missa-in-jazz_2015-21

Solitude-Chor und Wolfbusch-Kinderchor begeistern bei gemeinsamen Sommerkonzerten

Heiß ging es in diesem Sommer her. Nicht nur die Sonne strahlte unermüdlich – auch die Sommerkonzerte des Solitude-Chores waren erneut ein großer Lichtblick in Stuttgarts Kulturleben.

Heiß ging es in diesem Sommer her. Nicht nur die Sonne strahlte unermüdlich – auch die Sommerkonzerte des Solitude-Chores waren erneut ein großer Lichtblick in Stuttgarts Kulturleben.

Die Besucher der Salvator-Kirche in Giebel sowie der Marienkirche bekamen mit der auf Konzertbühnen äußerst beliebten „Missa in Jazz“ des gebürtigen Calwers Peter Schindler ein Programm geboten, das in der Interpretation des Solitude-Chores unter der Leitung von Klaus Breuninger zu überzeugen wusste.

Bei den beiden Konzerten bekam der Weilimdorfer Chor diesmal zusätzlich Unterstützung von den ganz Jungen. Als Gastensemble präsentierte ein Teil des Wolfbusch-Kinderchores unter der Leitung von Edith Hartmann ein Repertoire aus dem Film „Monsieur Mathieu und seine Kinder“.

Der französische Kinoerfolg erzählt die Geschichte eines Chorleiters, der in einem französischen Waisenhaus der Nachkriegszeit versucht, den Kindern mit Chorgesang Hoffnung und Perspektive zu geben.

Die rund 20 Kinder des Wolfbusch-Kinderchores begeisterten das Publikum nicht nur mit ihren Stimmen, die die zum Teil sehr melancholischen Lieder sicher und mit beeindruckendem Chorklang vortrugen. Darüber hinaus zeigte das Nachwuchsensemble, mit wie viel Engagement und Hingabe ein Chor aus Grundschülern sich einem musikalischen Werk nähern kann. Unter anderem bewiesen die kleinen Sängerinnen und Sänger auch durch ihre vor jedem Lied vorgetragenen Erklärungen des Filminhalts, dass beim Wolfbusch-Kinderchor nicht das bloße Einstudieren eines Werkes im Vordergrund steht.

Den Kindern war deutlich anzumerken, dass sie sich sowohl mit dem Film als auch mit den Liedern ausführlich auseinandergesetzt hatten. Sie dürften beim Publikum des Solitude-Chores zahlreiche neue Fans gefunden haben. Bleibt also zu hoffen, dass der im Anschluss gemeinsam vorgetragene Gospel „Go Down Moses“ nicht die letzte Zusammenarbeit zwischen Solitude-Chor und Wolfbusch-Kinderchor war.

Im Hauptteil der Konzerte zeigten die Erwachsenen einmal mehr, dass der Solitude-Chor nicht für Mainstream-Oratorien bekannt ist. Auch wenn sich Peter Schindlers Crossover-Messe „Missa in Jazz“ größter Beliebtheit erfreut, täuscht der melodische Tenor des Werkes nicht über die Herausforderungen hinweg, die die Messe den Musikern stellt. In Begleitung eines exzellenten Jazz-Ensembles mit Thomas Rother (Klavier), Peter Lehel (Saxophon) und Dieter Schumacher (Drums), die zum Teil bereits sehr eng mit dem Komponisten zusammengearbeitet haben, trägt der Chor die gesamte Verantwortung für die Umsetzung des Messetextes.

Dabei verlangt der durch das Werk ziehende kontrastreiche Wechsel zwischen gregorianischen Gesängen und rhythmischen bis synkopischen Jazz-Sequenzen sowie zwischen harmonischen und disharmonischen Elementen den Sängerinnen und Sängern einiges ab. Dies im Ergebnis ganz im Sinne Schindlers als zusammengehörende Einheit und verinnerlichte Interpretation des katholischen Messetextes zu präsentieren, ist ein Stück Arbeit und Sangeskunst, die nicht jedem Vokalensemble so – zumindest scheinbar – mühelos gelingt.

Klaus Breuninger und dem Solitude-Chor kann man erneut zu dieser großartigen Leistung gratulieren. So dürfte es am Ende nicht nur das Wetter gewesen sein, das den Musikern wie Zuhörern kräftig eingeheizt hat. Der verdiente Applaus an den beiden Abenden spricht für beide Ensembles für sich.

Foto: privat

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