Liesbeth-Kasper14022009

Von der Erbse zur Genetik

Am 6. Januar jährte sich der 125. Todestag des Naturforschers Gregor Mendel. Liesbeth Kasper von der Sudetendeutschen Landsmannschaft Weilimdorf nahm diesen Jahrestag zum Anlass, um in einem Vortrag beim jüngsten Monatsnachmittag der Ortsgruppe auf das Leben des sudetendeutschen Naturforschers zurückzublicken. Gregor Mendel,dessen vollständiger Name eigentlich Johann Gregor Mendel ist,wurde im Jahre 1822 in Heinzendorf bei Odrau in Österreichisch- Schlesien geboren. Der spätere Naturforscher half bereits als Kind im elterlichen Garten beim Veredeln der Bäume und züchtete im Garten der Dorfschule Bienen. Bald erkannten sein Lehrer und der Pfarrer des Dorfes die Talente des Jungen und auf ihre Fürsprache hin, schickten die Eltern Gregor Mendel aufs Gymnasium nach Troppau, obwohl sie eigentlich kein Geld dazu hatten, seine Ausbildung finanzieren zu können. Mit 21 Jahren, wurde Gregor Mendel Augustiner in der Abtei St. Thomas in Alt Brünn in Brünn. Liesbeth Kasper schilderte anschaulich seine Zeit im Kloster, die letztendlich das Leben Gregor Mendels entscheidend veränderte. So begann er einige Jahre nach seiner Priesterweihe, im Garten des Klosters die Vererbung von Merkmalen bei Erbsen zu untersuchen und entdeckte dabei die Regeln der Vererbung. Zwischen 1856 und 1863 kultivierte er dabei schätzungsweise 28.000 Erbsenpflanzen. Aus seinen Experimenten gingen zwei allgemeine “Gesetze” hervor, die als “Mendelsche Regeln” bekannt geblieben sind. Noch heute erinnert ein Denkmal im Garten des Klosters St. Thomas in Alt Brünn in Brünn an die Forschungsjahre Mendels, derselbe Klostergarten, in dem im Jahre 1945 20.000 Deutsche von Tschechen zusammen getrieben wurden um sie anschließend auf den „Brünner Todesmarsch“ zu schicken. Mit seiner Wahl zum Abt im Jahre 1868 musste Gregor Mendel seine naturwissenschaftliche Arbeit weitgehend einstellen. In dieser Zeit war Gregor Mendel auch als Hilfslehrer an der Brünner Staats-Realschule tätig, hatte jedoch, trotz zweimaligen Versuchs, die Lehramtsprüfung nie bestanden. Lange Zeit blieb die Arbeit des Naturforschers im Verborgenen und wurde von der Fachwelt nicht anerkannt, so Liesbeth Kasper. Erst 16 Jahre nach Mendels Tod wurde die Forschung des Augustiners wieder entdeckt. Und in den 20er und 30er Jahren, bildete Gregor Mendels Arbeit schließlich die Grundlage der modernen Evolutionsbiologie und wurden als “Mendelsche Gesetze”, die heute als “Mendelsche Regeln” bezeichnet werden, allgemein bekannt. Schließlich starb Gregor Mendel am 6. Januar 1884 in Brünn und gilt heute weltweit als der “Vater der Genetik”.

Foto (Heisig): Liesbeth Kasper erzählte aus dem Leben des sudetendeutschen Naturforschers Gregor Mendel

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