15. Stolperstein-Verlegung: Gedenkstein für Alfons Lindenfeld

Gunter Demnig, Künstler und Initiator des Projekts Stolpersteine, verlegte persönlich den Gedenkstein für Alfons Lindenfeld, Jahrgang 1909, in den Gehweg der Widdumstraße 34 – neben den Steinen, die bereits 2010 verlegt wurden für seine Eltern Sigmund Lindenfeld und Paula, geb. Stern, sowie seine Tante Adele Stern. Foto: Hans-Martin Goede

(RED) Die Stolperstein-Initiative Feuerbach/Weilimdorf hat am Freitag, 21. November 2025, zur Verlegung eines weiteren Gedenksteins in Weilimdorf eingeladen.

Gunter Demnig, Künstler und Initiator des Projekts Stolpersteine, verlegte persönlich den Gedenkstein für Alfons Lindenfeld, Jahrgang 1909, in den Gehweg der Widdumstraße 34 – neben den Steinen, die bereits 2010 verlegt wurden für seine Eltern Sigmund Lindenfeld und Paula, geb. Stern, sowie seine Tante Adele Stern. Foto: Hans-Martin GoedeKünstler Gunter Demnig, Gründer des europaweiten Projekts „Stolpersteine“, hat diesen 15. Stolperstein in Weilimdorf in der Widdumhofstraße 34 persönlich für Alfons Lindenfeld verlegt. Zur Verlegung bzw. Gedenkstunde waren u.a. zwei neunte Schulklassen des Solitude-Gymnasiums mit ihren Lehrern gekommen, sowie Bezirksvorsteher Julian Schahl, einige Bezirksbeiräte und zahlreiche Weilimdorfer*innen. Ebenfalls anwesend war Frau Ulrike Vischer aus Gerlingen, die die Patenschaft über den 15. Weilimdorfer Stolperstein übernommen hat.

Gunter Demnig, Künstler und Initiator des Projekts Stolpersteine, verlegte persönlich den Gedenkstein für Alfons Lindenfeld, Jahrgang 1909, in den Gehweg der Widdumstraße 34 – neben den Steinen, die bereits 2010 verlegt wurden für seine Eltern Sigmund Lindenfeld und Paula, geb. Stern, sowie seine Tante Adele Stern. Foto: Hans-Martin GoedeDer neue Stolperstein reiht sich ein in die bereits 2010 verlegten Steine für seine Eltern Sigmund und Paula Lindenfeld (geb. Stern) sowie seine Tante Adele Stern (weilimdorf.de berichtete), die am  1. Dezember 1941 mit dem ersten Judentransport von Stuttgart nach Riga (in Lettland) deportiert und dort umgebracht wurden. Vor 15 Jahren hielt einer der wenigen noch lebenden Nachfahren der einst großen Familie Stern eine bewegende Gedenkrede – doch auch er konnte keine weiteren Spuren im Schicksal von Alfons Lindenfeld entdecken.

„Alfons Lindenfeld ist nicht mehr einer in jener unfassbaren Menge von sechs Millionen getöteten Jüdinnen und Juden. Sein Name ist hier für immer genannt, er ist nicht mehr vergessen. Denn: Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist. So steht es im Talmud, einer der wichtigsten Schriften des Judentums.“, erzählt Hildegard Wienand, die inzwischen stellvertretend für ihren Ehemann Heinz für die Stolpersteininitiative in Weilimdorf und Feuerbach alles durchführt und organisiert. Heinz Wienand ist dies aus Alters- wie Gesundheitsgründen inzwischen nicht mehr möglich.

Gunter Demnig, Künstler und Initiator des Projekts Stolpersteine, verlegte persönlich den Gedenkstein für Alfons Lindenfeld, Jahrgang 1909, in den Gehweg der Widdumstraße 34 – neben den Steinen, die bereits 2010 verlegt wurden für seine Eltern Sigmund Lindenfeld und Paula, geb. Stern, sowie seine Tante Adele Stern. Foto: Hans-Martin GoedeDer 1909 geborene Alfons Lindenfeld praktizierte bis 1937 gemeinsam mit seinem Vater Sigmund als Dentist im ersten Stock des Hauses in der Widdumhofstraße. Doch die zunehmenden Repressionen gegen jüdische Bürger zwangen ihn 1938 zur Flucht: Zunächst nach Ungarn – wo er sein Doktorexamen als Zahnarzt machte, später weiter nach Jugoslawien. Ab dem Jahr 1940 brachen alle Lebenszeichen ab. Vermutlich kam er in einem Lager ums Leben. In den 1950er Jahren wurde er rückwirkend zum 8. Mai 1945 offiziell für tot erklärt. Über seinen Leidensweg ließ sich seither nichts Näheres mehr herausfinden.

Gunter Demnig, Künstler und Initiator des Projekts Stolpersteine, verlegte persönlich den Gedenkstein für Alfons Lindenfeld, Jahrgang 1909, in den Gehweg der Widdumstraße 34 – neben den Steinen, die bereits 2010 verlegt wurden für seine Eltern Sigmund Lindenfeld und Paula, geb. Stern, sowie seine Tante Adele Stern. Foto: Hans-Martin GoedeNeben Hildegard Wienand hielt auch eine Schülerin des Solitude-Gymnasium eine kurze Ansprache. Sie ging ein auf die Rede von Bundespräsident Richard von Weizäcker ein, der am 8. Mai 1945 im Bundestag zur Gedenkveranstaltung zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa sagte: „Es geht nicht darum, die Vergangenheit zu bewältigen“. Vielmehr sei der Umgang mit der Vergangenheit entscheidend für die Gegenwart, denn wer die Augen davor verschließe, werde blind für die Gegenwart und anfällig für neue Gefahren (die gesamte Rede kann im Internet unter ww.bundespraesident.de HIER nachgelesen werden).

Gunter Demnig, Künstler und Initiator des Projekts Stolpersteine, verlegte persönlich den Gedenkstein für Alfons Lindenfeld, Jahrgang 1909, in den Gehweg der Widdumstraße 34 – neben den Steinen, die bereits 2010 verlegt wurden für seine Eltern Sigmund Lindenfeld und Paula, geb. Stern, sowie seine Tante Adele Stern. Foto: Hans-Martin GoedeGunter Demnig hat seit Gründung der Stolpersteininitiative die meisten der inzwischen mehr als 123.000 Gedenksteine in 30 Ländern Europas selber verlegt. Hildegard Wienand wünschte Demnig, der bereits vor Ende der Gedenkrede weiter zur nächsten Steinverlegung aufbrach, viel Kraft und Gesundheit.

Mehr über die Stuttgarter Aktion „Stolpersteine“ können Sie auch auf der Internetseite unter www.stolpersteine-stuttgart.de nachlesen, weitere Infos finden Sie auch unter www.stolpersteine.com.

Gunter Demnig, Künstler und Initiator des Projekts Stolpersteine, verlegte persönlich den Gedenkstein für Alfons Lindenfeld, Jahrgang 1909, in den Gehweg der Widdumstraße 34 – neben den Steinen, die bereits 2010 verlegt wurden für seine Eltern Sigmund Lindenfeld und Paula, geb. Stern, sowie seine Tante Adele Stern. Foto: Hans-Martin GoedeWer sich für die Stolpersteine in Weilimdorf einsetzen will: Die Pflege dieser Steine ist einfach: Ein handelsübliches Metallputzmittel, die raue Seite eines Spülschwamms zum kräftigen Reiben, etwas mitgebrachtes Wasser und Küchenkrepp zum Trocknen. Mehr braucht man nicht.

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