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Neues auf dem Friedhof

Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht jedem auffällt: der Neue Friedhof in Weilimdorf ist etwas ganz besonderes. Die Gebäude und die Anlage sind als Denkmal geschützt. Dennoch ist genügend Platz, um auch den Wünschen nach neuen Bestattungsformen nachkommen zu können. Am Tag vor dem Volkstrauertag hat der SPD-Ortsverein Stuttgart-Weilimdorf zu einem Rundgang über den Neuen Friedhof in Weilimdorf eingeladen. Jürgen Grupp und Maurus Baldermann vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Landeshauptstadt Stuttgart standen dabei den zahlreichen Teilnehmern zu allen Fragen zu den Stuttgarter Friedhöfen und den verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten Rede und Antwort und informierten über die Anlage des Neuen Friedhofs, der am 24. August 1961 eröffnet wurde. Den Grabstein für die Erstbestattung stiftete die Stadt Stuttgart. Er wurde wie die Gesamtanlage und die Gebäude bereits unter Denkmalschutz gestellt und ist im oberen Teil des Friedhofs zu sehen.

Bei dem Rundgang wurde schnell deutlich, dass die angebotenen Bestattungsmöglichkeiten nicht mehr unbedingt die Bedürfnisse unserer Zeit befriedigen. Die Frage nach Baumgräbern, die in Stuttgart bisher nur auf dem Waldfriedhof angeboten werden, wurde rasch gestellt. Dabei wurde in Aussicht gestellt, dass der Neue Friedhof in Weilimdorf auf Grund seiner Beschaffenheit bei anhaltender Nachfrage als nächster für diese Bestattungsart geöffnet werden wird, sofern der Gemeinderat zustimmt. Stadtrat Robert Baumstark versprach, sich dafür einzusetzen. Die SPD-Fraktion im Weilimdorfer Bezirksbeirat wird ihn dabei unterstützen und bereits bei der nächsten Sitzung einen Antrag einbringen, in dem auch die Anlage einer Gemeinschaftsgräberanlage gefordert wird. Bei diesem Gräberfeld kann in einer gartenähnlichen Anlage ein Liegeplatz ausgewählt werden, die Pflege übernimmt dabei ein Gärtner. „Der Neue Friedhof in Weilimdorf ist für beide Bestattungsformen bestens geeignet“ stellte der Sprecher der SPD – Bezirksbeiratsfraktion, Dieter Benz fest. Und Bezirksbeirat Wilhelm Ungeheuer ergänzte: „Auch den Weilimdorferinnen und Weilimdorfern sollen diese Bestattungsformen vor ihrer Haustüre angeboten werden. Die Möglichkeiten auf unserem Friedhof sind vorhanden.“

Dem Wunsch nach einer Urnenwand erteilte das Friedhofsamt aber eine Absage: „Die Natur dominiert unsere Friedhöfe. Eine Mauer würde den grünen Gesamteindruck der Friedhofsanlage stören und zuviel Unruhe verursachen“. Geplant haben den Neuen Friedhof die Professoren Kammerer und Walter Belz, die auch die Buchhandlung Wittwer und den ehemaligen Kleinen Schlossplatz entworfen haben. Der Neue Friedhof wurde als Gesamtanlage 1971 mit dem Paul-Bonatz-Architekturpreis ausgezeichnet. Der moderne Friedhof liegt direkt am bzw. im Frauenholzwald, ist aber kein Waldfriedhof alter Prägung. Die Abteilungen sind so gestaltet, dass ein optimaler Maschinen- und Geräteeinsatz bis zum Grab möglich ist. In diesem landschaftlich reizvollen Friedhof hat man jahrzehntelang versucht in besonderem Maß auf die Gestaltung der Grabmale Einfluss zu nehmen. Seit Mitte der 1990er Jahre wurden die Gestaltungsrichtlinien gelockert; dennoch präsentiert sich der Friedhof noch als relativ geschlossenes Ensemble.

Bildunterschriften (Bild: SPD): Grabstein der Erstbestattung am 24. August 1961. er wurde von der Stadt Stuttgart gestaltet und gestiftet.

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