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Rund ums “Schwäbische Meer” – Sudetendeutsche Landsmannschaft aus Weilimdorf fuhr an den Bodensee

Eine etwa 40- köpfige Reisegruppe aus Mitgliedern der Union der Vertriebenen und Flüchtlinge in der CDU, der Egerländer Gmoi, der Altvaterrunde Stuttgart und der Sudetendeutschen Landsmannschaft Stuttgart-Weilimdorf, hatte sich kürzlich auf den Weg zum Bodensee gemacht.

Erstes Ziel des Tagesausflugs, war der Neuhaus-Hof von Familie Roth in Lippertsreute bei Überlingen, wo das “Apfelzügle” die Reisenden aus Stuttgart bereits erwartete. Mit dem originelen Zug, ging es dann über Felder, Wiesen und Obstanlagen und Hans-Dieter Roth erzählte dazu von den Besonderheiten der Landschaft und der Sehenswürdigkeiten aus der näheren Umgebung. Nach der etwa 2-stündigen Fahrt stärkte sich die Reisegruppe in der Hofeigenen Besenwirtschaft bei selbstgemachter Nudelsuppe, Apfelgriebenschmalz, selbstgebackenem Brot und hausmacher Wurstplatte bevor sie dann ihr nächstes Ziel, die Insel Reichenau, ansteuerte.

Lang erstreckt sich die Insel Reichenau im Bodensee und ist bei der Anfahrt schon von weitem an der langen Allee, die Insel und Festland verbindet und deren Pappeln für den Besucher Spalier zu stehen scheinen, erkennbar. Rechts und links des Damms endlose, unter Naturschutz stehende, Schilflandschaften, und kaum dass man den Damm überquert hat, kann man ihn schon riechen, den einzigartigen Kräuterduft dieser an vielem so reichen Insel der Gärtner, Fischer und Winzer. Gewächshäuser, Weinreben und Salatfelder wechseln sich hier ab mit kostbaren alten Kirchen.
Die im westlichen Teil des Bodensees liegende „Insel Reichenau“, ist die größte Insel im Bodensee. Sie fasziniert mit ihren prächtigen Kirchen, wie der „Georgskirche“, der „St. Peter und Paul Kirche“, dem Kloster „Reichenau“, den Weinreben und ihren historischen Bauwerken. Auf der “Reichenau”, die durch einen aufgeschütteten Damm mit dem Festland verbunden ist, leben etwa 5100 Menschen. Das Inselinnere ist von Gewächshäusern zur Gemüse, – und Obstproduktion bedeckt. Da die Insel in einem ausgezeichneten Zustand erhalten ist, wurde die Insel Reichenau sogar als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Interessante Eindrücke, konnte die Gruppe dort bei der Besichtigung der St. Georgs Kirche erfahren. Die Kirche St. Georg wurde von Abt Hatto III. Ende des 9. Jahrhunderts erbaut. Hatto, der 896 mit König Arnulf zu dessen Kaiserkrönung nach Rom gereist war, erhielt dort von Papst Formosus das Haupt des hl. Georg. Er ließ die Reliquie auf die Reichenau bringen, wo sie ihren Platz in der Krypta der neuerrichteten Kirche fand. Mit dem heutigen Bau stehen noch große Teile der ursprünglichen Basilika. Acht großflächige, mehr als 4 m breite und über 2 m hohe Wandbilder im Mittelschiff zeigen Wundertaten Jesu und illustrieren die Macht Jesu über Naturgewalten, Krankheiten, Leben und Tod. Die Wandbilder entstanden Ende des 10. Jahrhunderts. Sie gehören damit zu den frühesten Zeugnissen ihrer Art nördlich der Alpen und stehen in engem Zusammenhang mit der im Reichenauer Skriptorium entstandenen Buchmalerei, die ebenfalls um 1000 ihren Höhepunkt erreichte.

Zum Abschluss der Reise an das “Schwäbische Meer”, besuchten die Stuttgarter Ausflügler noch die Basilika Birnau. Erbaut wurde die Kirche im Auftrag der Zisterzienser von Salem in den Jahren 1746 bis 1750 vom Vorarlberger Peter Thump, nachdem die ursprüngliche, etwa 3 Kilometer entfernt gelegene Marienkapelle aus dem 13. Jahrhundert mit wundertätiger Marienstatue den Ansturm der Wallfahrer nicht mehr fassen konnte. Die Basilika Birnau gilt auch als Höhepunkt des oberschwäbischen Barock. Der Innenraum wurde im ornamentalen Stil des Rokoko ausgestaltet und wirkt auch heute noch überwältigend, ein Effekt, der den Gläubigen die Größe Gottes demonstrieren soll. Zentral ist die Verehrung der Jungfrau Maria in den Bildwerken der Basilika, beginnend beim Altar mit der Marienstatue über malerische Darstellungen im Chorraum bis zum Deckenfresko im Langhaus, optisch verbunden durch ein leuchtendes Blau, der Farbe Mariens. Einmalig sind jedoch die zehn Uhren der Birnau, drei Sonnenuhren am Priesterhaus, vier Turmuhren in alle Himmelsrichtungen und drei in der Kirche selbst, von denen vor allem die Monduhr fasziniert. Betrieben werden diese sieben Uhren durch das älteste heute noch funktionierende mechanische Uhrwerk in Deutschland. Die Basilika Birnau ist auch heute nach wie vor ein beliebter Wallfahrtsort und fester Bestandteil des kirchlichen Lebens in der Region. Neben regelmäßigen Gottesdiensten und Andachten werden jährlich 18 offizielle Wallfahrten angeboten, darunter Kinder- und Familienwallfahrten.

Foto (Waltraud Illner): Ein toller Auftakt des Tagesausflugs an den Bodensee, war die Fahrt mit dem „Apfelzügle“.

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