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Neujahrsempfang im Bezirksamt: Rainer Brechtken wünscht gemeinsames Anpacken

Es ist traditionell, der Neujahrsempfang der SPD im Weilimdorfer Bezirksamt – wenn auch in diesem Jahr schon zu vorgerückter Jahreszeit. In diesem Jahr konnte die SPD Weilimdorf als Gastredner Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turnerbundes und des Schwäbischen Turnerbundes gewinnen – und er gab 7 Anregungen, die die Gäste wohlwollend aufnahmen. Parteiübergreifend. Denn traditionell sind nicht nur SPD-GenossInnen geladen, sondern der Weilimdorfer Bezirksbeirat mit seinen Fraktionen, Vertreter aus dem Gemeinderat, politische Vertreter im Ruhestand und aus den umliegenden Gemeinden. Eberhard Keller vom Ortsverein ging in seinem Grußwort direkt auf die Änderungen in der Gesellschaft ein, die durch die Wirtschaftskrise langsam aber sicher auch die Komunen und damit Weilimdorf erreicht. Gespart werden muss an allen Ecken, doch Weilimdorf ist inzwischen Stuttgarts viertgrößter Stadtteil, das Bemühen um eine Werksrealschule mit all ihren Möglichkeiten soll auch den Weilimdorfer Kindern zur Verfügung stehen, die politischen Vorarbeiten sind gemacht, nun geht es in die Entscheidungsrunden. Gleiches gilt für die kriselnde Kinderbetreuung vor Ort, für hochgerechnet 5 Gruppen fehlt es an Betreuungsplätzen. Das Zentrum muss attraktiver gestaltet werden, was durch Workshops für den Löwen-Markt angestoßen wurde. Die Vereine sind mit ihren Angebotsmöglichkeiten an ihre Grenzen gestoßen, nun ist es an der Stadt, helfend einzugreifen – das Freibad für Weilimdorf, das der Jugendrat sich auf die Fahnen geschrieben hat – sei die beste Möglichkeit hierfür.

Rainer Brechtken verstand es anschließend in seiner Ansprache sehr gut, die Empfangsgäste ihn seinen Bann zu ziehen. Deutschland sei gezwungen aus der schwersten Krise heraus sich weiterhin dem Anpassungsprozess der Globalisierung hinzugeben, die Gesellschaft unterliege inzwischen einem permanenten Anpassungsdruck. Die Zeiten der “wellenartigen Kunjunkturentwicklung” innerhalb der Bundesrepublik sind vorbei, nun gilt es trotz aufbrechender familiäre Strukturen (es gibt kaum noch Mehrgenerationen-Familien an einem Ort) mit den Vereinen eine Bindewirkung zu schaffen: “Die Vereine sind nun der Kit der Gesellschaft!”, befand Brechtken. Junge Menschen müssen wieder selbständiges Handeln lernen – ihnen muss der Selbstlernprozeß wieder aufgedrungen werden, damit sie in einer globalisierten Welt den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind. Schule muss zum Lebensraum werden, die bislang gültigen Regeln sind nicht mehr umsetzbar in einer sich globalisierenden Gesellschaft, Defizite müssen ausgeglichen werden, Selbstbewußtsein gefördert werden. Im Gesundheitswesen muss weg gegangen werden von der Mentalität der Vollversorgung, die Eigenverantwortung muss gefördert werden: “Drei Dinge sind hier wichtig für den Lebenstil – Ernährung, Bewegung und geistiger Anspruch”, formulierte es Brechtken mit Blick auf die Sportvereine. Die Ethik sei wichtiger Bestandteil der Gesellschaftsstruktur – Einhaltung von Regeln ist das Erste Gebot. Die Mißachtung jeglicher Ethik war entsprechend mit Ursache für die 2009 tiefgreifende Wirtschaftskrise. Über Vereine kann man wiederum Regeln vermitteln: jeglicher Sport unterliegt Regeln – und diese gelte es auch wieder in die Gesellschaft zu tragen. “Es muss wieder eine Bereitschaft sich zu engagieren entstehen! Hier freue ich mich ganz besonders über die Arbeit eines engagierten Jugendrates!”, so Brechtken mit Blick auf die Vertreter des Weilemer Jugendrates. Das Image des Ehrenamtes hat in den letzten 30 Jahren schwer gelitten, dies gelte es nun wieder mit neuem Leben zu füllen.

Den Bogen schloss Rainer Brechtken mit Blick auf das umstrittene Großbauprojekt Stuttgart 21. “Stuttgart liegt außerhalb der europäischen Achsen – diese gehen über das Rheintal sowie über die Alpen und München bzw. von Paris über Frankfurt, Berlin nach Moskau. Stuttgart muss sich ein Bild von sich selber in 20 Jahren entwickeln – dies in Verbindung mit Stuttgart 21 ist der beste Weg.” stellte Brechtken fest. “Gegen die neue Messe auf den Fildern war vor 15 Jahren auch jeder. Heute will sie keiner mehr vermissen!”.

Brechtken wurde mit langanhaltendem Applaus gewürdigt – Wilhelm Ungeheuer dankte für den Vortrag mit einer kleinen Auswahl an “rotem, weissem und prickelndem”, bevor er das Buffet, das vom Behinderten-Werkhaus in Feuerbach in diesem Jahr zusammengestellt wurde, eröffnete.

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