U13_hausen

Kontroverse Diskussion um Wunsch nach einer Verlängerung der U13 bis nach Hausen

Auf der Tagesordnung des Bezirksbeirates las sich der Punkt 6 “ÖPNV, Fortschreibung des Nahverkehrsplans, Erweiterung des Stadtbahnnetzes durch Verlängerung der U13 vom Giebel nach Hausen und Verknüpfung mit der S-Bahn-Station Weilimdorf” eher als Thema, dass vom logischen Standpunkt her nur mit einem einstimmigen “JA” hätte durchgewunken “werden müssen”. Doch man sollte nie die Rechnung ohne Meinungen Anderer machen – und die waren am Mittwochabend überraschend heftig. Der Nahverkehrsplan der Landeshauptstadt Stuttgart sieht seit längerem den Bedarf an einer Verlängerung der U13 über Hausen hinweg bis zur S-Bahn-Station im Industriegebiet. Auch steht hier zu lesen, dass das derzeitige Busgangebot umgangssprachlich gesagt “miserabel” sei und eindeutige Lücken in der Nahverkehrsversorgung des Stadtteils am Fasanengarten bestünden.

So wurde der SPD-Antrag von den Vertretern der GRÜNEN (Anne Essig und Michael Lateier) sehr begrüßt, dass in ferner Zukunft vielleicht einmal eine U-Bahn vom Giebel aus bis zur S-Bahn fahren könne. Doch Bernd Klingler (FDP) und Jürgen Lehmann (CDU) brachten mit harten Worten die Gemüter zum Brodeln. Von unnötigem Grünflächenverbrauch war die Rede, Anträgen die die Welt nicht braucht, ausreichenden Busverbindungen würden bestehen. So bedurfte es am Ende gar der beruhigenden Worte von Bezirksvorsteherin Ulrike Zich, dass es doch lediglich um die “Fortschreibung” des bereits bestehenden Nahverkehrsplans ginge, die Möglichkeit einer U-Bahn-Linie nach Hausen nicht aus den Augen verloren werde und es doch eine sehr reizvolle Vorstellung sei, dass man – irgendwann – einmal mit der U-Bahn bis zur S-Bahn einfach durchfahren könne. Auch der anwesende SPD-Betreuungsstadtrat Robert Baumstark wies darauf hin, dass sich in Hausen die Wohnungen und Häuser vor allem deshalb sehr schlecht verkaufen ließen, weil der ÖPNV mangels Gleisen am Ort unterrepräsentiert sei. Jahrzehntelang war die Nahversorgung des Ortsteils katastrophal, erst die Ansiedelung des LIDL-Marktes habe hier endlich eine Verbesserung gebracht. Letztlich mußten sich viele Familien in Hausen gar einen Zweitwagen anschaffen, weil sonst der kinderbetreuende Elternteil mit Kinderwagen kaum Chancen habe, den Ort zu verlassen. Ökologisch gesehen der vollkommen falsche Weg.

Am Ende stimmten die Bezirksbeiräte unter Abänderung des Antrages auf Fortführung des Nahverkehrsplans und Ausfertigung einer Machbarkeitsstudie unter Berücksichtigung auch von Alternativen (wie Ausbau des Bus-Linien-Verkehrs) mit 9 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen und bei 3 Enthaltungen für den Antrag der SPD.

Vielleicht sollten die Bezirksbeiräte, die der Sache bislang negativ gegenüber stehen, doch mal einen Monat lang morgens wie abends im Berufsverkehr die Buslinie 90 nutzen, die Zeit von rund 10 Minuten für die Strecke mit all ihren Schaukeleien erleben – am besten mit Kinderwagen vor dem Bauch. Oder überlegen, ob eine ruhige Fahrt von rund 3 Minuten mit einer U-Bahn durch einen Rückbau derzeit überwiegend dreispurig befahrbaren Rappachstraße nicht die bessere Alternative sein sollte. Genausogut könne man sonst ja fordern, die U-Bahn zukünftig am Pfostenwäldle enden zu lassen und von dort aus eine Buslinie zum Löwen-Markt einzurichten.

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