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Patrozinium 2014 in St. Theresia: wenn Improvisationstheater auf überraschte Besucher trifft

Es ist guter Brauch in der katholischen Kirchengemeinde St. Theresia, dass zum Patronzinium (immer am letzten Wochenende im September) es im Gemeindesaal ein wenig ungezwungen und lustig zugeht – hierfür laden die Organisatoren jedes Jahr andere Größen aus Kleinkunst und Theater ein – heuer war es mal “Der kleine Grinsverkehr”, eine Improvisationstheater-Truppe aus Stuttgart.

Es ist guter Brauch in der katholischen Kirchengemeinde St. Theresia, dass zum Patronzinium (immer am letzten Wochenende im September) es im Gemeindesaal ein wenig ungezwungen und lustig zugeht – hierfür laden die Organisatoren jedes Jahr andere Größen aus Kleinkunst und Theater ein – heuer war es mal “Der kleine Grinsverkehr”, eine Improvisationstheater-Truppe aus Stuttgart.

Und damit haben wohl auch einige Gäste nicht gerechnet – dass statt feinster Theaterkost auf der Bühne das Publikum zum Mittelpunkt und Regisseur der Schauspieler wird. Es sei daher aus dem Lexikon des Improvisationstheaters zitiert: “Die Schauspieler improvisieren schlagfertig und verwandeln die Vorgaben der Zuschauer wortgewandt, spontan und mit ansteckender Spielfreude in kurze Szenen. Stets locker aus dem Ärmel geschüttelt und ohne jegliche Probe oder Absprache. Aus dem Stand müssen Pointen gelingen, an denen mancher Comedykünstler Tage schnitzen würde.”

So wurde gleich zu Beginn das mehr als 120 Menschen starke Publikum miteinander bekannt gemacht – vorne rum wie hintenrum, Hand auf die Schulter und jeder aufgefordert, dem Gegenüber bzw. Vordermann seine Weihnachtswünsche zu übermitteln. Und so erwuchs aus der Bekanntmachrunde gleich der erste (improvisierte) Sketch aus den banalen Worten wie “Kartoffelschälen”, “chinesisch” und “Rock`n Roll” in verschiedenen Varianten.

Nicht ganz so einfach zu kombinieren waren anschließend die Vorgaben einer Sportart Namens “Stabhochsprung” und der Darstellung dieser Athletik als menschliche Puppen. Pfarrer Schäfer wie der weibliche Gegenpart aus dem Publikum hatten sichtliche Mühe die nur durch ihre Anweisungen beweglichen “Puppen” zum Stabhochsprung zu bringen. Auch die Kombination der Begriffe “Stammheim”, “Knast”, “Justiz”, “Wasen” (Volksfest) und Oper in drei Akten forderte von den Schauspielern maximale Konzentration und Ideenreichtum, die bei einem Improvisationstheater überhaupt nur möglich ist.

Weitaus besser gelangen anschließend die “Kaufhausreklamation” mit dem “Eierschalensollbruchstellenverursacher” (kurz “Klack”), bei dem auch das Abitur nicht viel weiter half als der Hauptschulabschluss – die Lachmuskeln des Publikums wurden überreizt bei der Vorstellung, dass dieser Frühstückshelfer im Schlafzimmer an der Steckdose benutzt wurde.

Beim “Blind Date” von “Mieze03” und “Panther04” wurden verschiedenste Charaktere (lustig, beleidigt und zickig) kombiniert, die Berufsvorstellung der Stewardess mit einem Sprachfehler (Stottern) war ebenso hervorragend umgesetzt wie die CD-Präsentation im Teleshopping-Kanal zum passenden Titel “Das Schweigen”. Im Vorfeld der Begriffsfindung zu dieser Szene outete sich die anwesende Jugend im Saal allerdings als “unsportlich” (Frage: “Welche Sportart machst Du?” Antwort: “Keine”) bzw. hatte durch die Bank weg Probleme damit einen Musikstil zu benennen. Gut dass den “älteren” Jahrgängen immerhin noch “Schlager”, “Rockmusik” und “Rap” einfielen – was zum Thema “Schweigen” aber am Ende zur Erkenntnis führte: “Dann hörst Du nix!”.

Klassisches Improvisationstheater gelingt am Ende aber jedes Mal mit der Umsetzung eines Interviews in die Gebärdensprache, wenn die Spagatkatze, der Rat(d)schlag oder Dr. Juck beim “Katzenboxen”-erklären mit Händen, Beinen und Gesicht “gedolmetscht” werden muss (siehe letztes Fotos rechts).

Die Schauspieler des “Kleinen Grinsverkehr” mussten leider anfangs mit einem mysteriösen Technikproblem fertig werden, was nach der Pause aber bravourös mit dem Verzicht auf die Mikros gemeistert wurde und am Ende zu einem gelungenen Abend beitrug. Ein kleiner Kritikpunkt sei dennoch erlaubt: die gesanglichen Qualitäten des “Kleinen Grinsverkehr” sollten noch “etwas” verbessert werden 🙂 Und die kritischen Besucher konnten am Ende doch noch lachen – Abend gerettet, wir freuen uns auf 2015!

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