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Strukturkonzept Nord: Entwurf des Wirtschaftlichen Strukturwandels für Weilimdorf im Bezirksbeirat

Auf einer Sondersitzung des Bezirksbeirats Weilimdorf wurde am Mittwoch, 14. März 2018, von Dr. Oediger und Herrn Dilger vom Stuttgarter Amt für Stadtplanung und Stadtentwicklung der Entwurf für den Wirtschaftlichen Strukturwandel im Stadtbezirk für den Stuttgarter Norden vorgestellt.

Für eine geregelte Stadtentwicklung werden in regelmäßigen Abständen die wirtschaftlichen und Infrastrukturellen Gegebenheiten in Stuttgart unter die Lupe genommen, damit bei zukünftigen Planungen Entwicklungen der Vorjahre, sei es weil sie so nicht erwartet waren oder weil veraltet bzw. nicht mehr zeitgemäß, neu untersucht und mit Konzepten „zukunftstauglich“ gemacht werden können.

„Wir reden hier nicht über das Heute oder Morgen, wir sprechen von den Entwicklungen von Übermorgen!“, so Oediger zu den Bezirksbeiräten. Auch betonte Oediger, dass die vorliegenden Planungen lediglich ein Entwurf sind – und der Bezirksbeirat an diesem Abend die Fokussierung auf Schwerpunkte festlegen solle, die den Mitarbeitern im Amt so vielleicht nicht bekannt sind, weil sie nicht vor Ort wohnen. „Wir entwickeln im Jahresverlauf mit dem Strukturkonzept ein räumliches Leitbild für Weilimdorf“, erläuterte Diller bei der Vorstellung des Planungsstandes. Mit der Fokussierung sollen Schwerpunkträume festgelegt werden, um Mängel zu finden und zu beseitigen, um perspektivisch den untersuchten Räumen eine Zukunft zu geben.

Im Vorfeld der Präsentation hat das Amt für Stadtplanung bereits zwei Fokusschwerpunkte ermittelt und eingeplant: zum einen die Solitudestraße (als „Identitäts-Achse“ von „Schloss zu Schloss“) mit dem Abschnitt von der Kreuzung der B295 bis zum Walz-Areal, zum anderen das Stadtzentrum vom historischen Ensemble bis zum Lindenbachsee. Außen vor sind beim neuen Strukturkonzept der Giebel (die „Soziale Stadt“ hat hier bereits gewirkt) und der Wolfbusch (Eröffnung des neuen Bonus-Markt). Hauptziel, so Oediger und Diller einvernehmlich, sei vornehmlich die Revitalisierung des Löwen-Markt.

Kritisch sahen die Fraktionen im Bezirksbeirat jedoch, dass Hausen auch bei diesem Konzept „außen vor“ sei und auch ein Austausch mit Korntal als direkt angrenzenden Ort im Gegensatz zu Gerlingen und Ditzingen nicht vorgesehen sei. Dies kritisierte insbesondere Anne Essig (Grüne). Dieter Benz (SPD) schloss sich dem an und befand: „Viele Dinge sind auf Ihrem Plan drauf, doch viele beschlossene Dinge der letzten Jahre sind noch nicht mal gemacht!“ Semir Duman vom Jugendrat Weilimdorf bemängelte am aktuellen Stand, dass vor allem eine Aufenthaltsqualität für Jugendliche in Weilimdorf wenig vorhanden sei, Hausen habe – mit Ausnahme des dortigen Jugendhaus – gar inzwischen den Status von „Null Quali“. Michael Schrade (Freie Wähler) verwies darauf, dass im Gewerbegebiet von Weilimdorf eine Ausdünnung und Zerfaserung der Grundstücke stattfinde: „Man darf hier nicht zu sehr in der Konzeptebene hängen bleiben. Die Stadt sollte sich darum bemühen, Grundstücke zu kaufen und zusammenlegen, um eine Neuentwicklung zu erreichen.“ Bezirskvorsteherin Ulrike Zich verwies darauf, dass es bereits die Planungen für „Stadtteilzentren konkret“ gäbe, doch auch hier sei von den Beschlüssen bislang wenig bis kaum etwas in die Realität umgesetzt worden.

„Wenn wir den Fokus auf mehrere Punkte in Weilimdorf verteilen, bleibt uns weniger Fokus auf den Schwerpunkten, es droht dann einiges durchs Raster zu fallen“, so Diller als Entschuldigung dafür, dass die Stadtplaner nur zwei Fokusschwerpunkte festgelegt haben. Daher beschlossen die Bezirksbeiräte übereinstimmend, dass mit dem „Premiumstück Weilimdorf Zentrum“ bis zum „Gewerbegebiet Ost“ der Hauptschwerpunkt der neuen Konzeption liegen soll, als zweiter Schwerpunkt die Solitudestraße vom Jugendhaus bis zum Walz-Areal und als „Nebenschauplatz“ die Fortentwicklung von Hausen auf die Liste kommt. Edeltraud John vom Forum Weilimdorf bat die Stadtplaner abschließend darum, unbedingt die Geschäftsleute und Eigentümer in Weilimdorf in die Konzeptentwicklung mit einzubeziehen. Oediger und Diller nahmen die Punkte der Bezirksbeiräte in ihre Arbeitsliste mit auf – eine Zwischenvorstellung der nächsten Ergebnisse ist für die Bezirksbeiratssitzung am 7. Juni 2018 vorgesehen. Der Abschluss des neuen „Strukturkonzept Nord“ ist für das Jahresende 2018 vorgemerkt.

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