Die Gewinnergeschichten des 4. Weilimdorfer Geschichtenwettbewerbs


Gewinnerin in der Kategorie 1. und 2. Klasse: Luise Behring_

Ferien in der Krachmacherstrasse

Es waren einmal zwei Brüder. Peter war 11 Jahre und Tim war 6 Jahre alt.
Sie lebten in Feuerbach. Eines morgens sagte ihre Mutter wir fahren in die Ferien zu Oma. Die Oma lebte in der Krachmacherstrasse in Australien.
Sie hatten vor sich eine sehr lange Reise. Für die Ferien hatten sie eine Lupe, Taschenmesser und Taschenlampen eingepackt. Dann fuhren sie los.
Sie sind sehr lange unterwegs gewesen und als sie endlich bei der Oma waren, waren sie sehr müde. Dann gingen sie schlafen. In der Nacht hörte Tim knackende und rasselnde Geräusche. Peter!, schrie Tim, wach auf! Da ist etwas draußen, ein Dieb. Sie nahmen Taschenlampen und liefen nach draußen.
Plötzlich schrie Tim, ahhh, ein Dieb. Eine tiefe stimme sagte, ich bin kein Dieb, ich bin ein Landstreicher und wollte hier im Garten übernachten. Aber woher kamen die Geräusche? Fragte Tim? Da sagte der Landstreicher ach, das war nur ein Känguruh, das im Müll wühlte! Dann kam die Oma nach draußen. Sie war überrascht und als sie alles hörte, nannte sie Tim und Peter die besten Meisterdetektive der Welt.

__Sonderpreis für eine herausragende Geschichte: Tamara Keko__

Blubberbunter Ferientrubel

Toni und Daniel, die beiden Zwillingsbrüder aus der Krachmacherstrasse 13 tobten Purzelbaum schlagend, jubelnd und kreischend durchs Wohnzimmer.
Ihr Onkel, der Weltberühmte, stinkreiche und vor allem supernette Meisterdetektiv, Merlock Sholms, hatte ihnen gerade zum 12. Geburtstag gratuliert und sie für die restlichen fünf Wochen der Sommerferien zu sich eingeladen!
In seine Detektivvilla! Das bedeutet: Fünf Wochen Krimis von Fred Klitschkock! Fünf Wochen laaaaaaaaaaaange aufbleiben und in der riesigen Villa Verstecke spielen! HERRLICH!

Gleich am nächsten Morgen fuhren die Drei mit dem gepimpten Wunderauto des Onkels los in die „5-Wochen-Spaß haben- Fastfood essen- spielen- Quatsch- machen- Ferien.“
Als sie ankamen, blieben den Zwillingsbrüdern die Münder sperrangelweit offen stehen. Die Villa sah noch viel geheimnisvoller, größer und toller aus, als auf den Fotos, die sie gesehen hatten. Und dann kam auch schon die nächste Überraschung. Ein Landstreicher hatte sich in der Garage eingenistet. Die Brüder waren erbost, als er nicht verschwinden wollte.
Nun. Was machen verärgerte Zwillingsbrüder?
Richtig! Streiche!
In der folgenden Woche zogen sie echt alle Register. Von Stinkbomben und Knallfröschen gingen sie über zu gruseligen Schatten an den Wänden, die sie mit einer starken Taschenlampe erzeugten. Horrorgeräusche und Wasserbomben halfen genauso wenig wie höfliche Bitten oder Anschreien. Selbst Drohungen und Rucksackverstecken nützte nichts. Nicht mal ein Deal, der vorsah, dem Tippelbruder Geld zu geben, wenn er nur endlich verschwinden würde.
Nichts half. Die Zwillinge gaben entnervt auf.
Dann, am verflixten siebten Tag war der Landstreicher morgens auf einmal nicht mehr da! Nur ein kleiner Zettel, Auf dem stand:
Ir klainen Monster,
Ir habt mich zwar vertrieben,
aber Ali Babas 40 Reubär
hollen den Böhsen Wolf
und di werden mich dan rächän!!!
„Häh, is der betrunken?“ wunderte sich der Onkel. „Nee, bloß voll gesoffen!“
lachten die Brüder und erzählten ihrem Onkel, dass sie eine Wodkaflasche vor die Garagentür gestellt und ihn somit vor die Garage gelockt hatten. Als er draußen war, hatten sie schnell die Garagentür zugeschlagen und abgeschlossen. “Tja, so kann man´s auch machen!“ schmunzelte der Meisterdetektiv.

