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Stadtteilfest am sanierten Ernst-Reuter-Platz: “Weilimdorfs Wohnzimmer” eingeweiht


















Mit einem großen Festprogramm wurde im Stadtteil Giebel am 22. Juni die Neugestaltung des Ernst-Reuter-Platzes und des Stadtteilzentrums gefeiert. Um 13 Uhr eröffnete Baubürgermeister Matthias Hahn die sanierte Ortsmitte zusammen mit Bezirksvorsteherin Ulrike Zich.

“Die gelungene Umgestaltung des Ernst-Reuter-Platzes mit dem Stadtteilzentrum ist ein großer Gewinn für Giebel. Viele sind hier in der Bürgerbeteiligung aktiv und bringen sich in den Prozess der Erneuerung ihres Stadtteils ein. Dieses ausdauernde Engagement kann nicht hoch genug geschätzt werden und ich danke Ihnen ganz herzlich dafür“, sagte Hahn in seiner Rede. Bezirksvorsteherin Ulrike Zich nannte bei Ihrem Grußwort den Ernst-Reuter-Platz (ein wenig provozierend für das übrige Weilimdorf) das “Wohnzimmer von Weilimdorf”. Immerhin zeige der Giebel durch Bürgeraktionen ein für den Stadtbezirk selten aktives Verhalten, auch dass für das Stadtteilfest heute mehr Stände mitmachen wollten als am Ende Platz war. “Danke an alle, die heute hier vorbereiten, mitmachen und organisieren!”, so Zich – und meinte abschließend noch “… und halten Sie in sauber!”. Die Giebeler dankten ihr mit langem Applaus. Danach weihten Pater Konrad Werder von der Katholischen Salvatorkirche und Pfarrer Christian Löw von der Evangelischen Stephanuskirche den Platz.

Brunnenanlage begeistert__

Neu und einmalig ist die neue Brunnenanlage auf dem Ernst-Reuter-Platz. Lange war es in der Planungs- und Bauphause umstritten, ob ein Brunnen kommt und als es sicher war ging der Streit um die Unterhalts- und Pflegekosten weiter. Vorerst jedenfalls ist die Finanzierung der laufenden Strom-, Wasser- und Pflegekosten gesichert: der Brunnen wird voraussichtlich täglich von 14 bis 18 Uhr den Ernst-Reuter-Platz bereichern. Die Architekten Lang und Reich vom Planungsbüro-Stab Zeeb eröffneten am Stadtteilfest zusammen mit Baubürgermeister Hahn und Bezirksvorsteherin Ulrike Zich per “rotem Knopf” die Wasserspiele – die an diesem Tag noch bis in den Abend hinein bei sonnigem Sommerwetter die Kinder (groß wie klein) begeisterten.

__Umfangreiches Bühnenprogramm zur Erföffnung__

Das Stadtteilmanagement sowie örtliche Vereine und Institutionen hatten im Vorfeld ein vielfältiges und buntes Bühnenprogramm zusammengestellt. Für Kinder und Jugendliche gab es zusätzlich ein attraktives Spiel- und Bewegungsangebot. Ab 14.45 Uhr startete das Bühnenprogramm mit mehreren Premieren. So traten erstmals in der Geschichte des Giebel die Chöre der Salvator- und Stephanuskirche gemeinsam auf, auch die Kindergärten der Kirchengemeinden hatten einen gemeinsamen Auftritt. Es gab auch unter anderem verschiedenen Tänze des TSV, des Jugendhauses wie Seniorengruppen und Live-Musik von der Jazzband „Fidgety Feet“ und der „Lamp Fall Rhythm“ aus dem Senegal. Ab 20 Uhr sorgte die Gruppe „Fabulous South Tunes“ für die weitere Unterhaltung.

__15 Monate Bauzeit für 1,5 Hektar Gemeinfläche

Mit dem Stadtteilfest erlebte der neu gestaltete Platz seine Premiere, denn auch künftig werden Veranstaltungen, Märkte und Feste hier stattfinden, ob es sich um den traditionellen Weihnachtsmarkt oder den jährlichen Weinumtrunk der Giebler Fachgeschäfte handelt. Nach 15 Monaten Bauzeit präsentiert sich die Ortsmitte in einem neuen Glanz: Bodenbeläge und Beleuchtung wurden erneuert, neue Spiel- und Freizeitmöglichkeiten eingerichtet sowie zusätzliche Sitzbänke aufgestellt, alte Bäume erhalten und 22 neue gepflanzt.

Der Einladungs- und Aufenthaltscharakter des urbanen Platzes hat damit erheblich gewonnen. So laden etwa die Sitzstufen am kleinen Hang zusammen mit der vor allem von den Kindern gewünschten Wasserzone zum Verweilen ein. Ein überdachter Treffpunkt ist noch in der Planung. Neu ist auch ein barrierefreier Zugang über einen Rampenweg von der Engelbergstraße aus.

Über den Platz hinaus wurde – in der Verbindung zum Krötenweg – zwischen den Läden eine Spiel- und Freizeitachse für alle Altersgruppen gestaltet. Auch diese sind inzwischen alle behindertengerecht erreichbar. Die Eigentümer haben dazu dankenswerterweise private Flächen eingebracht und sich auch an den Kosten der Baumaßnahmen beteiligt. Zur Verbesserung der Einkaufssituation und damit zur Stärkung der örtlichen Geschäfte wurden zusätzliche Stellplätze eingerichtet.

Die Umgestaltung der 1,5 Hektar großen Fläche hat insgesamt 2,17 Millionen Euro gekostet. Davon trägt die Stadt 40 Prozent, Bund und Land zahlen den Rest aus Fördermitteln des Programms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Die Soziale Stadt“.

Die neu gewonnene Anziehungskraft dieses Ortes konnten das Stadtteilmanagement und der Bürgerverein Giebel und Bergheim e. V. bei der Vorbereitung des Stadtteilfestes deutlich spüren. Sie hatten alle Hände voll zu tun, um die Teilnahmewünsche für das Programm zu erfüllen, denn alle wollten mitmachen.
Die Ideen zur Neugestaltung der Ortsmitte kamen aus den Themengruppen der regen Bürgerbeteiligung. Sie dienten als Basis für die Ausschreibung des städtebaulichen Gutachterverfahrens, den die Arbeitsgemeinschaft Jürgen Zeeb, Architekt, und Hubert Reich, Landschaftsarchitekt, gewonnen hatte. Die Projektleitung des Umbaus lag beim Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, für die Koordination waren Tiefbauamt und Garten-, Friedhofs- und Forstamt zuständig. Eine während des Umbaus eingerichtete Bau-Bürgersprechstunde hat sich bewährt und wurde vor allem von den Anliegern gerne genutzt.

Weitere Infos, auch zur Bürgerbeteiligung, gibt es auf www.stuttgart-giebel.de.

_Text: LHS Stuttgart/ Hans-Martin Goede, Fotos: Hans-Martin Goede

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