maerzfeierSudeten2007

Selbstbestimmungsrecht der Völker sichert den Frieden

Der 4.März 1919 ist ein markantes Datum in der Geschichte der Sudetendeutschen. An diesem Tag demonstrierten in sieben Städten des Sudetenlandes die Sudetendeutschen für ihr Selbstbestimmungsrecht. Mit militärischer Gewalt der tschechischen Armee, fanden die friedlichen Demonstrationen ein Ende und forderten 54 Todesopfer und zahlreiche Verletzte unter der deutschen Bevölkerung. In einer Feierstunde im Haus der Heimat in Stuttgart, gedachten die Sudetendeutschen dieses Ereignisses. Unter den zahlreichen Gästen, die der Einladung zur Feierstunde zum Gedenken an den 4.März 1919 gefolgt waren, konnte der Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Baden- Württemberg, Dr. Werner Nowak, auch Ehrengäste wie den Bundestagsabgeordneten Jo Krummacher, die Vizepräsidentin des Landtags, Christa Vossschulte, die Landtagsabgeordneten Andrea Krüger und Dr. Rolf Schlierer, die Stuttgarter Stadträtin Iris Ripsam sowie den Vorsitzenden des Sudetendeutschen Heimatrates, Franz Longin begrüßen. Ein besonderer Gruß galt jedoch dem Landesbeauftragten der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Rudolf Friedrich, der in der von der Familienmusik Preisenhammer musikalisch umrahmten Feierstunde, die Gedenkrede hielt.

Rudolf Friedrich, der seit 1999 in der hessischen Landesregierung die Interessen der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler vertritt, forderte in seiner Ansprache das Selbstbestimmungsrecht für alle Völker und Volksgruppen und wünscht sich eine Beteiligung der Sudetendeutschen im Deutsch-Tschechischen Dialog auf politischer Ebene.

Erinnernd an die geschichtlichen Hintergründe des Gedenktages, bezeichnete Friedrich den 4.März als den „Tag der Selbstbestimmung“, der angesichts der weltweiten Ereignisse aktueller denn je sei. Würde man allein das Selbstbestimmungsrecht sprechen lassen, so Rudolf Friedrich, würde das den Frieden sichern und vielen Völkern wäre in der Vergangenheit viel Leid erspart geblieben. In diesem Zusammenhang erinnerte Friedrich an die Verpflichtung zur Nachbarschaft von Deutschen und Tschechen, die auf der unteren Ebene bereits verwirklicht werde. Ein großes Defizit sei jedoch der Ausschluss der Sudetendeutschen im politischen Dialog zwischen Deutschen und Tschechen auf Regierungsebene, die Rudolf Friedrich in seiner Gedenkrede einforderte. Dazu zähle auch die Beteiligung von Landsmannschaften bei offiziellen Regierungskonsultationen mit oder in Tschechien, die nach Meinung von Friedrich zu einer Selbstverständlichkeit werden sollten. Grundlage für einen offenen und ehrlichen Dialog, sei jedoch vor allem die Respektierung des Rechts, zu dem auch das Heimatrecht jedes Menschen zähle. Auch der ehrliche Umgang mit der gemeinsamen Geschichte von Deutschen und Tschechen, die nicht erst mit dem Jahr 1938 begann sondern bereits 800 Jahre zuvor mit der Besiedlung der Deutschen begonnen hatte, die damals auf Wunsch der böhmischen Könige ins Land gekommen waren, gehöre dazu. Versöhnung auf Regierungsebene sei jedoch ein schwieriges Terrain, so Rudolf Friedrich, verweigert doch die tschechische Regierung bis heute jegliche offiziellen Gespräche mit sudetendeutschen Repräsentanten. Doch müsse der Dialog zwischen Deutschen und Tschechen weitergeführt werden, damit Fragen der Vergangenheit die Zukunft nicht belasten. Als eine große Enttäuschung bezeichnete der Gedenkredner in diesem Zusammenhang auch die Nichtaufhebung der Benes- Dekrete durch das Europäische Parlament, so dass die Vertreibungsdekrete auch heute noch rechtsgültig sind. Auch hier gelte es in Gesprächen und Begegnungen darauf hinzuwirken, dass diese Unrechtsdekrete, die in einer Wertegemeinschaft, wie sie Europa darstellt, nichts verloren haben, beseitigt werden. Deshalb müsse nach Meinung von Rudolf Friedrich als eine der Lehren aus dem Ereignis des 4.März 1919 der deutsch-tschechische Dialog auf der Basis der jahrhundertealten Schicksalsgemeinschaft von Deutschen und Tschechen weiter fortgeführt und intensiviert werden.

Foto (Heisig): Der Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Rudolf Friedrich, hielt die Gedenkrede bei der Feierstunde der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Landesgruppe Baden- Württemberg, zum Gedenken an den 4.März 1919.

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