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Solitude-Chor präsentierte „African Sanctus“: Das Werk des Klangsammlers

Der Solitude-Chor Weilimdorf ist dafür bekannt, außergewöhnliche Werke weitab des Mainstreams einzustudieren und aufzuführen. Am Wochenende zeigte der Chor seinem Publikum, wie eine lateinische Messe und afrikanische Klänge zusammengeführt werden können. Das „African Sanctus“ des britischen Komponisten David Fanshawe überzeugte.

David Fanshawe hat gesammelt. Ein Leben lang. Fanshawe war nicht nur Komponist, sondern auch Musik-Ethnologe. Musik und Klänge aus aller Welt waren seine Berufung. Bei seinen mehrjährigen Reisen durch Afrika und die Inselstaaten des Pazifiks sicherte er die Sounds der Welt auf Tonbändern. Seine Aufnahmen sind nicht nur ein musikethnologisches Lexikon. Sie waren für Fanshawe auch die Basis für viele seiner Kompositionen. So auch für African Sanctus, ein Werk, das Originalaufnahmen aus Afrika mit dem musikalischen Rahmen eines Oratoriums verschmilzt.

Der Solitude-Chor Weilimdorf hat African Sanctus am Wochenende in der Evangelischen Kirche Steckfeld und in der Leonhardskirche in Stuttgart aufgeführt und dafür wieder einmal die musikalischen Hauptwege verlassen. Der Chor unter der Leitung von Klaus Breuninger hat sich einem ungewöhnlichen Werk zugewandt – ungewöhnlich im Klang, ungewöhnlich in der Instrumentierung, ungewöhnlich in der Umsetzung. Wenn E-Gitarre, Keyboard, E-Bass und zwei Schlagwerker das Begleitensemble bilden, Klänge ugandischer Tänze, der Gebetsruf eines Muezzins in Kairo, der Melkgesang der Massai und vieles mehr aus der afrikanischen Alltagskultur die einzelnen Sätze des Oratoriums einleiten, wird deutlich, dass der Solitude-Chor einmal mehr Offenheit für Besonderes bewiesen hat. Experimentelles hat er seinem Publikum jedoch nicht zugemutet, sondern vielmehr überraschende Einblicke in ein modernes Werk eines weltoffenen Komponisten ermöglicht. Unterstützt wurde Breuningers Ensemble von Vox Zambezi, einer Gesangsgruppe aus Sambia.

Mit großer Dynamik, mitreißenden Rhythmen, geschlossenem, präzisem Chorgesang und einer starken solistischen Leistung der sambischen Sopranistin Munalula Imbula von Vox Zambezi überzeugten Solitude-Chor, Vox Zambezi sowie die Instrumentalisten Se-Mi Hwang aus Seoul und Lukas Ehret an den Schlagwerken, die lettische Pianistin Agnese Eglina, der Bassist Roman Spilek und der Gittarist Hyun-Chul Kim.

Eingerahmt wurde das Oratorium African Sanctus von fünf Chorstücken, die der Workshopchor des Solitudechors innerhalb von nur vier Tagen einstudiert hatte, und einer begeisternden Präsentation afrikanischer Sangeskunst von Vox Zambezi.

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