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Quo vadis Schulentwicklung in Weilimdorf?

Mehr als drei Stunden wurde am Mittwochabend, 29. Juni 2016, im Bezirksamt Weilimdorf mal mehr, mal weniger emotional diskutiert: Bezirksbeirat, Vertreter des Schulverwaltungsamtes, die Rektoren der Engelberg-, Rappach- und Gemeinschaftsschule als auch Elternbeiräte und betroffene Eltern trafen nahezu uneinsichtig für die gegenseitigen Probleme aufeinander.

Mehr als drei Stunden wurde am Mittwochabend, 29. Juni 2016, im Bezirksamt Weilimdorf mal mehr, mal weniger emotional diskutiert: Bezirksbeirat, Vertreter des Schulverwaltungsamtes, die Rektoren der Engelberg-, Rappach- und Gemeinschaftsschule als auch Elternbeiräte und betroffene Eltern trafen nahezu uneinsichtig für die gegenseitigen Probleme aufeinander.

Bereits auf der Mai-Sitzung des Bezirksbeirates wurde heftig die Zusammenlegung der beiden Grundschulen in Giebel/Bergheim diskutiert (weilimdorf.de berichtete) – jedoch mangels zugesagter Machbarkeitsstudie auf die Sondersitzung am 29. Juni verschoben. Die Studie liegt nun vor – doch das Ergebnis ist unvollständig und für viele Bezirksbeiräte als auch insbesondere für Schulleitung und Elternvertreter der Engelbergschule nicht umfassend: die Studie befasst sich ausschließlich mit 4 Varianten einer erweiterten Gemeinschaftsschule in Bergheim – das Zusammengehen der Grundschulen in den Gebäuden am Rappach ist in allen Planungen bereits vorausgesetzt.

Es könnte alles relativ einfach sein: Engelberg- und Rappachschule gehen mit einer Ganz- wie Halbtagsbetreuung im Gebäudekomplex der Rappachschule zusammen, die Schulbezirke werden neu angeordnet (z.B. die Gerstenhalde der Wolfbuschschule zugeschlagen, um die Querung der gefährlichen Solitudestraße für Grundschüler zukünftig auszuschließen), die Gemeinschaftsschule Weilimdorf dehnt sich auf die Gebäude der Engelbergschule aus – und idealerweise kann (so die zusätzlichen Gedanken der Redaktion von weilimdorf.de) das Walz-Areal mit einer neuen Turnhalle, Sportplatz und evtl. einem Schwimmbad für die Gemeinschaftsschule genutzt werden. Infolge dessen könnte die alte Turnhalle auf dem Schulgelände in ein Gebäude mit Platz für viele SchülerInnen umgebaut werden, die Mensa findet auch noch Platz. So ergeben sich Möglichkeiten für eine vierzügige Gesamtschule, vielleicht gar mit einer Sekundarstufe. Soweit die (langfristige) Stadtbezirksentwicklung in der Theorie.

Die Praxis zeigt, dass der Bebauungsplan für eine Einbeziehung des Walzareals (noch) gar nicht in Frage kommt (das Areal ist als landwirtschaftliche Fläche deklariert), der Bebauungsplan für das Schulgelände der Gesamtschule nur wenige Entfaltungsmöglichkeiten für mehr Gebäude (insbesondere eine dringend notwendige Mensa) vorsieht – und dies schon mit der Voraussetzung dass die Engelbergschule in der Rappachschule aufgeht. Und last but not least stehen jedwedem Gedankenspiel derzeit heftige Proteste von Eltern, Elternbeiräten und Schulleitung der Engelbergschule entgegen, die eine Schließung der Grundschule am alten Standort und Verlagerung des Schulbetriebs in den Giebel (Rappachschule) nicht hinnehmen wollen. Der zukünftige Rektor der Gemeinschaftsschule, Herr Schneider, zeigte sich in seiner Stellungnahme besorgt und betrübt über den “Gegenwind”aus der Engelbergschule: “Warum soll ich mich hier entschuldigen, dass wir eine Gemeinschaftsschule sind, die zu keinem Zeitpunkt ein Totengräber der Engelbergschule sein kann und will. Wir arbeiten jetzt schon am Limit der Räumlichkeiten, wir haben 25 Prozent zu wenige Klassenzimmer!” Angesichts der Tatsache, dass selbst wenn noch im Sommer 2016 “grünes Licht” durch den Gemeinderat für die “Ideallinie” der vorliegenden Studie verfolgt wird, alle Um- und Ausbauten zwischen 2,5 und 6,5 Jahren Umsetzungsphase benötigen, ist jetzt schon klar, dass die Gemeinschaftsschule (GMS) die kommenden Jahre mit vielen Provisorien leben und arbeiten muss. Eine Verteilung auf mehrere Standorte (Außenstellen) droht – was einen reibungslosen Schulablauf behindern dürfte.

Dem “Gegenwind” zur Machbarkeitsstudie schlossen sich am Ende bei der Abstimmung elf der Bezirksbeiräte an, fünf Bezirksbeiräte stimmten für die Studie. Aufgefordert wurde das Schulverwaltungsamt und die Stadtverwaltung, die Studie um den “ersten Schritt”, die Beibehaltung der Engelbergschule in ihren bisherigen Gebäuden, zu erweitern. Der Appell von Herrn Steiner (Schulverwaltungsamt), der Studie zuzustimmen, um eine weitere Schulraumnot der GMS in die Schranken zu weisen, konterten Bezirksbeiräte und Elternvertreter mit dem Hinweis, dass die Studie – trotz Start der Gemeinschaftsschule im Herbst 2015 – erst nach drei Jahren (noch dazu im laufenden Umsetzungsbetrieb der GMS) vorgelegt worden sei – noch dazu unvollständig.

Zusammenlegung von Engelberg- und Rappachschule abgelehnt__

In der folgenden Diskussion zur Zusammenlegung der beiden Grundschulen (GDRS 173/2016 vom 28. April 2016) sprachen Sie am Ende elf Bezirksbeiräte gegen die Zusammenlegung aus, fünf haben der Vorlage zugestimmt. Nun wird der Haushaltsausschuss der Gemeinderat Stuttgart am 27. Juli 2016 die Ergebnisse der Studie wie die Inhalte der Diskussion im Weilimdorfer Bezirksbeirat beraten.

_Runder Tisch am 6. Juli 2016

In knapp einer Woche wird es – um die verschiedenen Positionen des Für und Wider zu besprechen – einen runden Tisch mit den Schulleitungen, dem Schulverwaltungsamt und Elternvertretern geben. Für diese Gespräche stimmten 15 Bezirksbeiräte mit ja bei einer Enthaltung. Am 13. Juli 2016 wird das Thema also in der nächsten Sitzung des Bezirksbeirat neuerlich auf den Tisch kommen.

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