holzeinschlag

Weihnachtlicher Holzeinschlag im Frauenholz

Ein Spaziergang an den Weihnachtsfesttagen durch den Wald unterhalb der Solitude zeigt erschreckende Bilder. Vor gut einem Jahr wurde bereits auf der Gerlinger Seite von der Solitudestraße im Wald viel Holz eingeschlagen – mit schwerem Gerät. Die Schäden an den Waldböden wurden in den letzten Monaten mühselig durch die zuständigen Forstwirte beseitigt, der Wald ist seither licht und leer, die Mountainbiker haben die liegen gelassenen Stämme längst zur Seite geschoben und turnen wie früher zwischen den Bäumen herum. Man kanns ihnen noch nicht einmal übel nehmen, denn die schweren Maschinen der Waldarbeiter haben ganze Arbeit geleistet und es ihnen ja vorgemacht, wie man einen Waldboden nachhaltig schädigt. Zwischen dem 3. und 4. Advent setzte sich nun die Abholzaktion der Forstdirektion auch auf der Waldfriedhofseite fort. Besonders zwischen den Fischteichen des Anglervereins und dem Waldfriedhof entlang des “Weilimdorfer Schaftriebs” wurde mit schweren Erntemaschinen in den Hang hinein gefahren. Nicht nur kranke, geschädigte, krumme und zu dicht stehende Buchen wurden geschlagen, sondern auch gesunde Stämme fielen den Maschinen zum Opfer und wurden auf eine verkaufsgerechte Größe gleich passend zurechtgeschnitten. Der Waldboden ist in vielen Bereich schwer geschädigt, bis zu einem halben Meter tief haben sich die Ernter eingegraben. Von “nachhaltiger Forstwirtschaft” kann hier aus Sicht von Laien nicht mehr gesprochen werden.

Die Redaktion von weilimdorf.de hat einen fränkischen Waldbauern nähergehend befragt und Bildmaterial des Weihnachtseinschlages vorgelegt: die Reaktion war mit einem Kopfschütteln und “so doch nicht” eindeutig. Statt dünnes Stangenholz auszuholzen um kräftigen Bäumen das Wachstum zu erleichtern, wurden diese vielfach dicht stehen gelassen, den Hang stabilisierende Buchen wurden ebenso wie die kranken und eng stehenden Bäume gefällt.

Indes sind noch unzählige weitere Bäume markiert und warten auf ihr Fällen auf instabilsten Hanglagen. Die Redaktion von weilimdorf.de hat neben dem Bezirksamt bereits die Fraktionen des Weilimdorfer Bezirksbeirates kontaktiert, Ortsbegehungen der SPD, CDU und GRÜNE sind heute (27. Dez. 2007) bereits zugesagt bzw. durchgeführt worden.

Erntemaschinen contra Arbeitspferde

Warum übrigens in Marbach auf der Alb mit millionenschweren Steuermitteln ein Gestüt zur Züchtung von Pferderassen (insbesondere Schwarzwälder Arbeitspferde) unterhalten wird, die waldbodenschonend Holz abtransportieren können – und am Ende man doch nur schwere Maschinen zur “Holzernte” verwendet, entzieht sich dem gesunden Menschenverstand…

(Anm. d. Red.: Dieser Artikel wurde am 07. Januar 2008 nachbearbeitet und ergänzt).

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