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Weilimdorfs Postamt kommt in private Hände – Werbegemeinschaft startet Unterschriftenaktion

Bereits im Dezember wurden die Pläne der Post AG, das Postamt in Weilimdorf am Löwenmarkt aufzugeben und in private Hände abzugeben, bekannt. Ein Aufklärungsgespräch im Bezirksbeirat auf seiner Weihnachtssitzung zeigte, dass Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster bereits ein Schreiben an die Deutsche Post AG gesendet hat. Wie sich nun herausstellte ohne Erfolg. Doch die Werbegemeinschaft Weilimdorf will die “Postflucht” so nicht hinnehmen und startet am Mittwoch, 14. Februar 2007, in den Weilemer Geschäften eine Unterschriftenaktion. “Wir haben nichts gegen eine Privatsierung, aber wir haben Bedenken, dass bei einem Partner, der die Postangelegenheiten eher nebenher betreibt, die Kunden zu kurz kommen. Daher rufen wir zu einer Unterschriftenaktion auf, die fordert, die Postfiliale in Weilimdorf so zu belassen, wie sie derzeit ist”, erklärte der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Weilimdorf (WG), Kris Dujmic gegenüber der Presse. Und so liegen ab diesem Mittwoch Unterschriftslisten in den Mitgliedsgeschäften der Werbegemeinschaft, aber auch in anderen teilnehmenden Geschäften aus. Diese Listen werden bis zum 03. März den Weilemer Bürgern zur Verfügung stehen und anschließend Oberbürgermeister Schuster und der Deutschen Post AG übergeben. “Damit wollen wir ein Zeichen setzen!”, so Dujmic. Immerhin hat Weilimdorf mehr als 30.000 Einwohner und stände dann ohne eine echte Postfiliale da. Kleinstädte in Deutschland mit weniger Einwohnern wären dann bei weitem “besser mit Post versorgt” als Weilimdorf.

Doch die Unterschriftenaktion hat auch Gegner: Bezirksvorsteherin Ulrike Zich hält die Unterschriftenaktion für “Augenwischerei”, ihrer Meinung nach weckt dies Hoffnungen in Weilimdorfs Bürgern, die nicht erfüllt werden können, da die Post bereits die Aufgabe der eigenen Geschäfte beschlossen habe. Auch die Post AG verweist auf ein ähnliches Verfahren in Möhringen. Dort wurde die Postfiliale ebenfalls privatisiert – in Augen des Pressesprechers Hugo Gimber von der Post AG durchaus erfolgreich. Gimber sagt zu, dass es in Weilimdorf mindestens zwei Schalter geben werde. Natürlich werde ein privater Unternehmer nicht nur Postgeschäfte anbieten, sondern auch Banking und für Postagenturen typische Bürobedarfsartikel. Die Post will mit der Privatisierungsaktion in zwei bis drei Monaten beginnen. Ob allerdings die Postagentur in den selben Räumlichkeiten bleiben wird, ist auch noch nicht gesichert, aber wird angestrebt.

Dujmic sorgt sich aber auch um die Sorgen und Probleme eines privaten Anbieters: “Was, wenn dieser bereits nach kurzer Zeit das Handtuch hinschmeisst? Müssen wir dann unsere Briefe in Feuerbach aufgeben?” Für Ulrike Zich hingegen zählt nur, dass – egal ob Postfiliale oder Postagentur – diese für die Weilemer Bürger komfortabel und einfach zu erreichen sein muss – und auch barrierefrei. Gerade Letzteres fehlt ja derzeit: “Wenn wir schon keinen Einfluss auf die Postpläne haben, so sollten wir wenigstens auf die Realisierung der Privatisierung Einfluss nehmen!”, so die Bezirksvorsteherin.

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