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Verkehrsplanung in Weilimdorf: Autos, Stadtbahn, Landwirtschaft

Auf reges Interesse stieß die Veranstaltung des Weilimdorfer SPD Ortsvereins zum Thema Verkehrsplanung in Weilimdorf im Restaurant Blick Solitude mit Stephan Oehler, dem Leiter der Abteilung Verkehrsplanung und Stadtgestaltung im Stadtplanungsamt Stuttgart.

Daten und Fakten der Verkehrsinfrastruktur sind auf Grund sich ändernder Bedürfnisse laufendem Wandel unterworfen. Klar ist: im Ballungsraum Stuttgart hat der motorisierte Individualverkehr (MIV) die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht. Um die steigende Nachfrage nach Mobilität zu erfüllen, muss es gelingen den so genannten modal split, also die Verteilung auf andere Verkehrsmittel zu ändern. An erster Stelle stehen muss das Ziel, die Verlagerung auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) weiter zu steigern, gefolgt vom Ziel den Anteil des Fahrradverkehrs zu erhöhen. In Stuttgart werden heute 45% aller Fahrten mit dem Auto, 27% zu Fuß, 22% mit dem ÖPNV und 6% mit dem Fahrrad durchgeführt. Die Nachteile des motorisierten Verkehrs auf Mensch und Umwelt sind bekannt und sind bewertet; allein bei der Finanzierung der notwendigen Maßnahmen bestehen Engpässe und gilt es – wie beim weiteren Ausbau der Stadtbahn – auch Widersprüche innerhalb der Bevölkerung zu überwinden.
Wie in anderen Stadtteilen hat auch Weilimdorf einen hohen Anteil am so genannten Eigenverkehr, der zu den relativ hohen Belastungen von täglich 15.000 bis 19.000 Kraftfahrzeugen in der Solitude- und Pforzheimer Straße führt. Zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse sollen die Kreuzungen der Solitudestraße an der Engelbergstr. / Spechtweg und am Löwen-Markt / Pforzheimer Straße als Kreisverkehre umgebaut werden. Weiter ist geplant, mehr Radwege oder Radfahrstreifen auszuweisen, sowie die Fahrgeschwindigkeiten des Autoverkehrs zu verlangsamen. Hier werden die Ergebnisse der Fahrradoffensive Weilimdorf die Grundlage zu weiteren Planungen sein. Zur Weiterentwicklung des Stadtbahnnetzes hat die Weilimdorfer SPD schon vor einige Zeit angeregt, eine Verlängerung der U 13 über Hausen bis zum S-Bahn-Haltepunkt Weilimdorf zu prüfen und langfristig zur Umsetzung zu bringen, um die nach wie vor unbefriedigende Anbindung des Stadtteils an den ÖPNV zu verbessern.
Die von Stephan Oehler gezeigten Pläne führten zu lebhaften Diskussionen der anwesenden Weilimdorfer. Kritisiert wurde z.B. der Ablauf bei der Einführung der 30er Zone in der Rennstraße, wo alle Parkverbotsschilder entfernt wurden, ohne auf die berechtigten Bedürfnisse und Interessen der Anlieger im Industriegebiet Höfinger Str. oder der Landwirtschaft einzugehen.
Stephan Oehler weiß auf alle Fragen zu antworten, musste aber auch eingestehen, dass durch den großen Personalabbau der vergangenen Jahre viele Anfragen nicht bearbeitet bzw. Planungen nicht in der erforderlichen Zeit durchgeführt werden können.

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