__Gewinnerin in der Kategorie 3. und 4. Klasse: Lara Ebner__

Johanna Knödelberger

Johanna ist ein Mädchen, neun Jahre alt und ziemlich dick. Ihr Vater arbeitet bei der Polizei und ist deswegen fast nie zuhause. Die Mama arbeitet im Krankenhaus als Krankenschwester. Johanna hat zwei größere Brüder die von zuhause weggezogen sind. Manchmal vermisst Johanna ihre Brüder.
Johanna wacht morgens auf und geht in die Schule. Sie geht nicht gern dorthin, weil alle zu ihr immer „ Knödelberger“ sagen. Sie heißt nämlich mit Nachnamen Berger und ist ziemlich dick. Dann wünscht sie sich ihre starken Brüder an ihrer Seite, die sie beschützen sollten. Johanna hat keine Freundinnen.
Als sie nach Hause kommt, setzt sie sich an ihren Schreibtisch- aber sie kann sich leider nicht konzentrieren, denn sie ist allein zuhause.
Plötzlich klingelt es… Johanna macht auf.
Vor ihrer Haustür, in der Krachmacherstraße 24 stehen drei fremde Kinder. Johanna weiß gar nicht, was sie machen soll- denn schließlich waren bei ihr noch nie Gäste gewesen. Sie sagt einfach: „Hallo!“. „Hallo!“ sagen die drei anderen Kinder und sie erzählen, dass sie Kinder aus der Nachbarschaft sind und dass sie Ronja, Lisa und Randi heißen. Ronja erzählt: „Wir sind Meisterdetektive!“ Randi erklärt, dass sie gerade einen Klaus Kümmerle ausspionieren. Er sei ein toller Geschichtenerzähler… er soll schon neunzehn Preise gewonnen haben. „Wir haben bei ihm eine Geschichte gebucht für vier Leute- wir wollten dich fragen, ob du mitkommen willst. Aber der Termin ist erst in den Ferien.“ „Ja, gerne!“ sagt Johanna.
Als dann endlich Ferien sind, treffen sich alle beim Geschichtenerzähler in der selben Straße, in der auch die Kinder wohnen.
Der Geschichtenerzähler fragt: „Soll ich euch die spannendste Geschichte erzählen, an die ich mich erinnern kann?“ „Ja bitte,“ sagt Lisa. Er legt los: „ Als ich noch jung war, war ich ein Landstreicher. Ich war mal in Afrika, mal in Amerika… und noch in vielen anderen Ländern…“
Die Geschichte ist noch sehr lang… und die Detektive stehen mit offenem Mund da. Sie können gar nicht fassen, was sie da hören.
Als die Schule wieder anfängt, sagt die Lehrerin: „So, als Hausaufgabe sollt ihr einen Aufsatz schreiben. Es soll eine Geschichte sein, die ihr von jemandem erzählt bekommen habt.“ Johanna schreibt die Geschichte, die sie vom Landstreicher gehört hat. Als sie dann die Aufsätze zurück bekommen, hat Johann eine Eins. Niemand aus ihrer Klasse hat eine Eins. Damit ist sie Klassenbeste. Es ist fast wie ein Wunder. Denn wegen ihrer guten Note in Deutsch nennt sie keiner mehr „Knödelberger“. Das erzählt sie auch ihren starken Brüdern, die ihr jetzt gar nicht mehr helfen müssen…
Jetzt kann sie es auch alleine.

__Gewinnerin in der Kategorie 5. Klasse: Tanja Keil__

Das verschwundene Geld

Jonas und Nico waren Brüder und wohnten mit ihren Eltern in der Krachmacherstraße. Beide gingen in die 4. Klasse. Sie hatten viele Freunde, mit denen sie allerlei erlebten. Besonders Jonas war voller Tatendrang.
Er sprang eines Morgens schon um 7:00 Uhr aus dem Bett, „Komm Nico“, rief er, „wir wollen schnell zu unseren Freunden und dann zum Weiher, Kaulquappen fangen!“ Nico zog sich die Decke über den Kopf. „Laß mich in ruhe, es sind doch Ferien und überhaupt möchte ich erst frühstücken, „grummelte er zornig.“ „Ja gut, aber dann gehen wir, morgens sind doch ganz viele da“, antwortete Jonas und ging in die Küche. Nico stand langsam auf und trottete hinterher. „Morgen“, rief er in die Küche, wo seine Eltern schon am Tisch saßen. Er und sein Bruder Jonas aßen ihr Müsli, verabschiedeten sich und rannten zu ihren Freunden, die schon ungeduldig warteten.“ Mensch, da seid ihr ja endlich“, rief Peter. Er war Jonas bester Freund. Die anderen waren auch schon da. „Ich hab gestern in der alten Hütte am Weiher einen Landstreicher gesehen“, sagte Peter. „Er hat irgendwas vergraben, da müssen wir unbedingt nachschauen, was es ist“, meinte er wichtig. Sie liefen durch den Wald zum Weiher. Sie versteckten sich hinter Bäumen und Sträucher und sehen wie der Landstreicher aus der Hütte kam, sich umsah und hinter die Hütte ging. „Ihr bleibt hier, ich schau mal in die Hütte“, sagte Jonas leise und schlich zur Hütte. Nico wollte ihn zurückhalten, aber er war zu aufgeregt. Gerade als Jonas in die Hütte Schaute, kam der Landstreicher und packte ihn am Kragen. „Was hast du hier zu suchen?“ fragte er und sah sehr böse aus, dann ging er mit Jonas in die Hütte und sperrte ihn im Keller ein. Die Jungs hatten das mitbekommen und rannten zurück und erzählten es Jonas Vater, der gerade zur Arbeit wollte. „Ich habe euch verboten, zum Weiher zu gehen“, sagte er zu Nico und sah ihn strafend an. „Wir müssen zur Polizei“, rief er und die Jungs stiegen ins Auto.
Mit quietschenden Reifen fuhren sie los. Die Jungs, vor allem Peter, zeigten den Polizisten den Weg. Sie konnten den Landstreicher gerade noch schnappen, als er die Polizei sah, wollte er abhauen. Nico und sein Vater befreiten Jonas aus dem Keller. Peter führte die Polizei dann noch zu der Stelle, wo der Landstreicher viel Geld, das er einer alten Frau geklaut hatte, vergraben hatte. „Das habt ihr toll gemacht“ lobte die Polizei. „Du, Peter, du darfst aufs Revier kommen und dir alles anschauen, denn du bist unser Meisterdetektiv“, meinte einer der Polizisten. Peter wurde ganz verlegen. „Das war doch selbstverständlich“, sagte er leise und war doch ein bißchen stolz.

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