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Vorübergehende Sperrung des Waldgebiets “Fasanengarten”

Um eine Massenvermehrung des Eichenprozessionsspinners im Waldgebiet “Fasanengarten” bei Weilimdorf zu verhindern, wird das Garten-, Friedhofs- und Forstamt dieses Jahr die Raupen vorbeugend bekämpfen.

Dafür werden voraussichtlich ab Montag, 18. April, die Baumkronen mit dem Wirkstoff “Bacillus thuringiensis” behandelt. Der genaue Zeitpunkt ist vom Austrieb der Eichenblätter sowie vom weiteren Witterungsverlauf abhängig. Da das gesamte Waldgebiet betroffen ist, wird das Mittel aus einem Helikopter versprüht. Das Gebiet “Fasanengarten” wird dann für die Dauer von ein bis zwei Tagen gesperrt.
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein wärmeliebender Falter, der bevorzugt an sonnenexponiert stehenden Eichen vorkommt. Derzeit sind die Raupen noch in einem Entwicklungsstadium, in dem sie noch nicht mit feinen Brennhaaren ausgestattet sind. In wenigen Tagen aber bilden die Raupen die Brennhaare aus. Diese haben Widerhaken und enthalten eine giftige Brennsubstanz, die allergische Reaktionen auslösen kann. Neben insektenstichartigen Bläschen und Hautrötungen kann es auch zu Schwindelgefühl, Fieber und im Extremfall zu allergischen Schockreaktionen beim Menschen kommen.

Während der Massenvermehrung des Eichenprozessionsspinners im vergangenen Jahr musste das Waldgebiet “Fasanengarten” für etwa vier Wochen komplett gesperrt werden, um Gesundheitsgefahren zu vermeiden. Von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt erstellte Prognosen lassen erwarten, dass ohne eine Bekämpfung in diesem Jahr nochmals ein intensiverer Befall zu erwarten wäre. Da es sich beim “Fasanengarten” um einen Teil eines “Natura-2000-Schutzgebietes” handelt, wurde die nun vorgesehene Bekämpfung mit dem amtlichen Naturschutz abgestimmt. Durch die sehr selektive Wirkung des aufgebrachten Pflanzenschutzmittels sind keine Beeinträchtigungen der Schutzziele des Natura-2000-Gebietes zu erwarten.

“Natura-2000-Gebiete” wurden im Rahmen der “Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie” der Europäischen Union eingerichtet. Ihr Zweck ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume.

Der Wirkstoff “Bacillus thuringiensis var. kursaki” ist ein natürliches Insektizid, das ausschließlich auf Schmetterlingsraupen wirkt. Dieses Mittel wird unter anderem im Ökolandbau eingesetzt. Es besteht keine Gefährdung für Menschen, Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Vögel, Fische, Pflanzen und Bienen. Außerdem ist dieses Mittel nicht wirksam gegenüber ausgewachsenen Insekten und Nutzorganismen.

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