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Stehende Ovationen für den Solitude-Chor aus Weilimdorf

Stehende Ovationen haben der Solitude-Chor und das Sinfonieorchesterorchester der Universität Hohenheim am Wochenende bekommen.

Restlos ausverkauft sind die Konzerte gewesen, mit dem das Sinfonieorchester der Universität Hohenheim zusammen mit dem Solitude-Chor sein 25-jähriges Jubiläum feierte: eines fand im Nikolaus-Cusanus-Haus in Stuttgart-Birkach statt, das zweite in der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart-Mitte.

Herzstück des ausgefallenen Programms war das „Stabat mater“ von Gioachino Rossini, mit dem die Ensembles, beide unter Leitung von Klaus Breuninger, vor 16 Jahren ihre dauerhaft fruchtbare Zusammenarbeit begründet haben. Ein außergewöhnlicher Hörgenuss ganz anderer Art waren zwei Stücke für Alphorn, gespielt von Sigrid Eicken, die das Orchester vor 25 Jahren mit ins Leben gerufen hat. Das „Stabat mater“ des vor allem für seine Opernkompositionen bekannten Gioachino Rossini ist keine Vertonung der Worte, welche traditionell den Schmerz der trauernden Muttergottes unter dem Kreuz Jesu beschreiben. Es ist ein Werk, das recht unbekümmert Elemente des Belcanto mit geistlichen Worten vermählt und dabei dennoch Momente intensiv verspürter Religiosität und Innerlichkeit enthält. Beiden Komponenten verliehen Chor, Orchester und Solisten beim Jubiläumskonzert auf überzeugende Weise Gestalt. Der Chor berührte dabei in besonderem Maße durch sein Vermögen, die Stimmen als leuchtenden Klangstrom in wunderbar changierenden Farben fließen zu lassen, leise und behutsam Innigkeit zu artikulieren und an anderer Stelle mit Hilfe des Zwerchfells und sehr präziser Artikulation Dramatik zu er-zeugen. Besonders beeindruckend gelang dies den Vokalisten beim Abschnitt „Eja mater“, bei dem der Gläubige die Muttergottes als „Brunn‘ der Liebe“ direkt anspricht und sich mit dieser Liebe verbinden möchte. Die große Stärke des Solitude-Chores a cappella zu singen wurde hier besonders deutlich. Die responsoriale Struktur dieses Chorsatzes erinnerte zudem an alte Kirchengesänge und vermittelte so den geistlichen Anspruch des Stückes. Stimmgewaltig beteiligte sich der Bass Eric Fergusson an diesem Dialog. Schon zu Beginn des Programmes hatte der Chor mit drei A-Cappella-Stücken von Rossini überzeugt: mit dem wunderschön strömenden „O salutaris hostia“, der kunstvollen Amenfuge „Il candore in fuga“ sowie dem flink beginnenden und sehr majestätisch endenden „Cantemus Domino“.
Beim „Stabat mater“ blieben sowohl einprägsame Abschnitte in Erinnerung, die geradezu „Ohrwurm-Qualität“ besaßen, als auch Passagen, die dem geistlichen Text auf musikalische Weise Ausdruck verliehen. Das einleitende „Stabat mater“ vermittelte durch effektvolle Pause, stockende Pizzicati, wirkungsvoll eingesetzte Flöten-Glanzlichter und mächtige Blechbläserakzente ein dramatisches Bild von der Szenerie der Schmerzensmutter unter dem Kreuz Ein Hauch von Tod und Leid war noch zu Beginn der Tenorarie (Jean-Pierre Quellet) zu spüren, bald jedoch wurde es opernhaft beschwingt und der Solist präsentierte schönsten Belcanto, der bisweilen Triumphmarsch-Charakter besaß. Ähnlich verhielt es sich mit dem Duett der Frauenstimmen „Quis est homo“, wobei die Passagen von Sopranistin Nastasja Dokalou Koloraturcharakter hatten, während Altistin Alexandra Paulmichl eine dunklere, gedeckte Stimmung erzeugte. Glanzvoll und dramatisch musizierten Chor, Solisten und Orchester die große Schlussfuge „In Sempiterna“, die nach den nicht endenden Bravo-Rufen nochmals als Zugabe gegeben wurde. Viel Applaus gab es auch für die besonderen Schmankerln, die Sigrid Eicken beisteuerte. Sie trug ihr Alphorn eigenhändig auf die Bühne und blies zusammen mit dem Orchester „Touched by Mozart“ von Rainer Bartesch, das mit seinen Jagd- und Galoppmotiven an Harmonien und Struktur der Wiener Klassik erinnerte. Populärer war die Alphorn-Ballade von Dennis Armitage, bei der die Solistin dem Naturhorn eine faszinierende Vielfalt von Tönen durch verschiedenes Anblasen entlockte. Auch sie wurde mit vielen Bravorufen bedacht und spendierte eine Zugabe.

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