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Nahversorgung in Wolfbusch: Ab Herbst 2017 mit Bonusmark „light“

Die rund 3.000 Einwohner im Stadtteil Wolfbusch von Weilimdorf haben seit Jahren kaum mehr Einkaufsmöglichkeiten vor Ort – die letzten Geschäfte am Hubertusplatz sind mittlerweile verschwunden, die Nahversorgung wie der „Wocheneinkauf“ muss per Auto in Weilimdorf und Giebel durchgeführt werden. Nun ist für den Herbst 2017 eine Lösung in Sicht.

Die „nichtmobile Bevölkerung“ in Wolfbusch ist seit langem auf den Ortsbus angewiesen – die Klagen häuften sich, dass in einer alternden Gesellschaft die „kleine Tante-Emma-Laden“ um die Ecke doch ganz praktisch wäre.

In der Bezirksbeiratssitung am Mittwochabend, 7. Dezember 2016, stellten nun Hermann-Lambert Oedinger vom Stadtplanungsamt und Torsten von Appen von der Wirtschaftsförderung den Lokalpolitikern die Beschlussvorlage der Landeshauptstadt Stuttgart vor, die einen Projektkostenzuschuss in Höhe von 70.000 Euro für einen „Bonus-Markt light“ in den Räumlichkeiten der SWSG am Hubertusplatz 2 vorsieht. Früher war dort ein Getränkemarkt beheimatet, heute ist die BW Post Mieter. So der Stuttgarter Gemeinderat das Projekt am 22. Dezember 2016 beschließen wird, was als sicher gilt, wird der BW Post in 2017 gekündigt werden – bei der Suche nach alternativen Räumlichkeiten im Stadtbezirk anschließend unterstützt. Nach einer Grundsanierung der Räume könnte zum 1. Oktober 2017 dann an dieser Stelle ein kleiner Bonus-Markt auf rund 150 Quadratmetern Fläche mit einem kleinen Sortiment von ca. 2.500 Artikeln starten, das zu 60 Prozent aus Frischeprodukten bestehen soll. Das (eingeschränkte) Sortiment wird wie bei Bonusmärkten üblich aus Segmenten der Lebensmittel bzw. Drogeriebedarfs bestehen. Betrieben werden soll der „Bonusmarkt light“ zunächst durch nur einen Arbeitsplatz, der mit einem SGB-II-Bezieher besetzt sein wird. Dieser Arbeitsplatz nimmt am Modellprojekt „kommunales Arbeitsmarktprogramm zur Sicherung der Nahversorgung“ teil und ist so finanziell abgesichert.

Von Appen und Oedinger wiesen eindringlichste darauf hin, dass das Projekt vorerst auf drei Jahre beschränkt ist. Jedes Jahr wird Bilanz gezogen und die Entwicklung der Bereitschaft der Menschen in Wolfbusch geprüft, im Bonusmarkt den täglichen Bedarf an Lebensmitteln zu decken. „Es bringt Wolfbusch und dem Bonusmarkt nichts, wenn die Menschen den Wocheneinkauf weiterhin per Auto in weiter entfernten Supermärkten durchführen und abends dann bestenfalls die Tüte Milch oder das Päckle Butter am Hubertusplatz holen. Dann ist das Projekt in drei Jahren vorbei, Wolfbusch wieder da, wo es jetzt schon ist: von der Nahversorgung abgeschnitten. Unser Appell ist daher an alle Bewohner im Stadtteil: kaufen Sie das, was Sie benötigen soweit wie möglich komplett vor Ort!“, so von Appen und Oedinger übereinstimmend.

Die 70.000 Euro der Stadt für die Bonus gGmbH für den kleinen Markt sind einmalig, sie dienen lediglich dazu die Erstausstattung mit Kühltheke, Regalen und Basissortiment zu finanzieren. Den laufenden Betrieb in den kommenden drei Jahren muss der Bonusmarkt selber durch den Verkauf der Lebensmittel und Drogerieartikel erwirtschaften.

Die Lebensmittel des Bonusmarktes im Wolfbusch sollen so weit wie möglich von vor Ort aus Weilimdorf selber stammen, um eine Identifizierung der Kunden mit „Ihrem Markt“ zu ermöglichen. Für ältere und nichtmobile Kunden wird sogar ein spezieller Bestell- und Lieferservice im Wolfbusch angeboten werden. Dies sind beste Voraussetzungen für einen nachhaltigen Erfolg – doch dieser hängt davon ab, ob die Menschen im Wolfbusch das Angebot auch umfangreich in Anspruch nehmen.

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