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Weilemer Golden Retriever „Gibson“ fasziniert Kinder

(RED) Er liegt entspannt hechelnd auf dem Boden des Gemeinschaftsraumes des

Es wird einem warm ums Herz, die Hand wandert unweigerlich auf sein Fell. Julia Steffen muss angesichts der „Kuschelorgie“ schmunzeln – sie kennt ihren Gibson und seine Wirkung auf andere Menschen genau. „Er hat eine Eisbrecherfunktion für Gefühle“, lacht sie. Gibson ist, seit Steffen Ihre 80 Prozent-Stelle als Erzieherin im „Schüli“ angetreten hat, der beliebteste Gast bei den Kindern – und auch Eltern. Wenn er auftaucht, hat alles andere Spielzeug oder Gemeinschaftsspiel verloren.

Julia Steffen hat Gibson und seine Fähigkeiten im Herbst 2019 zu einem beruflichen Standbein gemacht: „Helfer mit Fell“ ist der Slogan – und zusammen mit weiteren Fachkräften (wie Petra Pauling von der Jugendfarm Weilimdorf) – und Pferden – bieten sie zusammen die „tiergestützte Pädagogik“ im Großraum Stuttgart bzw. auch in Weilimdorf an. So kommen sie mit Gibson in soziale Einrichtungen wie Schulen aber auch Altenheime, bieten reitpädagogische Angebote in der Gruppe an, aber auch die Frühförderung für Kinder unter sechs Jahren. Auch für Erwachsene wird eine Reittherapie angeboten. Da leider eines der Therapiepferde kürzlich verstorben ist und nach den enormen Tierarztkosten das notwendige Kleingeld für ein neues gut ausgebildetes Pferd fehlt, suchen Steffen und ihre Mitstreiter Spender, die das Projekt unterstützen – und damit bedürftigen Kindern für ein halbes Jahr eine kostenlose Reittherapie ermöglichen wollen.

„Tiergestützte Pädagogik klingt zwar sehr einfach, ist es aber nicht“, so Steffen. Neben Kindern mit Berührungsängsten gibt es auch „Patienten“, die seelische oder gesundheitliche Probleme haben – und im Laufe des Miteinanders erfährt man in den Gesprächen sehr viel Persönliches vom Gegenüber – „das zehrt manchmal sehr an den eigenen Kräften. Die Schicksale können einem viel Energie nehmen“, so Steffen nachdenklich – weiss aber, dass Gibson nicht nur anderen Kraft zum Leben geben kann, sondern auch ihr selber: „Die Synergie Pferd-Mensch, die wir als Menschen über Jahrtausende aufgebaut haben, geht in unserer Gesellschaft immer mehr verloren. Das Getragen werden auf einem Pferd, die emotionale Nähe zu einem Hund – das sind Dinge, die viele Kinder, aber auch Erwachsene mit uns neu erfahren und erleben können“. Um in Weilimdorf das Angebot ausbauen zu können, suchen Steffen und Pauling eine Koppel bzw. große Wiese – und idealerweise auch einen Stall für zwei bis drei Pferde. „Das ist nicht einfach, aber wir geben die Hoffnung nicht auf, bald was passendes finden zu können.”

Übrigens: Der „Schüli“, eine Einrichtung des Vereins „Kindergruppe Regenbogen e.V.“, feiert heuer in Weilimdorf sein 20-jähriges Bestehen. Marco Hering, Guido Dieringer und Julia Steffen betreuen derzeit als Dreierteam die 20 Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahre, die überwiegend aus der Reisachschule kommen und nach Unterrrichtsschluß in die Solitudestraße 289 gelaufen kommen, um hier ihr Mittagessen einzunehmen, Hausaufgaben zu machen – und miteinander in den Räumlichkeiten, die sich über drei Stockwerke erstrecken, spielen. Wenn es das Wetter erlaubt geht es auch mal raus in den Garten mit den Spiel- und Klettergeräten – oder es geht mit Gibson und Leiterwagen raus in die Natur.

Am 1. Februar 2020 ist von 15 bis 17 Uhr für interessierte Eltern ein „Tag der offenen Tür“ – dann kann man die Räumlichkeiten besichtigen und den Vorstand des Vereins mit Fragen löchern. Sich einfach in den Bann von Gibson ziehen lassen geht an dem Tag leider nicht. Er ist da „beruflich“ unterwegs…

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