht kaum aus, um den Anforderungen gerecht zu werden. „Die Schulen werden alleine gelassen“ stellt Ruth Weckenmann am Ende ernüchtert fest, „die Schulpolitik muss endlich zu ihrer Verantwortung stehen. Zum Wohle der Kinder!“

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