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Mountainbiker im Solitudewald: Gelände ist kein Abenteuerspielplatz

Früher war doch alles besser…. mag man meinen. Doch heute ist einiges noch besser, so auch der sportliche Ansporn vieler Mitbürger, sich mit Nordic Walking, Spaziergängen und Radfahren zu ertüchtigen. In den letzten Jahren hat sich im Waldgebiet zwischen Weilimdorf und Solitude aber noch eine vierte Sportgruppe ihr “Revier” erobert: die Mountainbiker. Und deren Wege sind nicht gerade die fest angelegten… Revierleiter Rudolf Bertram zeigte auf einem Waldrundgang, dass die Mountainbiker gerne die Wege meiden und um die Möglichkeiten ihrer zwei Reifen zu testen dies in letzter Zeit vermehrt im Wald direkt ausfahren. Dass sie damit Fauna und Flora nachhalten zerstören, scheint den Bikern nicht in den Sinn zu kommen. Das Forstrevier mußte nun an einigen Stellen sogar einschreiten und hat nun auf “einschlägig genutzten Waldflächen mit Abenteuercharakter” Baumstämme und Astwerk ausgelegt, um den Bikern Einhalt zu gebieten (siehe Foto).

“Hätten alle Bikes ein Kennzeichen, so hätte ich die Befugnis diese Radfahrer zu stoppen, die Personalien aufzunehmen und Bußgeldern zu verordnen!” erläutert Bertram. Doch solange die Radfahrer generell ohne Kennzeichnungspflicht durch die Landschaft fahren, muß er ohnmächtig deren Tun zwischen den Bäumen zusehen. “Die Waldtiere waren es bislang gewöhnt, dass die Spaziergänger und Radfahrer auf den Wegen geblieben sind. Sie konnten ungestört zwischen den Bäumen leben.” so Bertram weiter. Auch an die Walker mit ihren lauten Stöcken haben sie sich gewöhnt, sie flüchten meist nicht mal mehr. Doch nun erobern immer mehr Biker auch die Waldflächen ab der Wege und so wird den Tieren noch mehr Lebensraum genommen.

In den Wäldern rund um die Solitude gibt es aber auch das Problem, dass es zuviele Waldbewohner gibt. Die Reh- und auch Wildschweinpopulation wächst stetig, die Jäger haben zwar ihre Anweisungen und Quoten, neue Hochsitze sind an vielen Stellen zu entdecken. Doch statt der erhofften Tiere haben die Jagdbeauftragten inzwischen auch die Biker im Visier. Doch diese sind eben “nicht zum Abschuß freigegeben”, die Tiere wagen sich seltener tagsüber in die offenen Waldflächen. Zwar sind die Dämmerungsstunden schon immer die bevorzugten Zeiten gewesen, jedoch drängen die Feierabendwalker wie -biker die Tiere in noch spätere Stunden. Ein Kreislauf, dessen Ende noch nicht abzusehen ist.

So bleibt vorerst nur der Appell an die Vernunft, den Wald nicht auf jedem Quadratzentimeter zu nutzen sondern der Fauna ihren Lebensraum zu lassen und das Radfahren auf die “ausgewiesenen Waldwege” zu beschränken. Alternativ können sich die Abenteuer-Biker ja mal vorstellen, ein Wildschwein beim Isotonic-Drink neben sich auf der Couch sitzen zu haben… Ob das wirklich in ihrem Sinne ist?

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