Neubau der Mobilen Jugendarbeit eingeweiht

(tom) Die Mobile Jugendarbeit in Weilimdorf kann sich über einen großzügigen Anbau freuen. Die neuen Räume wurden im Rahmen einer kleinen Feier eingeweiht.

Die Mobile Jugendarbeit gibt es seit 1988 in Weilimdorf. 2013 wurde im Pavillon, der von der evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde und der katholischen Kirchengemeinde auf dem städtischen Grundstück an der Deidesheimer Straße errichtet worden war, das 25-jährige Bestehen gefeiert. Schon damals war klar, dass die Räumlichkeiten aufgrund der stetig erweiterten Angebote nicht mehr ausreichen.

Im Juli 2015 war dann der Weilimdorfer Bezirksbeirat zu Gast im Pavillon, bei dem die Mitarbeiter dem Gremium die beengte Raumsituation direkt vor Ort vor Augen führten. Das Gremium war sich nach dem Termin einig, dass hier etwas geschehen muss. Gleichzeitig hatte das Gremium dazu geraten, die Kosten für eine Erweiterung zu erheben, das von den Kirchengemeinden auch gemacht wurde.

Im Januar 2017 wurden im Bezirksbeirat dann von der Evangelischen Gesellschaft (eva) die Pläne für den Erweiterungsbau vorgestellt. Für die Planungen ernteten die Vertreter der eva von allen Bezirksbeiratsfraktionen Zustimmung. Viel Zuspruch gab es für den Erweiterungsbau dann auch beim Bürgerhaushalt im Jahr 2017. Mit 2.016 Stimmen landete der Vorschlag, den Pavillon zu erweitern, in Weilimdorf mit Abstand auf Platz eins und stadtweit auf Platz elf. Beim Gottesdienst anlässlich der Einweihung bedankte sich Pfarrerin Dorothea Kik beim Bezirksamt, dem Bezirksbeirat sowie allen Weilimdorfer Bürgerinnen und Bürgern für die Unterstützung, Architektin Dina Hellmann-Schmeuser für die gelungene Planung und dem Gemeinderat, der den Bau finanziell unterstützt habe, und natürlich den Kirchengemeinden, die ebenfalls Mittel zur Finanzierung bereitgestellt haben. „Das Gemeinschaftswerk ist uns geglückt“, so Kik.

Das Haus biete Platz für Jugendliche, um sich zu treffen, sich auszutauschen, zu chillen, untereinander oder mit jemandem über Probleme zu reden, so Kik weiter. In einigen kurzen Statements hatten die Jugendlichen selbst zuvor erklärt, was sie an ihrem Treff im Pavillon besonders schätzen. Favoriten waren das gemeinsame Kochen, etwas gemeinsam mit der Gruppe zu machen, und dass man mit den Mitarbeitern sehr gut Probleme besprechen kann. Auch die Mitarbeiter gaben ihrer Freude über das neue Haus im Rahmen des Gottesdienstes Ausdruck.

Bezirksvorsteherin Ulrike Zich gratulierte dem Team und den Jugendlichen in ihrem Grußwort zu dem neuen Haus. Vor 33 Jahren habe die Mobile Jugendarbeit ihre Arbeit im Wohngebiet Pfaffenäcker aufgenommen, heute sei sie an vielen Stellen in Weilimdorf aktiv und das nicht mehr nur in der Jugendsozialarbeit, sondern vermehrt auch in der Kindersozialarbeit. „Als das damals zustande kam, hat man sich diese Dimensionen sicher nicht vorgestellt.“ Die Mobile Jugendarbeit habe im Bezirksbeirat immer über ihre Arbeit berichtet.

Der Wunsch, den Pavillon zu erweitern, sei auf gute Resonanz gestoßen. „Es war für niemand eine Frage, das zu unterstützen.“ Auch von den Betreuungsstadträten sei das Vorhaben mit Wohlwollen begleitet worden. Weiter betonte die Bezirksvorsteherin wie wichtig die Arbeit sei, die die Mobile Jugendarbeit leistet. Was man Kindern und Jugendlichen mit dem Lockdown zugemutet hat, sei extrem gewesen. Sie seien damit teilweise weit zurückgeworfen worden. „Es wird wieder eine Zeit kommen, in der das einzig Ansteckende das Lachen ist“, zeigte sich die Bezirksvorsteherin zuversichtlich.

In einem Podiumsgespräch hatten schon zuvor die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer und der Vorstandsvorsitzende der eva, Pfarrer Klaus Käpplinger diskutiert. Käpplinger hatte darin deutlich gemacht, dass sich die Mobile Jugendarbeit in Stuttgart seit ihrer Gründung immer weiter entwickelt und den neuen Anforderungen angepasst hat. Das ursprüngliche Angebot sei mehrfach erweitert worden, etwa um die Schulsozialarbeit, die Berufsübergangsbegleitung oder auch die bereits erwähnte Kindersozialarbeit. „Wir bearbeiten ein breites Feld und das ist auch gut so.“

Bürgermeisterin Fezer lobte die Flexibilität und Wandlungsfähigkeit der Mobilen Jugendarbeit. Es sei immer wieder wichtig, sich neu einzustellen. Dass dies gelingt, bewundere sie immer wieder.

Käpplinger betonte, wie wichtig es sei, den Kindern und Jugendlichen Zeit zu geben, sich zu entwickeln und auch Räume, wo sich sich treffen können. Aufgabe der Mitarbeiter sei es, Vertrauen zu den jungen Menschen aufzubauen. „Unsere Aufgabe ist es, für junge Menschen einzutreten, die schon oft enttäuscht wurden.“

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