Übung Staiger-Hof Copyright Andreas Rometsch

Alte Hasen und junge Hüpfer gemeinsam auf dem Löschzug

(ARO) Seit vielen Jahren steht zu Beginn der Sommerferien eine besondere Übung im Dienstplan der Freiwilligen Feuerwehr Weilimdorf. Statt wie sonst üblich getrennt führen an diesem Abend die Jugendfeuerwehr und die aktive Wehr eine gemeinsame Einsatzübung durch.

So trafen sich auch dieses Jahr, am Mittwoch, dem 17.8.2022, die Kinder und Jugendlichen der Jugendwehr und die Angehörigen der Einsatzabteilung zusammen im Feuerwehrhaus in der Glemsgaustraße.

Übung Staiger-Hof Copyright Andreas RometschDie Gemeinschaftsübung dient nicht nur dazu, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, es soll auch die älteren Angehörigen der Jugendfeuerwehr auf ihren Übertritt zu „den Großen“ vorbereiten.

Zwar darf man in Baden-Württemberg erst ab dem 18. Lebensjahr zu Einsätzen ausrücken, jedoch können die Jugendlichen schon mit 17 Jahren die Grundausbildung absolvieren und an den Übungen der aktiven Wehr teilnehmen.

Übungsobjekt in diesem Jahr war der Hof der Familie Staiger am Feldrand gegenüber des Feuerwehrgerätehauses.
Schon seit Jahrzehnten sind Angehörige der Familie Staiger ein fester Bestandteil der Weilimdorfer Feuerwehr und stellen daher auch gerne ihr weitläufiges Anwesen für Einsatzübungen zur Verfügung.

Übung Staiger-Hof Copyright Andreas RometschÜbungsannahme war dieses Jahr ein Brand in der an das Wohnhaus angrenzenden Scheune, gemeldet war eine starke Verrauchung und eine unklare Anzahl von Personen war verletzt beziehungsweise wurde vermisst.

Gemäß der Alarm- und Ausrückeordnung rollte daher um kurz nach 19:30 Uhr der Löschzug Weilimdorf mit seiner gemischten Besatzung vom Hof des Feuerwehrhauses.

Beim Eintreffen am Übungsobjekt wurden die Einsatzkräfte schon von einem aufgeregten Arbeiter erwartet und in die Lage eingewiesen.
Laut seiner Auskunft war es bei Arbeiten im Dachgeschoss der Scheune zu einem Brand gekommen.

Übung Staiger-Hof Copyright Andreas RometschEiner der Handwerker konnte sich in Sicherheit bringen, stürzte dabei jedoch in ein angrenzendes Silo, seinem Kollegen war der Fluchtweg versperrt, er wurde im verrauchten Obergeschoss vermisst.

Auf Grund dieser Lage bildete der Zugführer der Weilemer Wehr sofort zwei Einsatzabschnitte, der erste war die Rettung des Vermissten und die Brandbekämpfung in der Scheune, Abschnitt zwei war die Rettung des abgestürzten Arbeiters im Silo.

 

 

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Die Brandbekämpfung und Vermisstensuche in der Scheuer übernahm die Besatzung des Hilfeleistungslöschfahrzeugs (HLF) 20, die Rettung und Versorgung des abgestürzten Handwerkers die Drehleiter und das HLF 10, das kleinere der beiden Weilimdorfer Löschfahrzeuge.

Vom HLF 20 ging sofort ein Trupp mit einem Löschrohr ins Dachgeschoss der Scheune vor, ein weiterer brachte ein zweites Rohr zur Abschirmung der angrenzenden Gebäude in Stellung. Beide Trupps bestanden dabei aus jeweils einem Mitglied der Jugendfeuerwehr und einem der Einsatzabteilung.

Übung Staiger-Hof Copyright Andreas RometschZeitgleich verschaffte sich die Besatzung des HLF 10 mittels Steckleiter Zugang zum abgestürzten Verletzten im Silo, während die Besatzung der Drehleiter die Rettung mittels der Schleifkorbtrage vorbereitete.

Nach kurzer Zeit gelang es dem ins Dachgeschoss vorgehenden Angriffstrupp den vermissten Arbeiter zu finden und ihn in Sicherheit zu bringen. Nachdem der Gerettete dem simulierten, Rettungsdienst übergeben war, wurde die Brandbekämpfung fortgesetzt.

Währenddessen hatte ein erster Trupp des HLF 10 den Handwerker im Silo erreicht.  Da bei ihm keine Vitalfunktionen mehr feststellbar waren, wurde vom gemischten Trupp sofort mit der Reanimation begonnen. Da solche Szenarien auch im realen Einsatz vorkommen können, werden sowohl die Angehörigen der Einsatzabteilung als auch die der Jugendfeuerwehr regelmäßig in Erster Hilfe geschult.

Übung Staiger-Hof Copyright Andreas RometschIm Einsatzabschnitt 1 war es inzwischen gelungen den Brand in der Scheune erfolgreich zu bekämpfen und die Nachbargebäude zu schützen, sodass „Feuer aus“ gegeben werden konnte.

Da die Wiederbelebungsmaßnahmen bei dem abgestürzten Handwerker erfolgreich waren, konnte dieser nun mit der Schleifkorbtrage und viel Manpower aus dem Silo gerettet werden und ebenfalls dem fiktiven Rettungsdienst übergeben werden.

Nachdem die sechs Mitglieder der Jugendfeuerwehr und die 15 Angehörigen der aktiven Wehr die Übung somit erfolgreich absolviert hatten, durften die Kinder und Jugendlichen zur Belohnung aus dem Korb der 30 Meter hohen Drehleiter die Abendsonne und den Blick über ganz Weilimdorf genießen.

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Weitere Informationen über die Einsatzabteilung und die Jugendfeuerwehr Weilimdorf findet man unter: https://www.feuerwehr-weilimdorf.de/

Bilder: Andreas Rometsch

 

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