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Mobile Jugendarbeit braucht mehr Platz – und Unterstützung

Die Raumsituation der Mobilen Jugendarbeit in Weilimdorf ist „suboptimal“. Seit der Gründung im Jahr 1988 hat sich die Zahl der Streetworker von zwei auf acht erhöht, die Zahl der Kinder vervielfacht. Hinzu kommt, dass der Pavillon in der Deidesheimer Straße 94 dringend eine Sanierung benötigt.

Daher begannen bereits im Jahr 2015 die ersten Planungen, wie die gewachsenen Strukturen der

Rückseitig zum bestehenden Pavillon mit zwei Clubräumen, dem Foyer, Büro und Abstellraum, sehen die Planungen einen Anbau vor, der weitere drei Gruppenräume, einen Flur, Toiletten wie einen Mitarbeiter- wie Technikraum vorsieht. Durch eine leicht verwinkelte Anlage soll ein zu drei Seiten hin geschlossener Außenbereich für eine Terrasse entstehen, um in den Sommermonaten bei schönem Wetter den Jugendlichen auch den Gartenbereich nutzbar machen zu können. Die Gesamtkosten für Sanierung des Alt- und Erstellung des Neubau bezifferte die Architektin und Herr Riesch von der MJA vor dem Bezirksbeirat auf 587.250 Euro.

Diese Summe kann von den Kirchengemeinden wie durch Spendengelder an die MJA nicht alleine aufgebracht werden, weshalb Pfarrerin Kik von der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde, Herr Riesch von der MJA und Susanne Heinzler (stellv. Vorsitzender MJA) an den Bezirksbeirat appellierten, für den Doppelhaushalt der Landeshauptstadt Stuttgart 2018/2019 sich dafür einzusetzen, dass die Stadt sich mit ca. 440.000 Euro, also etwa 75 % der Kosten, mitbeteiligt. Die Kirchengemeinden können 25 % der benötigten Gelder aufbringen.

Die Bezirksbeiräte sicherten eine Unterstützung des Vorhabens zu, insbesondere weil die MJA und das damit verbundene Engagement der Kirchen in die Sozialarbeit im Stadtbezirk mittlerweile ein fester Bestandteil in der Gesellschaft in Weilimdorf sind und nicht mehr wegzudenken sind.

Mobile Kindersozialarbeit in Weilimdorf gefragt

Cathrin Maier von der MJA stellte im Anschluss zur Präsentation die seit April 2015 bestehende Kindersozialarbeit des Mitarbeiterteams vor, das eine wissenschaftliche Begleitung durch die Diakonie Württemberg erfährt. Das Projekt wird durch eine 50-Prozent-Stelle durchgeführt. Hierbei werden die Arbeitsmethoden und Prinzipien der Mobilen Jugendarbeit auf Kinder im Alter zwischen 8 und 13 Jahren übertragen, die jugendtypische Verhaltensweisen zeigen. Kontakt zud den Kindern wird, wie bei den Jugendlichen auch, per „Streetwork“ niedrigstschwellig im öffentlichen Raum aufgenommen, bzw. an üblichen Treffpunkten im Stadtteil. Neben dem Kontakt zu einzelnen Kindern und Gruppen wird auch Kontaktpflege zu den Eltern gehalten. Arbeitsintensiv ist auch die individuelle Beratung für Kinder in all ihren Problemlagen und Krisensituationen, Begleitung und Unterstützung sowie Vermittlung zu anderen Angeboten. Hinzu kommt Gruppenarbeit – die Gruppenstärke schwankt zwischen 5 und 15 Kindern.

Aktuell betreut die MJA in Weilimdorf im Rahmen von Streetwork 175 Kinder, besonders intensiver Kontakt besteht zu 25 Kindern (14 Mädchen, 11 Jungs). Inzwischen wurden zwei Mädchenclubs gegründet, an dem Mädchen im Alter zwischen 8 und 12 Jahren beteiligt sind.

Die Projektfinanzierung der mobilen Kindersozialarbeit in Weilimdorf endet Ende Dezember 2016, eine Weiterfinanzierung über Spenden auch im Jahr 2017 scheint derzeit gesichert – ist aber langfristig keine Lösung. Daher ist der Bezirksbeirat auch hier aufgefordert, sich für einen Antrag auf Regelfinanzierung im nächsten Doppelhaushalt der Stadt Stuttgart einzusetzen. Dieter Benz (SPD) kam anschließend nicht umhin, dieser Bitte nachzukommen und sagte die angefragte Unterstützung zu. Denn – so Benz: „Wir können stolz auf unsere Mobile Jugendarbeit sein!“.

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