Naturwoche auf der Jugendfarm. Foto: GOEDE

26 Kinder widmen sich der Natur und Tierpflege

(RED) Der frische Nordwestwind streicht nach der verregneten Nacht an diesem Dienstag über das Gelände der Jugendfarm im Wolfbusch. Am Himmel wechseln sich Sonne und Wolken ab – das Thermometer zeigt mit Ach und Krach 15 Grad an. Das Wetter passt zur aktuellen Themenwoche: „Der Natur auf der Spur!“.

Naturwoche auf der Jugendfarm. Foto: GOEDEAls wolle das Wetter bei der Kinderbetreuung in dieser „Naturwoche“ mitspielen – der erste Herbsthauch mitten in den Sommerferien. Doch die Kinder stört die frische Brise wenig: Meist kurze Hosen, T-Shirt, Sandalen (sockenfrei), vielleicht mal ein Sweater. Ganz anders die Erzieherinnen, Teamer, Azubis, Praktikanten und Ferienhelfer: Strumpfhosen, lange Hosen, Jacke, Pullover. Optisch und gefühlt kurz vor dem Winter, mit einem Hauch Vorstellungskraft sieht man darunter auch noch die Gänsehaut.

Tierpflege beliebteste Gruppenarbeit

Naturwoche auf der Jugendfarm. Foto: GOEDEGänse hat es aber auf der Jugendfarm weiterhin nicht – aber eben jede Menge Kaninchen (mittlerweile sind es fünf, inkl. eines Albino), unzählige Hühner – und die beiden beliebten Ponys. Und die wollen gepflegt und betreut werden – für Petra Pauling als altbewährte Jufa-Mitarbeiterin das kleinste Problem.

Naturwoche auf der Jugendfarm. Foto: GOEDEZwar haben sich zehn der 26 Kinder beim Besprechungskreis für die „Tierpflege“ (mit Aussicht auf Pony-Ausritt am Nachmittag) gemeldet. Aber für Pauling nur ein Schmunzeln wert: „Bring ich alle unter, dann gibts für jeden halt nur etwas weniger zu tun!“. Aber zehn Kinder und nur zwei Ponys beim Ausreiten? Für die zeitliche Einteilung dieses beliebten Angebots hat Pauling noch ein paar Stunden Zeit sich darüber Gedanken zu machen. Erstmal muss das frische Heu und Stroh, das derzeit von einem ehemaligen Praktikanten mit eigenem Bauernhof kommt, in den soeben besenrein gekehrten Stall eingestreut werden.

Waldbingo im Lindental

Doch auch für das „Waldbingo“ im Lindental können sich mehrere Kinder in dieser Naturwoche begeistern: 4×4 Felder groß ist der Bingo-Zettel, den die Jufa-Kinder im Lindental auszufüllen bzw. anzukreuzen haben. So müssen Sie in der Natur Dinge finden wie z.B. Tannenzapfen, ein Schneckenhaus oder auch ein Spinnennetz. Gefunden? Ankreuzen und weiter suchen. Bis alle Felder ausgefüllt sind. Bingo!

Ewiges Leben im Weckglas

Mehr als zwei Monate soll es funktionieren – das „ewige (Natur)Leben im Glas“. Dank Carla Gröner als „FÖJ“ (Freiwilliges ökologisches Jahr) schaffen die Kinder sich eine eigene kleine Welt: Erde ins Glas, Pflanzen bzw. Samen einpflanzen, etwas Wasser dazu, Deckel fest verschrauben – und dann warten was passiert. In der Theorie verdunstet im Glas das Wasser und tropft so zurück vom Deckel auf die keimenden Pflanzen – die wiederum durch die Photosynthese Sauerstoff produzieren. Die Praxis? Das kann und soll durchaus viele Wochen funktionieren. „Ich habe es aber schon erlebt, dass nach nicht mal zwei Monaten in meinem Glas ein dicker Pelz gewachsen ist“, lacht Laura Determann vom Jufa-Team. Die Kinder der Naturwoche werden also rein theoretisch – wie praktisch – noch „ewig“ locker bis in den Herbst hinein ihre kleine Naturwelt im Weckglas beobachten können. Entweder mit – oder ohne Pelz.

„Freispiel“ zum Toben und Spielen

Naturwoche auf der Jugendfarm. Foto: GOEDEDer Klassiker schlechthin ist allerdings das „Freispiel“ auf dem Jufa-Gelände. Da kann sich jedes Kind mit sich und seinen Freunden direkt beschäftigen, sei es zum Spielen, klettern oder einfach mal nur „Abhängen“. Die Betreuer sind aber immer zur Stelle, wenn es mal an der Kletterwand einen kleinen Absturz gibt oder beim Versteckspiel das Bein eine Schramme aus dem Dickicht auf dem Gelände verpasst bekommt. Pflaster und Trost sind immer parat.

Naturwoche auf der Jugendfarm. Foto: GOEDEFür die 26 Ferienkinder stehen im Übrigen neben den vier „Hauptamtlichen“ noch die „FÖJ“lern, die Pia („Praxisintegrierte Ausbildung“) Azubine, zwei Praktikanten zur Erzieherausbildung (mit einem sogenannten Fremdpraktikum in diesen Sommerferien dabei), eine Ferien-Honorarkraft – und ein „Jungteamer“. Dieser ist gerade mal 13 Jahre alt, war lange Jahre als Kind selber auf der Jugendfarm in der Betreuung – und ist ohne viel Einlernen voll mit dabei: „Toll, wie der bei uns mitarbeitet, eine echte Bereicherung“, so Pauling.

„Corona“ ist bei dieser Naturwoche weit weg – alles „spielt“ sich ja in der Natur im Freien ab, die Kinder spielen weitgehend mit Abstand, steht man längere Zeit beieinander, ist die Gesichtsmaske zur Hand. Nur ein Klassiker der Ferienbetreuung ist durch aktuelle Hygieneregelungen etwas ins Hintertreffen geraten: Das Mittagessen in den Räumen der Jufa. Aber es gibt praktische wie einfache Lösungen: die „Grundversorgung“ mit Essen und Trinken haben die Kinder beim Ankommen auf dem Jufa-Gelände im Rucksack dabei: Vesper und Getränke. Und Wasser gibt’s auf der Jufa zum Nachfüllen jederzeit – aus dem Wasserhahn, die Ponys müssen sich ihre Tränke nicht mit den Kindern teilen. 

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