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Revierleiter Rudolf Bertram zufrieden mit Sommer 2008

Ausgesprochen zufrieden zeigte sich am Mittwochabend Revierleiter Rudolf Bertram vor dem Bezirksbeirat über das Wetter im Sommer 2008 und die daraus resultierende Wachstumsphase der Wälder in und um Weilimdorf: “Wir hatten ein sehr gutes Forstjahr, der Sommer ist sogar hervorragend gewesen!” Dem mögen nun Freibad-Fetischisten und Eisdielen-Besitzer nicht ganz folgen können, doch für die Natur hätte es keinen besseren Sommer geben können. Die Bäume, so Betram, “schlugen regelrecht aus”. Denn seine Messungen haben ergeben, dass die warme und dennoch feuchte Sommerwitterung den Wäldern rund um Weilimdorf teilweise Wachstumsschübe bis zu einen Meter beschert hat: “Auch konnten wir im Gegensatz zu den Vorjahren kaum Fraßschäden verzeichnen, Tockenschäden blieben auch aus.” Die allgemeine Belaubung der Bäume sei sehr gut, nur die Eichen blieben ein wenig sein Sorgenkind.

Der Großeinschlag zum Jahreswechsel 2007/2008 (weilimdorf.de berichtete) sei kaum noch erkennbar, das Grün erobere sich das verlorene Terrain zurück, alle auf den Wegen und Pfaden befindlichen Äste und Stücke dieser Aktion seien nahezu restlos entfernt. Auch wurden im Frühjahr 2008 rund 5.000 neue Bäume gesetzt. Überwiegend seien es Eichen gewesen, so Bertram, auch habe er einen neuen Versuch mit Ulmen-Setzlingen gestartet. Ebenso seien u.a. Kirschbäume, Speierlinge, Roteichen, Spitzahorn und Eßkastanien ausgebracht worden. Auf diese Weise seien nun auch die letzten Löcher vom Weihnachtsorkan Lothar von 1999 gefüllt worden.

Zufrieden zeigte sich Rudolf Bertram von der Situation beim Holzverkauf: Der Einschlag vom letzten Winter sei nahezu komplett abverkauft, die noch in den Wäldern befindlichen restlichen Holzstapel beruhen auf einer verzögerten Abfuhr der Abnehmer. Dennoch wird der Holzeinschlag im kommenden Winter zurückgefahren: die Finanzmarktkrise zeige die ersten Folgen – die Anfrage nach Holz sei nach dem Verkaufsboom im Frühjahr in den letzten Wochen “gleich null” gewesen.

Sorgen macht sich Bertram auch über die Verwaltungsreform für 2009. Die Forstwirtschaft in Baden-Württemberg wird neu ausgerichtet, sie bekommt einen eher betriebswirtschaftlichen Charakter. Auch wenn der Etat der Landeshauptstadt für den Stadtwald noch gut gefüllt sei, zeichnet sich für den Staatswald (Eigentum des Landes) eine Einsparungswelle ab: “Dies werden die Waldspaziergänger vor allem daran erkennen, dass städtische Waldwege noch gut gesplittet sein werden, während die staatlichen Wege ordentliche Schlaglöcher entwickeln dürften.” Auch personell wird es im kommenden Jahr immer enger. Ein Mitarbeiter geht in den Ruhestand, die verbleibenden drei direkten Angestellten seien gesundheitlich “zu Zweidrittel” nicht mehr im Wald direkt einsetzbar. Ob und wie Bertram also mit einem Waldarbeiter seinen Wald so pflegen kann wie bisher, bleibe abzuwarten. Auch sehen die neuen Planungen vor, dass für 10.000 Bäume nur noch 20 Stunden Waldpflege als Kennzahl vorgegeben wurden: “Hier kann sich jeder ausrechnen, was pro Baum an Zeit für Kontrolle und eventuelle Arbeiten übrig bleibt!”.

Der Bezirksbeirat zeigte sich aufgeschlossen und zufrieden mit dem Bericht zur Lage des Waldes um Weilimdorf und nahm in wohlwollend zur Kenntniss. Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, weiterhin alle erforderlichen Mittel in ausreichendem Maße dem Weilimdorfer Revier zur Verfügung zu stellen, um eine einwandfreie Waldpflege ermöglichen zu können.

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