neujahrsempfang2009

Neujahrsempfang der SPD im Bezirksrathaus

Es war der inzwischen 19. Neujahrsempfang in Weilimdorf, zu dem die Ortsgruppe im Stadtbezirk eingeladen hatte. Eberhard Keller, Ortsvereinsvorsitzender, konnte neben einigen Gemeinderäten wie u.a. den in Weilimdorf engagierten Robert Baumstark oder auch Christoph Gulde auch Stuttgarts ehemaligen Bürgermeister Dr. Lang, Regionalräte der umliegenden Gemeinden, Weilimdorfer Bezirksbeiräte, Vorstände von Vereinen – und letztmalig als Revierleiter des Polizeireviers Weilimdorf Manfred Renkewitz begrüßen. Als Gastrednerin konnte die SPD mit Evelyne Gebhardt (MdEP) hohen Besuch aus Straßburg begrüßen. Eberhard Keller betonte in seiner Begrüßung, dass Deutschland mit dem Jahr 2009 einige Jubiläen feiere: vor 20 Jahren fiel die Mauer, die Bundesrepublik wird auch schon 60 Jahre alt und seit 90 Jahren gibt es das Frauenwahlrecht in Deutschland. Die Europäische Union habe sich seit ihrer Gründung in der Nachkriegszeit in einer wichtigen Entwicklung zu einer wahren europäischen Einheit hervorgetan, wie sie ohne bürgerliches Engagement nicht möglich gewesen wäre. Deshalb sei mit der in Paris geborenen Evelyne Gebhardt, die seit nunmehr 30 Jahren in Deutschland lebt, ein europäischer Gedanke mit dem Neujahrsempfang verbunden wie nie zuvor: Für die “vorbildliche Verknüpfung von wirtschaftlichen und sozialen Belangen” ist sie in einen Beraterkreis des französischen Präsidenten Sarkozy berufen worden, zweimal war sie schon Europäerin des Jahres (2005, 2006). Aufnahme fand sie in die Liste der zehn wichtigsten Deutschen bei der EU.

Evelyne Gebhardt (im oberen Foto links außen) zeigte in ihrer Rede ihr europäisches Profil, verwies auf die Tatsache, dass Europa nach dem zweiten Weltkrieg eigentlich zur größten Friedensmacht der Welt geworden sei – Konflikte unter den Mitgliedern werden seither am runden Tisch statt in Kriegen gesucht. Im Hinblick auf die aktuelle Situation im Nahen Osten mahnte Gebhardt, dass Europa verpflichtet sei, seine Errungenschaft des langfristigen Friedens auch dort möglich zu machen: Frankreich und Deutschland galten einst als unversöhnliche Erbfeinde, heute sind sie der Motor der Europäischen Union.

Europa sei aber noch lange nicht im Endstadium seiner Entwicklung, das Zusammenwachsen muss über die wirtschaftlichen Ziele hinaus gehen, ein Europa der Bürger müsse es werden. Immerhin exportiert das “Ländle” (Baden-Württemberg) 80 Prozent seiner Waren in die Freihandelszone Europa, da reicht es nicht, nur miteinander zu handeln, auch das private Miteinander muss funktionieren. Evelyne Gebhardt verwies daher darauf, dass Europa sozialer gestaltet werden müsse – auch wenn derzeit eine Mehrheit eine andere Entwicklung forciere: die des freien Marktes. Weniger Bürokratie möge gut sein, doch dürfe sie nicht auf Kosten der sozialen Rechte gehen, die mühsam im 20. Jahrhundert erkämpft wurden. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf eine gute Qualität der kommunalen “Daseinsfürsorge” im Dienstleistungssektor, faire Löhne sind nur ein Teil davon.

Evelyne Gebhardt fordert abschließend alle anwesenden Gäste auf, die Europawahl am 7. Juni 2009 nicht zu ignorieren, wählen zu gehen, die Mitmenschen zur Wahl aufzufordern. In Zukunft werden große Entscheidungen nicht mehr auf Länder- oder Staatenebene gefällt, sondern auf EU-Ebene. Jeder Bürger, der daher sein Wahlrecht nicht wahrnimmt, müsse sich eher fragen lassen, ob er überhaupt etwas ändern will: “Jeder der nicht wählt und schimpft, braucht auch nicht zu diskutieren, wie man etwas besser machen könne!”, so Gebhard kämpferisch. Sprachs und empfahl den Gästen, sich nun um einen guten Tropfen wie um das Buffet zu kümmern.

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